VonJulian Baumannschließen
Bei SAP ist derzeit einiges im Wandel. Konzernchef Christian Klein betont, dass in Zukunft weitere Stellen wegfallen werden.
Walldorf - Am 8. Januar hatten die Mitarbeiter des Softwarekonzerns SAP per E-Mail das „Strategieupdate 2024“ erhalten. Darin schwor der Vorstandsvorsitzende Christian Klein die Belegschaft auf „harte Arbeit“ und „große Disziplin“ ein. Konkret soll das Unternehmen mit Sitz in Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) verstärkt auf KI, Cloud und weiteres Wachstum ausgerichtet werden. In der Belegschaft der SAP lösten die Verkündungen des Vorstands Verunsicherungen aus. Laut Medienberichten war von potenziellen Sparmaßnahmen die Rede, die in naher Zukunft kommuniziert werden sollten.
SAP hatte bereits Anfang 2023 weltweit rund 3.000 Arbeitsplätze abgebaut, um jährlich Kosten von rund 350 Millionen Euro einsparen zu können. Von ntv auf die potenziellen Sparmaßnahmen angesprochen, konnte SAP-CEO Christian Klein am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos (Schweiz) einen weiteren Stellenabbau nicht ausschließen. Große Verunsicherung hatte zuletzt auch die Ankündigung ausgelöst, dass SAP die Mitarbeiter in „Performer“ und „Nicht-Performer“ einteilen will.
Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg




SAP-Chef macht deutlich, dass sich Jobs und Jobprofile ändern werden
Die SAP ist das mit Abstand wertvollste Unternehmen Deutschlands, aufgrund von Umstrukturierungen muss der DAX-Konzern aber Kosten einsparen. Zudem wird sich der zunehmende Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI) auf die Summe der Mitarbeiter auswirken, obwohl SAP-Chef Klein diesbezüglich im vergangenen Jahr noch Entwarnung gegeben hatte. „Die generative KI wird definitiv auch nochmal ein Hebel sein, um mehr Produktivität zu liefern“, sagte Klein gegenüber ntv. „Und das ist etwas, was wir uns konstant immer wieder anschauen.“
| Name | SAP SE |
|---|---|
| Gründung | April 1972 |
| Hauptsitz | Walldorf, Baden-Württemberg |
| Branche | Software |
| CEO | Christian Klein |
| Mitarbeiter | 111.961 (2022) |
| Umsatz | 30,9 Milliarden Euro (2022) |
Eine konkrete Zahl an Stellen, die dadurch auf dem Spiel stehen könnten, nannte der SAP-Chef nicht. Christian Klein machte jedoch deutlich, dass sich die Jobs und Jobprofile ändern werden. „Das ist für SAP so, das ist für jedes andere Techunternehmen so, das ist aber auch für jedes andere Unternehmen in den anderen Industrien so“, führte er aus. Aktuell sind beispielsweise in der Autoindustrie massive Sparmaßnahmen geplant. Beispielsweise haben Bosch und die ZF Friedrichshafen einen drastischen Stellenabbau in Deutschland angekündigt.
Christian Klein schließt Abbau von Arbeitsplätzen nicht aus: „Das ist Teil der Transformation“
Was für die Autoindustrie eine Transformation zu klimaneutralen Antrieben ist, ist für die Softwarekonzerne die sogenannte digitale Transformation, die ebenfalls deutlichen Einfluss auf die Arbeitswelt haben wird. „Da werden Jobs mit Sicherheit wegfallen, es werden aber auch andere entstehen“, sagte der SAP-Chef. „Das ist Teil der Transformation.“ Europas größtes Softwareunternehmen will nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden aber dennoch weiter wachsen, selbst wenn die aktuelle Wirtschaftslage getrübt ist, was sich laut Klein beim Weltwirtschaftsforum in Davos bemerkbar macht.
Dass die Digitalisierung und Automatisierung zu einem Abbau von Arbeitsplätzen führt, wird immer wieder befürchtet – auch abseits der Techindustrie. Der Schraubenkonzern Würth hatte beispielsweise angekündigt, bis 2030 drei Viertel der Arbeit in der Logistik von Robotern ausführen lassen zu wollen. Der SAP-Chef ist jedoch der Meinung, dass die Digitalisierung genau das sei, was Deutschland derzeit benötige. „Ich denke, eine flächendeckende Digitalisierung ist das, was unser Land, die Industrie, aber auch die öffentliche Verwaltung braucht“, so Klein.
Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa & IMAGO/Arnulf Hettrich

