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Der Gerätehersteller Stihl hat im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang verbuchen müssen. Das wirkt sich auf die Erfolgsprämie für die Mitarbeiter aus.
Waiblingen - Der Motorsägen-Weltmarktführer Stihl hat am 23. April im Rahmen der Jahrespressekonferenz die Zahlen für das zurückliegende Geschäftsjahr verkündet. Im Vergleich zum Vorjahr musste das Traditionsunternehmen aus Waiblingen einen Umsatzrückgang um 4,1 Prozent verkraften, wie CEO Michael Traub am Dienstag in Stuttgart erklärte. „Nach besonders wachstumsstarken Jahren während der Coronavirus-Pandemie befindet sich die gesamte Branche nun in einer Phase der Konsolidierung“, führte er als Grund an. Der Umsatzrückgang wirkte sich beim schwäbischen Familienunternehmen im vergangenen Jahr auf die weltweite Mitarbeiterzahl und auf die Erfolgsprämie für die Angestellten aus.
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Dass Stihl im vergangenen Jahr zu kämpfen hatte, war abzusehen. Im November hatte der Gerätebauer Mitarbeiter an zwei Standorten in die Kurzarbeit geschickt. Trotz des Umsatzrückgangs konnte die Akku-Strategie aber erfolgreich weitergeführt werden, sodass 2023 bereits jedes vierte Stihl-Gerät akkubetrieben war. „Stihl befindet sich auf gutem Weg, eine Spitzenposition im Akku-Segment einzunehmen“, sagte Traub. Deshalb zeigt sich das Unternehmen trotz der Rückschläge für das laufende Geschäftsjahr positiv.
Stihl beschäftigte 2023 weniger Mitarbeiter, Belegschaft am Stammsitz wuchs jedoch an
Die einzelnen Regionen, in denen Stihl tätig ist, haben sich im vergangenen Jahr unterschiedlich entwickelt. Einer der Hauptgründe für den Rückgang des Umsatzes ist jedoch ein Problem, mit dem aktuell so ziemlich jede Branche zu kämpfen hat. „Nach drei extrem wachstumsstarken Jahren waren wir 2023 mit einer rückläufigen Nachfrage konfrontiert“, erklärte der Stihl-Chef. In der Pandemie war das Reisen nahezu unmöglich, sodass sich viele Menschen auf die Pflege von Heim und Garten fokussiert hatten, wovon Stihl profitierte. Diese Phase ist inzwischen jedoch vorbei und die anhaltende Inflation sowie negative Kurseffekte drückten noch zusätzlich auf den Umsatz.
| Name | Stihl Holding AG & Co. KG (STIHL) |
|---|---|
| Gründung | 1926 |
| Sitz | Waiblingen-Neustadt, Baden-Württemberg |
| Branche | Maschinenbau |
| Produkte | Motorgeräte für verschiedene Branchen, Hochdruckreiniger |
| Mitarbeiter | 19.085 (Ende 2023) |
| Umsatz | 5,3 Milliarden Euro (2023) |
Der Umsatz des schwäbischen Weltmarktführers sank demnach auf 5,3 Milliarden Euro (5,5 Milliarden im Geschäftsjahr 2022), was laut Stihl-Chef Michael Traub aber noch immer über dem Niveau der Vor-Pandemie-Jahre liegt. Ausgewirkt haben sich die vielfältigen Herausforderungen aber auch auf die weltweite Mitarbeiterzahl, die von 20.552 auf 19.085 im Jahr 2023 sank. Für das Stammhaus der Gruppe gibt es dagegen gute Nachrichten, da die Belegschaft in Waiblingen, Ludwigsburg, Fellbach, Weinsheim und Wiechs am Randen (alle Baden-Württemberg) leicht anstieg, obwohl das Stammhaus ebenfalls einen Umsatzrückgang verbuchen musste.
Stihl-Chef räumt mit Befürchtungen auf – „planen keine Verlagerung in die Schweiz“
Wie beispielsweise bei den Autobauern Mercedes-Benz und Porsche, der den Mitarbeitern für 2023 eine noch höhere Prämie auszahlte, können sich auch die Mitarbeiter von Stihl in Deutschland über eine Erfolgsbeteiligung freuen. Da sich diese aber am Umsatz orientiert, fällt sie ebenfalls geringer aus, als im Vorjahr. Der Stuttgarter Zeitung zufolge liegt die Beteiligung für 2023 bei 50 Prozent des Bruttomonatsgehalts, ein Jahr zuvor zahlte Stihl noch 75 Prozent. Basierend auf den Gehältern beim schwäbischen Traditionsunternehmen würde das bedeuten, dass ein Logistiker etwa 1.762 Euro und ein Schichtführer etwa 2.137 Euro Prämie für 2023 erhalten würde.
Trotz der anhaltenden Herausforderungen bleibt Stihl nach eigenen Angaben optimistisch und erwartet für 2024 ein leichtes Wachstum. Bei der Jahrespressekonferenz räumte Traub mit der viel beachteten Befürchtung auf, das Unternehmen könnte komplett in die Schweiz umsiedeln. „Wir planen keine Verlagerung in die Schweiz“, so Traub. Ausgelöst wurden die Spekulationen dadurch, dass Stihl die Neubaupläne für Ludwigsburg auf Eis gelegt und stattdessen eine Ansiedlung in der Schweiz geprüft hatte. Von einem kompletten Umzug ins Nachbarland war dagegen nie die Rede.
Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa

