Restrukturierung des Softwarekonzerns

SAP plant Transformationsprogramm – 8.000 Stellen sollen abgebaut werden

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Softwarekonzern SAP hat für 2024 ein Transformationsprogramm angekündigt und die Ziele für 2025 festgesteckt. 8.000 Stellen sollen im Rahmen des Programms abgebaut werden.

Walldorf - Beim mit Abstand wertvollsten Unternehmen Deutschlands brodelt es seit einigen Wochen gewaltig. SAP-Chef Christian Klein ist dabei, den Softwarekonzern mit Sitz in Walldorf in Baden-Württemberg verstärkt auf KI und Cloud auszurichten. Er hat die Belegschaft bereits auf „harte Arbeit“ und „gute Disziplin“ eingeschworen. Befürchtet wurde in der weltweit mehr als 100.000 Mitarbeiter umfassenden Belegschaft bereits, dass die Transformation zu neuen Sparmaßnahmen führen könnte. Der SAP-Chef hatte einen weiteren Stellenabbau kürzlich nicht ausgeschlossen, aber auch erklärt, dass neue Arbeitsplätze entstehen sollen.

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

Am Dienstag kündigte SAP über eine Pressemitteilung ein konkretes Transformationsprogramm für das laufende Jahr 2024 und eine neue Zielsetzung für das kommende Jahr 2025 an. Konkret soll Europas größter Softwarekonzern mit Investitionen von rund zwei Milliarden Euro noch mehr auf Cloud-Wachstum getrimmt und die Effizienz somit deutlich gesteigert werden. Das Transformationsprogramm sieht allerdings auch den Abbau von rund 8.000 Arbeitsplätzen vor.

SAP will Abbau von rund 8.000 Stellen größtenteils über Freiwilligenprogramme abwickeln

Laut der Mitteilung will sich SAP im laufenden Geschäftsjahr noch stärker auf strategische Wachstumsfelder, insbesondere der Künstlichen Intelligenz (KI) für Unternehmen, fokussieren. Ziel ist es, die Effizienz noch weiter zu steigern und ein stark skalierbares zukünftiges Umsatzwachstum zu erreichen. Um dies zu erreichen, plant der Softwarekonzern ein unternehmensweites Restrukturierungsprogramm, von dem rund 8.000 Stellen betroffen sein werden. „Bei den meisten der rund 8.000 betroffenen Stellen sollen Freiwilligenprogramme und interne Umschulungsmaßnahmen zum Tragen kommen“, heißt es vom Unternehmen.

Name SAP SE
Gründung April 1972
Hauptsitz Walldorf, Baden-Württemberg
Branche Software
CEOChristian Klein
Mitarbeiter 111.961 (2022)
Umsatz 30,9 Milliarden Euro (2022)

Ein solches Freiwilligenprogramm hatten im vergangenen Jahr auch andere Unternehmen aus Baden-Württemberg verwendet, um Arbeitsplätze abzubauen. Beispielsweise startete Batteriekonzern Varta am Hauptsitz in Ellwangen ein solches Programm. Auch Technologiekonzern Bosch will den angekündigten Stellenabbau über sozialverträgliche Lösungen abwickeln. Während die meisten Unternehmen mit einem Abbau von Arbeitsplätzen gezielt Personalkosten einsparen wollen, rechnet die SAP laut Mitteilung damit, Ende 2024 in etwa dieselbe Anzahl an Mitarbeitern zu haben, wie aktuell. Einen großen Kostenvorteil erhofft sich der Softwarekonzern zunächst nicht.

Restrukturierungsprogramm bei SAP soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein

Die Restrukturierungskosten von rund zwei Milliarden Euro sollen zum Großteil im ersten Halbjahr 2024 erfasst werden. SAP geht nach eigenen Angaben davon aus, das Restrukturierungsprogramm – und damit den Abbau von 8.000 Stellen – bis Jahresende abgeschlossen zu haben. Insgesamt erwartet der Konzern durch die Maßnahmen zum einen höhere Clouderlöse und ein höheres Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr. In der Belegschaft dürfte die Ankündigung allerdings nicht gerade dafür sorgen, die Befürchtungen zu zerschlagen.

SAP-Chef Christian Klein strukturiert den Softwarekonzern um. Das hat Folgen für rund 8.000 Mitarbeiter.

Für Unruhe hatte bereits die Ankündigung der SAP gesorgt, Mitarbeiter in „Performer“ und „Nicht-Performer“ einteilen zu wollen. Arbeitnehmervertreter befürchteten in diesem Zuge bereits, der Konzern wolle bestimmte Mitarbeiter durch die Maßnahme aussortieren. Konzernchef Klein hatte bei einem ntv-Interview auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos (Schweiz) aber jüngst erneut klargestellt, dass die digitale Transformation auch neue Arbeitsplätze schaffen werde. „Da werden Jobs mit Sicherheit wegfallen, es werden aber auch andere entstehen“, sagte er. „Das ist Teil der Transformation.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/Arnulf Hettrich/photothek

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