VonConstantin Blaßschließen
In der Kolumne "Guten Morgen" berichtet Constantin Blaß ein weiteres Mal über seine Erfahrungen mit der Elektromobilität.
Aalen. Seit Kurzem fahre ich elektrisch. Nein, nicht mit einem schweren Hybrid, der Motor und Batterie vorhält und im Verbrauch alles andere als sparsam ist. Ich fahre nur noch mit Strom. Gewöhne mich an neue Begriffe wie Lade- statt Tankklappe.
Lerne, wie sie sich öffnen lässt, wieso ein großer Teil der E-Autos keinen Heckscheibenwischer hat, dass E-Kennzeichen mittlerweile totaler Quatsch sind, und erfreue mich an interessanten Konversationen mit mir unbekannten Menschen an Ladesäulen.
Neulich sprach mich ein Mercedes-Fahrer an, der seinen Van gerade an den Strom angeschlossen hatte. "Und, wie lange lädt Deiner?", fragte er. Ich war etwas verdutzt. Mein Ioniq braucht an einem immer häufiger installierten „Hypercharger“ circa 18 Minuten, um von zehn auf 80 Prozent zu komme. 80 Prozent entsprechen bei meiner Fahrweise ungefähr 350 Kilometer.
Elektroauto-Hersteller nutzen unterschiedliche Technik
Der Mercedes-Fahrer guckte ungläubig. „Wow, das ist schnell“, sagte er. Was ich als E-Neuling nicht wusste: Nicht alle Elektroautos haben die sogenannte 800-Volt-Technologie. Bedeutet: Sie können nicht so schnell laden, benötigen zudem aufgrund niedrigerer Spannung mehr Kupferkabel im Fahrzeug.
Mein Lade-Genosse wirkte etwas neidisch, denn Mercedes hinkt der Entwicklung etwas hinterher: "Ich schaue mir jetzt bei Netflix einen Film an, bis der Wagen vollgeladen ist. Heute ist ja Feiertag." Ich war unterdessen schon längst am Tegernsee...
Rubriklistenbild: © Oliver Giers
