Zukunftskonzept Kliniken Ostalb

Virngrundklinik Ellwangen: Droht das Abstellgleis?

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Der Eingang zur Virngrundklinik in Ellwangen.
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Landrat und Klinikvorstand präsentieren am Montag (ab 13.30 Uhr) den Sanierungsplan für die Kliniken Ostalb. Im Fokus steht die Virngrundklinik.

Ellwangen. Landrat Dr. Joachim Bläse und die Klinikvorstände Christoph Rieß und Sylvia Pansow wollen zu Wochenbeginn das Zukunftskonzept für die Kliniken Ostalb vorstellen. Den alten und neu gewählten Kreistag haben sie bereits am Samstag in einer gut dreistündigen Klausursitzung vertraulich und teils erst nach Abgabe einer Verschwiegenheitserklärung "abgeholt".

Klar ist: Es wird die angekündigten harte Einschnitte geben, damit das für 2024 prognostizierte Klinikdefizit in Höhe von 60 Millionen Euro nicht zum Dauerzustand wird und die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des Ostalbkreises einschränkt. Besonders betroffen: der Standort Ellwangen.

Ende März hat der Gemeinderat einstimmig eine Resolution verabschiedet und eine solide Basis-Grundversorgung für Ellwangen und den nordöstlichen Landkreis gefordert. Knapp drei Monate später sieht alles danach aus, als würde die St.-Anna-Virngrundklinik aufs Abstellgleis geraten. So sehen die Pläne von Landrat und Klinikvorstand wohl eine komplette Verlagerung der Operationen vor. Sparpotenzial: mehrere Millionen Euro.

Auch die Notfallversorgung steht zur Debatte, soll nicht so wie bisher geplant umgesetzt werden. Die Virngrundklinik – das neueste Krankenhaus im Ostalbkreis – könnte sogar bis auf das Level „1i“ zurückgestuft werden. Bedeutet: Stationäre Leistungen der interdisziplinä­ren Grundversorgung bleiben, ebenso gewisse ambulan­te, fachärztliche sowie medi­zinisch-pflegerische Leistungen. Ein echtes Krankenhaus bleibt es nicht, wenn der Sanierungsplan so vom Kreistag beschlossen wird.

Volker Grab zu den Zukunftsplänen: "Ich bin schockiert"

Erste Reaktionen nach der Klausurtagung im Landratsamt sickerten bereits durch. Gerade die Ellwanger Fraktion ist "not amused", will den Vorstoß des Landrats nicht so einfach hinnehmen. Ellwangens Oberbürgermeister Michael Dambacher, der sich immer dafür eingesetzt hatte, weiterhin eine basismedizinische Grundversorgung für den ambulanten, aber auch in Teilen für den stationären Bereich vorzuhalten, hatte bereits am Freitag in einem persönlichen Gespräch mit Bläse von den Plänen erfahren, war telefonisch jedoch nicht zu erreichen.

Volker Grab, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag und Bürgermeister in Ellwangen, sagte: "Ich bin schockiert über das, was ich erfahren habe. Die vorgestellten Pläne haben nichts mit dem zu tun, was wir beschlossen haben. Das kann nicht das Endergebnis sein. Daher werde ich dem Konzept auch nicht zustimmen." Gespräche mit den aktuellen Kreisräten sollen folgen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. 

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