Love Island

Welche Insel in Baden-Württemberg durch einen Film bundesweit bekannt wurde

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Im baden-württembergischen Teil des Bodensees befindet sich eine unbewohnte Insel, die vor 68 Jahren durch einen Film bundesweite Bekanntheit erlangte.

Radolfzell - Neben dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alb gilt die Bodenseeregion als beliebtestes Reiseziel in Baden-Württemberg. Besondere kulturelle Hotspots sind beispielsweise Deutschlands ältestes archäologisches Freilichtmuseum oder die größte Seebühne der Welt, die jedoch am österreichischen Seeufer zu finden ist. Im schwäbischen Teil des Bodensees, auf der Gemarkung der Stadt Radolfzell im Kreis Konstanz, befindet sich zudem eine kleine Insel, die zwar nicht bewohnt ist, aber dennoch weit über die Grenzen der Region hinaus Bekanntheit erlangt hat.

Im baden-württembergischen Teil des Bodensees befindet sich eine kleine Insel, die durch einen Film bekannt wurde.

Was für den Schwarzwald die beliebte Serie „Schwarzwaldklinik“ ist, ist für die Bodenseeregion vermutlich der 1956 erschienene Heimatfilm „Die Fischerin vom Bodensee“. Dieser wurde an mehreren Orten in Baden-Württemberg gedreht, darunter in der Zeppelinstadt Friedrichshafen und in Meersburg, wo sich die älteste noch bewohnte Burg Deutschlands befindet. Eine besonders einprägsame Szene spielte sich aber auf der besagten unbewohnten Insel ab, die nicht ohne Grund „Liebesinsel“ heißt.

Liebesszene aus „Fischerin vom Bodensee“ wurde auf kleiner Insel vor Radolfzell gedreht

Die Liebesinsel im baden-württembergischen Teil des Bodensees liegt im sogenannten Zeller See, einem Teil des Untersees. Die unbewohnte Insel ist der bewohnten Halbinsel Mettnau vorgelagert und ist mit einer Fläche von 2,6 Quadratkilometern eine der kleinsten Inseln im Bodensee. Mit der Reichenau befindet sich übrigens auch die mit Abstand größte Insel im Bodensee auf dem Gebiet Baden-Württembergs. Bekannt wurde die kleine Liebesinsel vor Radolfzell im Jahr 1956 als einer der Drehorte des Heimatfilms „Die Fischerin vom Bodensee“, dessen Uraufführung im damaligen Premierenkino Universum in Stuttgart stattfand.

Auf der Liebesinsel im Bodensee wurde die zentrale Liebesszene des Films „Die Fischerin vom Bodensee“ gedreht.

Passend zum Namen der Liebesinsel im Bodensee wurde auf selbiger die zentrale Liebesszene des Films gedreht, bei der die beiden Hauptfiguren eine gemeinsame Nacht auf der Insel verbringen. Dafür musste die Produktionsgesellschaft allerdings künstliche Blüten anbringen, da auf der Liebesinsel vorrangig Bäume und – im Gegensatz zur bekannten Blumeninsel im Bodensee, der Mainau – keine Blumen wachsen. Der Szene ist es wahrscheinlich zu verdanken, dass „Die Fischerin vom Bodensee“ beim Erscheinen von der FSK erst ab 16 Jahren freigegeben wurde. Inzwischen wurde die Freigabe aber auf 6 Jahre heruntergesetzt.

Liebesinsel im Bodensee darf nicht betreten werden

Obwohl nicht alle zeitgenössischen Kritiker von dem Film überzeugt waren, wurde „Die Fischerin vom Bodensee“ ein großer Erfolg. Der Film gilt heute als „Perle des Heimatfilms“ und wurde im Jahr 2014 auf DVD veröffentlicht. Eine gute Werbung war der Film durch die Originaldrehorte auch für die Bodenseeregion, die beispielsweise noch immer Touren zur Liebesinsel anbietet. „Im Sommer werden geführte Kanu-Touren zur Liebesinsel angeboten“, schreibt die Stadt Radolfzell auf ihrer Seite. „Betreten werden darf die zum Naturschutzgebiet Halbinsel Mettnau gehörende Insel allerdings nicht.“

Die Stadt Radolfzell bietet Kanu-Touren zur Liebesinsel an. Betreten werden darf sie allerdings nicht.

Ebenso wenig betreten werden darf eine weitere Insel in Baden-Württemberg, auf der sich eine mystische gotische Kapelle befindet.

Rubriklistenbild: © IMAGO/imageBROKER/Markus Keller

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