VonJulia Müllerschließen
Sridevan Sriskandarajah von der GS Gastronomie und die Betriebsleiterin erzählen, warum sich die Eröffnung verzögert.
Schwäbisch Gmünd. Die Kostbar am Gmünder Marktplatz 25 sollte eigentlich schon längst offen sein. Doch in den Räumen der früheren Mohrenapotheke gehen aktuell immer noch Handwerker statt Gäste aus und ein. „In unseren anderen Läden ist zurzeit so viel los, dass wir uns erstmal darauf konzentrieren, bevor wir unser neues Projekt angehen“, erklärt Sridevan Sriskandarajah von der GS Gastronomie. Mit dieser betreibt er in Schwäbisch Gmünd unter anderem das Forum Gold und Silber, das Bassano und die Villa Hirzel sowie in Aalen die Stadthalle. Nicht nur seine Lokale seien gut besucht, er beliefere auch etliche Weihnachtsfeiern. Allein am vergangenen Freitag gingen über 2000 Essen in Aalen außer Haus, erzählt der Gastronom, der gerade zudem den Pachtvertrag für ein Wirtshaus im früheren Woha-Gebäude am Gmünder Marktplatz 6 prüfen lässt.
Rundgang durch die Baustelle
Die Eröffnung der Kostbar habe er bewusst nach hinten verschoben, erzählt er beim Rundgang durch die Räume. Diese sind mittlerweile entkernt und kaum wieder zu erkennen. Der Nebenraum ist bereits in der Farbe Taupe gestrichen. Er wird Platz für Verkostungen wie Wein-Tastings für rund 20 Personen bieten. Im gut 100 Quadratmeter großen Gastraum entstehen um die 60 Sitzplätze. Dort lehnen die Bodenfliesen in grauer Steinoptik noch an der Wand. Aus Stuckelementen hängen die Kabel für die indirekte Beleuchtung. Auch die neue Lüftung ist bereits eingebaut. Die Küche und die Toiletten hingegen befinden sich noch im Rohbau.
Zwölf Mitarbeiter eingestellt
Daher will sich Sride Sriskandarajah jetzt nicht auf einen fixen Eröffnungstermin festlegen. Es werde wohl Januar oder Februar, die Außengastronomie mit rund 80 Plätzen folge im Frühjahr. Die zwölf neuen Mitarbeiter für das Lokal habe er bereits eingestellt, damit sie in den anderen Betrieben der GS Gastronomie eingelernt werden können. Ahmed El Sayed, besser bekannt als Sam, sollte die Kostbar führen. Doch daraus werde „wegen unterschiedlicher Vorstellungen“ nichts, sagt Sridevan Sriskandarajah, ohne näher darauf eingehen zu wollen.
Petra Häring führt den Betrieb
So wird nun Petra Häring Chefin der Kostbar. Die 48-Jährige hat im November ihr Lokal Lämmerei im Schweizerhof in Böbingen aufgegeben und wickelt den Betrieb bis Ende des Jahres ab. Sie hat sich bewusst entschieden, von der Selbstständigkeit ins Angestelltenverhältnis zu wechseln, um keine 80-Stunden-Wochen mehr zu haben.
Jetzt freue sie sich, wieder nach Schwäbisch Gmünd zu kommen. Dort hat sie ab 2001 den Zunftkeller im Freudental geführt, später das Tagblatt und das Café Spielplatz am Münsterplatz. Daher kennen viele Gmünder die 48-Jährige, die auch von den Stammgästen der Lämmerei gelöchert wird, wo sie künftig Gäste bewirten will. Dass sie in der Branche bleibt, steht für sie fest. „Ich bin und bleibe ein Gastrokind“, betont Petra Häring.
Mit der Kostbar kommen neue Herausforderungen auf sie zu, die sie gerne annehme. So sei sie gespannt, was sie in der Einlernphase alles über Weine erfahren wird. Denn eine erlesene Weinkarte gehöre zum Konzept der Kostbar, in der es Feinkost und mediterrane Gerichte geben wird: von Pasta über Pizza bis hin zu Salaten und Bowls, kündigt Sridevan Sriskandarajah an. Und das von Montag bis Samstag ab 11 Uhr durchgängig bis abends.
Die Gastronomie wird "nicht sterben"
Der Gastronom investiert viel in die Kostbar und er hat vor, noch mehr Geld und Zeit in das neue Wirtshaus am Marktplatz zu stecken, das im Sommer 2025 eröffnen soll, wenn alles beim Umbau gut läuft. Etliche neue Mitarbeiter werde er für das Wirtshaus einstellen – zu den rund 140, die bereits bei der GS Gastronomie arbeiten. Und das in Zeiten wie diesen, in denen Gastronomen mit Personalnot und Bürokratie zu kämpfen haben und spüren, dass die Leute angesichts der Inflation mehr sparen? „Ja“, antwortet er. Viele Leute konsumierten heute bewusster als früher. Daher sei es umso wichtiger, auf Qualität im passenden Ambiente mit gutem Service zu setzen. Während Corona habe man gemerkt, wie sehr sich die Leute danach sehnen, sich zu treffen. Daher sagt Sridevan Sriskandarajah: „Ich bin überzeugt davon, dass die Gastronomie nicht sterben wird.“
Das ist die GS Gastronomie:
Im Dezember 2010 hat Familie Sriskandarajah die GS Gastronomie gegründet und bewirtet mit mittlerweile 140 Mitarbeitern einige Lokale:
seit März 2011: das El Mexicano im Pfeifergäßle in Schwäbisch Gmünd,
ab 2013 bis 2017: den Club Muzique,
seit April 2014: das Forum Gold und Silber am Gmünder Remsstrand,
seit September 2015: den Club Platzhirsch im Becherlehen,
seit Mai 2015: die Villa Hirzel im Gmünder Remspark,
seit Mai 2017: die Bar am Remsstrand,
seit Juli 2017: die Stadiongastronomie des VfR Aalen,
seit September 2018: die Stadthalle Aalen,
seit November 2019: das Bassano am Gmünder Johannisplatz,
ab Oktober 2020 bis Juli 2023: den Kulturbahnhof Aalen,
seit Januar 2022: das Restaurant Namaste im Gmünder City-Center.
