Nach vier Jahren Verlust

Autozulieferer Mahle schafft die Trendwende und erzielt Rekordumsatz

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Der Stuttgarter Autozulieferer Mahle hat die Trendwende geschafft und macht wieder Gewinn. Daran lässt der Konzern auch die Mitarbeiter teilhaben.

Stuttgart - Nach einer vierjährigen Verlustphase konnte der Stuttgarter Autozulieferer Mahle im Jahr 2023 endlich wieder Gewinne verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Ebit (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) mehr als verfünffacht und erreichte 304 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Stuttgart bekannt gab. Nach Abzug aller Kosten verblieben davon fast 26 Millionen Euro. Im Jahr 2022 hatte Mahle noch einen Verlust von 332 Millionen Euro zu verzeichnen.

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

Mahle, wie auch andere Autozulieferer, befindet sich derzeit in einer schwierigen Lage: Fast 40 Prozent der Einnahmen und ein Großteil des Gewinns sind von Autos mit Verbrennungsmotoren abhängig, so Arnd Franz, der Geschäftsführer von Mahle. Gleichzeitig muss das Unternehmen erhebliche Investitionen tätigen, um den Übergang zur Elektromobilität zu bewältigen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Nachfrage nach batteriebetriebenen Autos war jedoch deutlich niedriger als erwartet. Die Produktionsstätten waren nicht voll ausgelastet, was Franz als enttäuschend bezeichnete.

Mahle-Chef zeigt sich für 2024 vorsichtig optimistisch - „wichtige Etappe auf unserem Weg“

Der Umsatz des Stiftungsunternehmens, das einer der größten Autozulieferer Baden-Württembergs ist, stieg - wie bereits bekannt - um drei Prozent auf über 12,8 Milliarden Euro. „Unsere Arbeit trägt erste Früchte“, erklärte CEO Franz. Trotz steigender Kosten und anhaltender Unsicherheiten in den Lieferketten sowie einem volatilen Marktumfeld hätten die Maßnahmen zur Verbesserung der Ergebnisse Wirkung gezeigt. Mahle hat inzwischen Felder der E-Mobilität erschlossen und setzt auf das Thermomanagement, will nach eigenen Angaben aber „ein zuverlässiger Lieferant für Verbrennungsmotoren bleiben“.

Mahle-Chef Arnd Franz hat den traditionsreichen Autozulieferer wieder in die Gewinnspur gelenkt.
Name Mahle GmbH
Gründung 1. Dezember 1920
Hauptsitz Stuttgart, Baden-Württemberg
Branche Automobilzulieferer
Produkte Motorenkomponenten, Filtersysteme, Klimatisierung, Elektrifizierungstechnik, Thermomanagement, Kolbentechnik, Ventilsteuerung, Motorsteuerung, Antriebsstrangtechnik, Prüfsysteme
Leitung Arnd Franz (CEO)
Mitarbeiter 72.400 (Ende 2023)
Umsatz 12,8 Milliarden Euro (2023)

Für das laufende Jahr zeigte sich der Manager vorsichtig optimistisch: „2024 markiert eine wichtige Etappe auf unserem Weg zurück zu einem nachhaltig profitablen Unternehmen“, erklärte er. Obwohl Mahle noch einen langen Weg vor sich habe, sei die Richtung die richtige. Eine genaue Prognose für Umsatz und Gewinn gab Franz jedoch nicht ab. Erst letzte Woche hatte der Zulieferer zwei Großaufträge mit einem Gesamtvolumen von fast 1,5 Milliarden Euro bekannt gegeben. Einer davon ist der größte Einzelauftrag in der über einhundertjährigen Firmengeschichte.

Mahle lässt Mitarbeiter mit Erfolgsprämie am Gewinn teilhaben

Das in Stuttgart ansässige Unternehmen ist neben Bosch und der ZF Friedrichshafen nicht nur eines der größten Industrieunternehmen Baden-Württembergs, sondern einer der größten Autozulieferer weltweit. Obwohl Mahle-Chef Arnd Franz bereits verdeutlicht hatte, künftig wohl weniger Mitarbeiter zu beschäftigen, stieg die Zahl der weltweiten Angestellten zuletzt leicht an. Ende 2023 waren weltweit fast 72.400 Menschen für den Zulieferer tätig. Die Belegschaft soll nach Informationen der Stuttgarter Zeitung mit rund 1.000 Euro pro Kopf am lang ersehnten Gewinn von Mahle teilhaben. (jul/dpa)

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa

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