Ostalb-Klinikum: klares Ja aus Aalen zur Kombilösung

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So könnte es aussehen, das neue Ostalbklinikum - die Kombilösung, die die Stadt Aalen und das Büro Isin als medizinischen Regionalversorger für den Ostalbkreis vorschlagen. Foto: privat
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Erstmals diskutiert ein wichtiges Gremium des Aalener Gemeinderates über das Gesundheitskonzept des Ostalbkreises und die Aalener Vorschläge zum Ostalb-Klinikum.

Aalen. Fast einmütig haben sich die Mitglieder eines wichtigen Gemeinderatsausschusses in Aalen beim Klinik-Thema zur Kombilösung bekannt. Oberbürgermeister Frederick Brütting hat den Beschluss vorgestellt, der da lautet: „Der Gemeinderat unterstützt die Weiterentwicklung des Ostalbklinikums zum Regionalversorger“ in der vom Büro Isin vorgeschlagenen Kombi-Lösung. Lediglich Inge Birkhold stimmte dagegen, Dr. Frank Gläser (AfD) enthielt sich.

So könnte es aussehen, das neue Ostalbklinikum - die Kombilösung, die die Stadt Aalen und das Büro Isin vorschlagen. Animation: Büro Isin

Battran: Keine Kirchturmpolitik

Was auffiel: In keiner der offiziellen Wortmeldungen während der gut zweistündigen Debatte wurden die jüngsten Attacken des Schwäbisch Gmünder Oberbürgermeisters Richard Arnold erwähnt. Jener hatte am Sonntag die Aalener Stadtspitze und deren Einsatz für die Kombi-Lösung scharf kritisiert. Lediglich Dr. Thomas Battran (Bündnis 90/Die Grünen) sagte: „Wir haben in Aalen gar keinen Anlass für Kirchturmpolitik.“ Denn die Bürgerinnen und Bürger in Aalen hätten „immer kurze Wege“, egal, ob das neue Klinikum in Aalen gebaut werde - oder in Essingen. Battran: „Wenn wir für den Standort Kälblesrain sind, dann aus ökologischen, finanziellen und zeitlichen Gründen.“

Kann das Ostalb-Klinikum in Aalen zum Regionalversorger ausgebaut werden? Im Ausschuss für Kultur, Bildung und Finanzen sagt man ganz klar: Ja - verbunden mit einer breiten Unterstützung für die Stadtspitze. Foto: Oliver Giers

Eingangs hatten Oberbürgermeister Frederick Brütting, Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle und Cemal Isin vom Büro Isin nochmals die Pläne beschrieben. Isin erläuterte insbesondere seine Kostenschätzung. Hintergrund: Isin rechnet für die Weiterentwicklung des Ostalb-Klinikums zum zentralen Regionalversorger-Klinikum für den gesamten Ostalbkreis mit Kosten von rund 530 Millionen Euro. Das vom Kreistag eingesetzte Gutachterbüro Endera veranschlagt für einen Neubau auf der grünen Wiese rund 1,2 Milliarden Euro. Zudem, so Isin, könne das Projekt Kombi-Lösung schneller verwirklicht werden - in fünf bis sieben Jahren. Auch die Ökologie spreche fürs Ostalb-Klinikum.

Brütting: gute Grundlage

OB Brütting sprach von einer Investition in nie dagewesener Dimension für den Ostalbkreis. Aus seiner Sicht habe die Stadt Aalen den Nachweis erbracht, dass aus dem Ostalb-Klinikum ein Regionalversorger werden kann. Dies sei eine „gute Diskussionsgrundlage für den Ostalbkreis“.

Sprecher aller Fraktionen sahen dies genauso. In Aalen gehe es nicht um Eitelkeiten, sondern man habe „belastbare Fakten geliefert“, sagte Battran. Der „Pferdefuß“ für seine Fraktion sei das Problem der Erreichbarkeit, das nur mit einer Anbindung des Ostalbklinikums durch den Rohrwang zur B 29 gelöst werden könne. „Einigermaßen tragbar“ sei diese Lösung aber.

„Wir stehen zu 100 Prozent hinter der Kombilösung“, befand Armin Abele für die CDU und ergänzte, „hoffentlich wird dies im Kreistag auch so verstanden“. Denn die Lösung sei für Aalen und die Region gleichermaßen gut.

Hermann Schludi (SPD) hätte sich die Informationen zur Kombilösung gerne früher gewünscht. Aus Gründen der Klimabilanz, der zu erwartenden geringeren Bauzeit und der Kosten stimme die Fraktion zu.

Franz Fetzer von den Freien Wählern nannte dieselben Argumente, um die Zustimmung zu begründen, sagte aber auch, das Thema fehlendes Personal müsse angegangen werden.

Hamm: schlüssiges Konzept

Roland Hamm (Die Linke) sprach von einem „schlüssigen Konzept“ sowohl in Bezug auf die Kosten wie auf die medizinische Versorgung. Dr. Frank Gläser (AfD) nannte als Grund für seine Enthaltung, dass er die Kosten nicht abschätzen könne. Für Inge Birkhold sind zu viele Fragen offen. Auch werde zu viel „Porzellan zerschlagen“.

Kosten unabhängig überprüfen

Der Ausschuss stimmte ferner dafür, dass die Stadtverwaltung beauftragt wird, eine unabhängige Überprüfung der Kostenangaben für die Kombilösung auf den Weg zu bringen. Und falls die Kosten, die das Gutachterbüro Endera für den Neubau auf der grünen Wiese ermittelt, „große Verwerfungen“ (O-Ton OB Brütting) zutage bringen, dann auch für diese.

Wie's weiter geht

Der Aalener Gesamtgemeinderat positioniert sich zur Kombilösung am 25. Januar. Im Verwaltungsausschuss Kliniken des Kreises wird eine Vorentscheidung in der Standortfrage am 26. Februar erwartet.

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