VonJulian Baumannschließen
Softwarekonzern SAP hat für 2024 ein Transformationsprogramm angekündigt und die Ziele für 2025 festgesteckt. 8.000 Stellen sollen im Rahmen des Programms abgebaut werden.
Walldorf - Beim mit Abstand wertvollsten Unternehmen Deutschlands brodelt es seit einigen Wochen gewaltig. SAP-Chef Christian Klein ist dabei, den Softwarekonzern mit Sitz in Walldorf in Baden-Württemberg verstärkt auf KI und Cloud auszurichten. Er hat die Belegschaft bereits auf „harte Arbeit“ und „gute Disziplin“ eingeschworen. Befürchtet wurde in der weltweit mehr als 100.000 Mitarbeiter umfassenden Belegschaft bereits, dass die Transformation zu neuen Sparmaßnahmen führen könnte. Der SAP-Chef hatte einen weiteren Stellenabbau kürzlich nicht ausgeschlossen, aber auch erklärt, dass neue Arbeitsplätze entstehen sollen.
Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg




Am Dienstag kündigte SAP über eine Pressemitteilung ein konkretes Transformationsprogramm für das laufende Jahr 2024 und eine neue Zielsetzung für das kommende Jahr 2025 an. Konkret soll Europas größter Softwarekonzern mit Investitionen von rund zwei Milliarden Euro noch mehr auf Cloud-Wachstum getrimmt und die Effizienz somit deutlich gesteigert werden. Das Transformationsprogramm sieht allerdings auch den Abbau von rund 8.000 Arbeitsplätzen vor.
SAP will Abbau von rund 8.000 Stellen größtenteils über Freiwilligenprogramme abwickeln
Laut der Mitteilung will sich SAP im laufenden Geschäftsjahr noch stärker auf strategische Wachstumsfelder, insbesondere der Künstlichen Intelligenz (KI) für Unternehmen, fokussieren. Ziel ist es, die Effizienz noch weiter zu steigern und ein stark skalierbares zukünftiges Umsatzwachstum zu erreichen. Um dies zu erreichen, plant der Softwarekonzern ein unternehmensweites Restrukturierungsprogramm, von dem rund 8.000 Stellen betroffen sein werden. „Bei den meisten der rund 8.000 betroffenen Stellen sollen Freiwilligenprogramme und interne Umschulungsmaßnahmen zum Tragen kommen“, heißt es vom Unternehmen.
| Name | SAP SE |
|---|---|
| Gründung | April 1972 |
| Hauptsitz | Walldorf, Baden-Württemberg |
| Branche | Software |
| CEO | Christian Klein |
| Mitarbeiter | 111.961 (2022) |
| Umsatz | 30,9 Milliarden Euro (2022) |
Ein solches Freiwilligenprogramm hatten im vergangenen Jahr auch andere Unternehmen aus Baden-Württemberg verwendet, um Arbeitsplätze abzubauen. Beispielsweise startete Batteriekonzern Varta am Hauptsitz in Ellwangen ein solches Programm. Auch Technologiekonzern Bosch will den angekündigten Stellenabbau über sozialverträgliche Lösungen abwickeln. Während die meisten Unternehmen mit einem Abbau von Arbeitsplätzen gezielt Personalkosten einsparen wollen, rechnet die SAP laut Mitteilung damit, Ende 2024 in etwa dieselbe Anzahl an Mitarbeitern zu haben, wie aktuell. Einen großen Kostenvorteil erhofft sich der Softwarekonzern zunächst nicht.
Restrukturierungsprogramm bei SAP soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein
Die Restrukturierungskosten von rund zwei Milliarden Euro sollen zum Großteil im ersten Halbjahr 2024 erfasst werden. SAP geht nach eigenen Angaben davon aus, das Restrukturierungsprogramm – und damit den Abbau von 8.000 Stellen – bis Jahresende abgeschlossen zu haben. Insgesamt erwartet der Konzern durch die Maßnahmen zum einen höhere Clouderlöse und ein höheres Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr. In der Belegschaft dürfte die Ankündigung allerdings nicht gerade dafür sorgen, die Befürchtungen zu zerschlagen.
Für Unruhe hatte bereits die Ankündigung der SAP gesorgt, Mitarbeiter in „Performer“ und „Nicht-Performer“ einteilen zu wollen. Arbeitnehmervertreter befürchteten in diesem Zuge bereits, der Konzern wolle bestimmte Mitarbeiter durch die Maßnahme aussortieren. Konzernchef Klein hatte bei einem ntv-Interview auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos (Schweiz) aber jüngst erneut klargestellt, dass die digitale Transformation auch neue Arbeitsplätze schaffen werde. „Da werden Jobs mit Sicherheit wegfallen, es werden aber auch andere entstehen“, sagte er. „Das ist Teil der Transformation.“
Rubriklistenbild: © IMAGO/Arnulf Hettrich/photothek

