Gastronomie

Paulaner-Wirtshaus in Schwäbisch Gmünd soll ein Restaurant bleiben

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Das Wirtshaus Paulaner am Marktplatz 11 hat an diesem Dienstag, 27. Februar, das letzte Mal geöffnet. Vorerst zumindest.
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Paulaner-Wirt Arijan Ljajka ist zahlungsunfähig und schließt. Warum der Eigentümer des Hauses Marktplatz 11 dort dennoch auch in Zukunft ein Gasthaus sieht.

Schwäbisch Gmünd. Paulaner-Wirt ArijanLjajka wird sein Wirtshaus am Gmünder Marktplatz 11 an diesem Dienstag, 27. Februar, das letzte Mal öffnen. Weil der 28-Jährige zahlungsunfähig war, hat er im Januar Insolvenz beantragt. Der vorläufige Insolvenzverwalter Sebastian Krapohl von der Stuttgarter Kanzlei GÖRG sah keine Chance, das Lokal mit dem aktuellen Konzept zu sanieren.

Doch „ich denke schon, dass Paulaner dort bleiben wird“, meint Helmut Maile als Eigentümer des Gebäudes, in dem im ersten Stock seit über 70 Jahren Gastronomie ist. Er hatte den Pachtvertrag nicht mit der Brauerei, sondern direkt mit den Wirten geschlossen: ab 2009 mit Oliver Eger, ab 2020 mit Safet Ljajka und später mit dessen Sohn Arijan Ljajka. Die Betreiber machten daraufhin einen Bierliefervertrag mit der Brauerei.

Hauseigentümer: Die Brauerei Paulaner will schließlich Bier verkaufen

Diese Woche werde er sich mit einem Vertreter von Paulaner treffen, um zu besprechen, ob die Brauerei eine Lösung sieht, das Paulaner-Wirtshaus dort zu erhalten. Konkret: Ob sich ein neuer Wirt für dieses Konzept findet. Die Brauerei habe schließlich ein Interesse daran, Bier zu verkaufen.

Nebenan am Marktplatz führt Oliver Eger sein Alpen-Wirtshaus und schräg gegenüber am Marktplatz, im früheren Woha-Kaufhaus, will Dinkelacker im Sommer 2025 ein Wirtshaus mit einem ähnlichen Konzept eröffnen. „Die Konkurrenz macht die Suche nicht einfacher“, sagt Helmut Maile, der es trotzdem probieren will.

Denn die klassische Wirtshaus-Einrichtung sei ja nun mal da. Wie auch die Küche. Falls sich niemand finde, der ein Paulaner-Gasthaus führen will, könne er sich auch vorstellen, die Räume an einen Gastronomen mit einem anderen Konzept zu verpachten. Diese stattdessen zu Büros umzubauen, wäre schon „sehr aufwendig“, meint er.

Wirtschaftsförderer: Bedarf für Gastronomie am Marktplatz in Schwäbisch Gmünd ist da

Das hört Gmünds Wirtschaftsförderer Alexander Groll gerne. Denn die Stadt habe ein Interesse daran, dass es Orte in der Stadt gibt, an denen Menschen sich treffen. Und die Menschen wollen das auch, ist er überzeugt, gerade in Zeiten, in denen sie vieles online erledigen.

„Der Standort ist top für Gastronomie“, sagt der Wirtschaftsförderer über die Räume, zu denen der obere Stock mit Platz für über 100 Gäste gehört wie auch das Bier-Stüble mit Schankanlage im Erdgeschoss und die rund 140 Plätze in der Außengastronomie auf dem Marktplatz.

Der Wirtschaftsförderer ist überzeugt davon, dass sich eine weitere Gaststätte auf dem Marktplatz trägt: „Der Bedarf ist da“, sagt er. Er könne sich dort gut Event- und Systemgastronomie vorstellen, sagt Alexander Groll, der dem Hauseigentümer bei der Suche nach einem neuen Pächter helfen will. Einen Interessenten gebe es allerdings noch nicht.

Wenn Paulaner-Wirt Arijan Ljajka an diesem Dienstag Feierabend macht, schließt er sein Wirtshaus endgültig.

Wirt: Wehmut zum Abschied am letzten Öffnungstag des Paulaner-Wirtshauses in Schwäbisch Gmünd

Während für ihn eine Nachfolge gesucht wird, geht es für Arijan Ljajka aktuell darum, seinen Betrieb so gut wie möglich abzuschließen und sich von seinen Gästen zu verabschieden. „Ich bin schon traurig und wehmütig“, sagt der 28-Jährige. In den vergangenen Jahren habe er schließlich jede freie Minute ins Paulaner-Wirtshaus gesteckt. Jetzt bleibt ihm nur noch, sich bei seinem Team und seinen Stammgästen für deren Treue zu bedanken.

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