Einigung in der Tarifrunde

Deutlich mehr Geld und Inflationsausgleich für 30.000 Mitarbeiter in Baden-Württemberg

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Die IG Metall hat nach langen Verhandlungen eine Einigung für 30.000 Angestellte in Baden-Württemberg erzielt. Sie erhalten deutlich mehr Geld.

Stuttgart/Neckarsulm - Die Wirtschaft in Baden-Württemberg hat aktuell zu kämpfen. Großkonzerne wie Bosch und ZF Friedrichshafen haben empfindliche Sparmaßnahmen verkündet. Auch der Softwarekonzern SAP will im Rahmen eines Transformationsprogramms rund 8.000 Stellen abbauen. Gute Nachrichten gibt es allerdings für die rund 30.000 Mitarbeiter in der Holz- und Kunststoffindustrie im Südwesten, da die IG Metall eine Einigung in der Tarifrunde erzielen konnte.

Die IG Metall Baden-Württemberg hatte kurz vor dem Jahreswechsel Warnstreiks in der Holz- und Kunststoffindustrie angekündigt, da die ersten Verhandlungsrunden nicht das erhoffte Ergebnis brachten. Konkret hatten die Arbeitnehmervertreter eine Erhöhung der Gehälter um 8,5 Prozent gefordert. Am Dienstag konnte in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) eine Einigung erzielt werden. Im vergangenen Jahr hatte die IG Metall auch eine Einigung für 55.000 Mitarbeiter im Kfz-Handwerk erzielt.

IG Metall erwirkt Entgeltsteigerung und Inflationsausgleich für Holz- und Kunststoffindustrie

Auf eine Lohnsteigerung von 8,5 Prozent konnten sich die Parteien letztendlich zwar nicht ganz verständigen, die Einigung sieht aber eine Erhöhung der Entgelte um 5 Prozent ab September 2024 und um weitere 3 Prozent ab Juni 2025 vor. Der neue Tarifvertrag in der Holz- und Kunststoffindustrie hat eine Laufzeit von 23 Monaten. „Dieser Abschluss ist ein großer Erfolg für unsere Mitglieder“, zeigt sich IG Metall-Verhandlungsführerin Yvonne Möller mit dem Ergebnis zufrieden. „Er spiegelt die harte Arbeit und das Engagement der Beschäftigten wider und stellt sicher, dass sie angemessen an den Erfolgen der Branche beteiligt werden.“

Zusätzlich zum Anstieg der Entgelte wurde eine Inflationsausgleichsprämie von insgesamt 2.300 Euro festgesetzt, die in zwei Teilen ausbezahlt werden soll. Auszubildende sowie Mitarbeiter in Altersteilzeit erhalten eine Prämie von 1.150 Euro. Im vergangenen Jahr konnte die IG Metall nach langen Verhandlungen eine Inflationsausgleichsprämie für Leiharbeiter erwirken, die jedoch deutlich niedriger ausfiel als bei den Festangestellten.

Warnstreiks haben laut IG Metall zu besserem Angebot geführt

Der Einigung in der Tarifrunde der Holz- und Kunststoffindustrie war eine ganze Reihe an Warnstreiks und anderen Maßnahmen vorausgegangen. Laut der IG Metall führte das dazu, dass die Arbeitgeberseite ein besseres Angebot unterbreitet hat. „Wir haben einen fairen Kompromiss gefunden, der den Bedürfnissen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gerecht wird“, sagt Verhandlungsführerin Möller. „Die Beschäftigten in der Holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie können nun mit verbesserten Konditionen und einer höheren finanziellen Anerkennung ihrer Arbeit rechnen“, erklärt Tarifsekretär Matthias Fuchs.

Kunststoffbauteile kommen auch in der Automobilproduktion zum Einsatz, wie hier bei Autozulieferer ElringKlinger.

Die Holz- und Kunststoffindustrie umfasst beispielsweise die Herstellung von Möbeln, Musikinstrumenten und anderen Holzwaren sowie vielerlei Produkte aus Kunststoff. Zudem ist die kunststoffverarbeitende Industrie für die in Baden-Württemberg so wichtige Autobranche von großer Wichtigkeit. Unter anderem produziert der Autozulieferer ElringKlinger Kunststoff-Leichtbauteile und Produkte aus dem Hochleistungskunststoff PTFE.

Rubriklistenbild: © ElringKlinger

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