VonGerhard Königerschließen
In der jüngsten Sitzung verabschiedet der Gemeinderat einstimmig eine Resolution und fordert eine solide Basis-Grundversorgung für Ellwangen und den nordöstlichen Landkreis.
Ellwangen. Vor dem Hintergrund der Kreistagsentscheidung, in Essingen eine neue Zentralklinik zu bauen, hat der Ellwanger Gemeinderat am Donnerstag eine Resolution verabschiedet, die ein klares Bekenntnis zur St.-Anna-Virngrundklinik beinhaltet.
"Wir müssen wachsam sein, was bei uns vor Ort passiert und konkreter formulieren, was wir für die Klinik in Ellwangen wollen", sagte Oberbürgermeister Michael Dambacher. Die Entscheidung des Kreistags, den neuen Zentralversorger in Essingen zu bauen und die Kliniken in Mutlangen und Ellwangen zu Häusern für eine Basisversorgung umzubauen, trage die Stadt mit. Jetzt gehe es aber darum, die Begriffe mit Inhalt zu füllen.
Was bedeutet "Basisversorgung"?
Was die "Basisversorgung" für das „Bündnis für eine starke St.-Anna-Virngrundklinik“ beinhaltet, zählte Dambacher so auf: "Die Urologie muss bleiben, mit zeitgemäßer technischer Ausstattung. Auch die Chefarztstelle muss wieder besetzt werden. Wir brauchen das Zentrum für Endoprotetik und eine heimatnahe onkologische Versorgung im Rahmen des beschlossenen onkologischen Zentrums." An der Virngrundklinik müssten weiterhin Eingriffe und Operationen möglich sein, ambulant und stationär, es müsse Betten mit Intensivüberwachung geben und eine Notaufnahme müsse 24 Stunden an sieben Tage die Woche besetzt sein. Schließlich müsse die beschlossene Gesundheitsakademie schnellstmöglich in Ellwangen eingerichtet werden.
Gefährdete Kliniken in den Nachbarkreisen
Rudolf Wiedmann (CDU) betonte, dass seine Fraktion zu 100 Prozent hinter der St.-Anna-Virngrundklinik und hinter den Forderungen stehe, die in der Resolution formuliert werden: "Wir sehen die ländliche Struktur des Virngrunds und die unsicheren Kliniken in der Nachbarschaft. Vor diesem Hintergrund brauchen wir eine ambulant-stationäre OP-Versorgung in Ellwangen."
Herbert Hieber (SPD) betonte, dass Ellwangen die St.-Anna-Virngrundklinik braucht. Die Planung des Zentralversorgers in Essingen und die Planung in Ellwangen müsse zusammen gedacht werden. "Auch die Psychiatrie und psychiatrische Institutsambulanz müssen bleiben", stellte Hieber fest.
Franziska Schuster (FW/FBE) sagte: "Der Kampf beginnt erst. Diese Resolution ist der erste Schritt und wir brauchen jeden, der mitkämpfen kann und unsere Forderungen unterstützt."
Forderungen gemeinsam vorbringen
Franz-Josef Grill (FW/FBE) wies darauf hin, dass sie die niedergelassene Ärzteschaft sich aus den Kliniken speist: "Wir müssten eigentlich alle drei Standorte erhalten, denn der Abstand der nächsten suffizienten Kliniken Essingen und Ansbach ist 80 Kilometer, das ist sehr weit, wenn man einen Notfallpatienten im Auto hat." Man müsse auch sehen, dass im Ostalbkreis kein nachtflugfähiger Hubschrauber stationiert ist, weshalb die Rettung per Luft im Zweifelsfall zu lange dauern kann.
Berthold Weiß (Grüne) betonte die Unterstützung seiner Fraktion und so wurde die Resolution einstimmig verabschiedet.

