Schlechte Marktlage

Elektronikhersteller aus Baden-Württemberg schickt hunderte Mitarbeiter in Kurzarbeit

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Aufgrund einer verschlechterten Marktlage hat ein Elektronikhersteller aus Baden-Württemberg einen Teil der Belegschaft in Kurzarbeit geschickt.

Leutkirch - Eine verschlechterte Marktlage, vor allem ausgelöst durch hohe Kosten und eine sinkende Kundennachfrage, hat in den vergangenen Wochen einige Unternehmen aus und in Baden-Württemberg zum Handeln gezwungen. Der Hersteller Viscofan setzt an seinem Standort im Südwesten beispielsweise auf Kurzarbeit und moderaten Stellenabbau. Auch beim Elektronikhersteller Elobau mit Sitz in Leutkirch (Kreis Ravensburg) ist seit März ein Teil der Belegschaft in Kurzarbeit, wie die Schwäbische Zeitung vom Unternehmen erfuhr. Für die betroffenen Mitarbeiter gibt es dennoch gute Neuigkeiten.

Die Maßnahme der Kurzarbeit ist ein oft genutztes Mittel, um auf eine schwierige – aber meist temporäre – Lage reagieren zu können, ohne beispielsweise Arbeitskräfte vollständig zu verlieren. Die Länge der Maßnahme kann dabei stark variieren; beim Maschinenbauer Liebherr am Standort Biberach ist sie beispielsweise noch bis Ende September angemeldet. Bei Elobau, nach eigenen Angaben der größte Arbeitgeber der Stadt Leutkirch im Allgäu, ist die Kurzarbeit dem Bericht zufolge für sechs Monate genehmigt.

Der nach eigenen Angaben größte Arbeitgeber der Stadt Leutkirch im Allgäu hat für einen Teil der Belegschaft Kurzarbeit angemeldet.

Elobau zahlt betroffenen Mitarbeitern Aufzahlung zum Kurzarbeitergeld

Das 1972 gegründete Unternehmen Elobau hat sich auf Sensorik und Bedienelemente spezialisiert und vereint mehrere Produktionsbereiche am Hauptsitz in Leutkirch. Dazu zählen die Entwicklung, der Werkzeugbau, die Fertigungstechnik sowie ein eigenes Prüf- und Testlabor. Wie eine Unternehmenssprecherin der Schwäbischen Zeitung bestätigte, ist aber nur ein Teil der Produktion von der Kurzarbeit betroffen. „Im März wurde für 190 Mitarbeitende Kurzarbeit angemeldet“, erklärte sie. „Betroffen sind vier von 20 Produktionsbereichen, in denen es derzeit zu einer Reduzierung der Arbeitszeit kommt.“

Name elobau GmbH & Co. KG
Gründung 1972
SitzLeutkirch, Baden-Württemberg
Branche Sensorik, Bedienelemente
Mitarbeiter 1.200
Umsatz 160 Millionen Euro

In den meisten Fällen soll die Kurzarbeit auch die Personalkosten reduzieren, da die betroffenen Mitarbeiter während der Maßnahme Kurzarbeitergeld erhalten, sofern sie den dafür notwendigen Voraussetzungen entsprechen. Elobau leistet der Sprecherin zufolge allerdings eine Aufzahlung zum Kurzarbeitergeld von 97 Prozent des Nettogehalts. Auch der Outdoor-Spezialist Vaude aus dem Bodenseekreis hat kürzlich für einen Teil der Belegschaft Kurzarbeit angemeldet, zahlt aber weiterhin das volle Gehalt.

Elektronikhersteller erwartet mittelfristige Erholung der Marktlage

Trotz weiterhin unsicherer Marktlage erwartet Elobau eine mittelfristige Erholung des Auftragsvolumens.

Als Grund für die Kurzarbeit gibt Elobau einen gesunkenen Bedarf und einen hohen Lagerbestand an, was zu einem rückläufigen Auftragseingang führt, da der Lagerbestand zunächst abgebaut werden muss. Obwohl die Marktlage aufgrund von verschiedenen Faktoren weiterhin schwer vorherzusehen ist, rechnet das Unternehmen mit einer mittelfristigen Erholung des Auftragsvolumens. Der Elektronik-Spezialist aus dem Südosten Baden-Württembergs beschäftigt laut den Angaben auf der Unternehmensseite insgesamt 1.200 Menschen und erzielte zuletzt einen Umsatz von 160 Millionen Euro.

Rubriklistenbild: © elobau GmbH & Co. KG

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