VonKatharina Scholzschließen
Nun sind die Namen aller Kandidierenden bekannt. Wer wieder antritt, wer aufhört und wer die Seiten gewechselt hat.
Aalen. Jetzt steht fest, wer für den Aalener Gemeinderat und die Ortschaftsräte kandidiert. Der Gemeindewahlausschuss hat am Donnerstag getagt und die Wahlvorschläge zugelassen. Folgende Listen werden bei der Kommunalwahl am Sonntag, 9. Juni, auf den Wahlzetteln für den Gemeinderat stehen: CDU, Grüne, SPD, Freie Wähler Aalen, AfD, Die Linke, FDP Plus, Aktive Bürger, Vision Aalen und Herzschrittmacher.
Alte und neue Listen
CDU, Grüne, SPD, Freie Wähler, AfD, Die Linke, FDP Plus und Aktive Bürger sind bereits im aktuellen Gemeinderat vertreten. Vision Aalen und Herzschrittmacher sind das erste Mal als Wahlvorschläge auf den Wahlzetteln zu finden.
Liste Vision Aalen
Der 36-jährige Murat Göl ist Spitzenkandidat in Wasseralfingen und einer der Ansprechpartner für den Wahlvorschlag. Er beschreibt die Liste als „innovativ, dynamisch, jung.“ Das Durchschnittsalter der 29 Kandidatinnen liegt ihm zufolge bei 30 Jahren. Alle seien ehrenamtlich und jeweils in mehreren Vereinen engagiert. Außerdem fällt auf, dass viele Kandidatinnen auf der Liste stehen. „Wir sind ein buntes Team“, sagt Göl. „Vom Ingenieur bis zur Chefsekretärin“ decke die Liste verschiedene Berufe und bilde somit den „Querschnitt der Bevölkerung“ ab, sagt Göl. Die Liste hat Kandidatinnen und Kandidaten für Aalen, Wasseralfingen, Dewangen, Hofen, Unterkochen und Hofherrnweiler-Unterrombach aufgestellt.
Liste Herzschrittmacher
Ebenfalls neu dabei ist die Liste Herzschrittmacher. Sie besteht aus zwei Personen: Peter Baur und seiner Tochter Paula Baur. Beide treten in der Kernstadt für den Gemeinderat an. Herz heiße die Liste, weil sein Herz für Aalen schlage, sagt Peter Baur. „Und ich bin ein Macher.“ Der 54-Jährige ist Inhaber des Café Luther am Alten Kirchplatz und hat sich während der Coronaproteste für die Partei „die Basis“ engagiert, die als politischer Arm der Querdenkerbewegung gilt. Einsetzen will sich Baur für die Sanierung des Alten Kirchplatzes und für mehr Anlaufstellen für Jugendliche. „Eine Eishalle muss wieder her“, sagt er.
Wer nicht mehr antritt
Jürgen Opferkuch (Freie Wähler), Stadtrat und früherer Ortsvorsteher von Fachsenfeld, tritt nicht mehr an. Das hatte er so bereits bekanntgegeben. Ebenso kandidiert Herbert „Joe“ Brenner (CDU), Stadtrat, Ortschaftsrat und früherer Ortsvorsteher von Waldhausen nicht mehr. Das war ebenfalls bereits bekannt. Harald Wörner (SPD), mit dem sich Brenner im Ortschaftsrat oft gestritten hatte, tritt ebenfalls nicht mehr an. Stadtrat Roland Hamm (Die Linke) kandidiert nicht mehr. Inge Birkhold (Zählgemeinschaft Birkhold/Traub) will eine „kreative Pause“ machen und dieses Jahr nicht antreten. Stadtrat und Ebnater Ortsvorsteher Manfred Traub steht auf keinem der Wahlvorschläge. Er kandidiert also weder für den Gemeinderat noch für den Ortschaftsrat. Stadtrat Thomas Rühl (fraktionslos) tritt außerdem nicht mehr an.
Wer die Seiten gewechselt hat
Senta D'Onofrio war einst die SPD-Fraktionsvorsitzende. Nach der Beigeordnetenwahl 2015 ist sie zurückgetreten. Nun steht sie auf der Liste der Freien Wähler. Dort kandidiert sie für den Wahlbezirk Wasseralfingen für den Gemeinderat. Manuel Reiger, bis vor kurzem noch FDP-Mitglied und immer noch Stadtrat bei der FDP Plus, kandidiert ebenfalls für die Freien Wähler. Er will für den Wahlbezirk Aalen wieder Stadtrat werden.
Kandidierende aus dem Jugendgemeinderat
Aus dem Jugendgemeinderat treten mehrere Mitglieder an. „Die Kandidierenden aus unserem Jugendgemeinderat bringen frischen Wind, neue Ideen und junges Blut in den ‚echten‘ Gemeinderat“, sagt die Co-Sprecherin des Jugendgemeinderats Sara Weiler. Co-Sprecher Kevin Erath führt aus: „Es ist ermutigend zu sehen, dass so viele junge Menschen den Schritt wagen, sich auch über den Jugendgemeinderat hinaus kommunalpolitisch zu engagieren.“ Für den Aalener Gemeinderat kandidieren Ilayda Dede (Vision Aalen), Kerem Uzun (Vision Aalen), Kevin Erath (SPD) und Luis Miguel Prochaska Moya (SPD) sowie Maximilian Werner (CDU), Nico Mößner (FW) und Sevde Gül Yilmaz (Vision Aalen). Für die Ortschaftsräte kandidieren André Auer (Dewangen) von der CDU, Kevin Erath (Unterrombach-Hofherrnweiler) und Luis Miguel Prochaska Moya (Ebnat) von der SPD sowie für die Freien Wähler Nico Mößner (Waldhausen), Niklas Benkelmann (Fachsenfeld) und Tom Bolsinger (Unterrombach-Hofherrnweiler).
Liste mit Promifaktor
Sehr viele der Kandidierenden sind in Aalen und den Teilorten bekannt. Viele auch deswegen, weil sie sich schon lange in der Kommunalpolitik engagieren. Aber eine Liste mit besonderem Promifaktor hat Norbert Rehm zusammenstellen können. Bei den Aktiven Bürgern kandidieren unter anderem Architekt Cemal Isin, Sportallianzvorsitzender Dietmar King und bekannte Aalener Gastronomen wie Christian Hellriegel von der Bierhalle und Marino Gaetano vom Le Palme.
Neuer Ortschaftsrat
Aalen hatte bisher sieben Teilorte: Wasseralfingen, Unterkochen, Dewangen, Fachsenfeld, Hofen, Waldhausen und Ebnat. Nun kommt noch ein achter hinzu. Das erste Mal wählen die Menschen in Hofherrnweiler-Unterrombach einen eignen Ortschaftsrat. Dafür hat der Gemeindewahlausschuss folgende Listen zugelassen: Grüne, IG Pro Weststadt, CDU, Freie Wähler Unterrombach-Hofherrnweiler, AfD und SPD.
Die Jüngste und der Älteste
Ela Demirtas (Jahrgang 2008) kandidiert für die Freien Wähler für den Ortschaftsrat Wasseralfingen. Sie ist die jüngste Kandidatin in Aalen und den Teilorten. Der Älteste ist Dr. Frank Gläser (Jahrgang 1941). Er ist der AfD-Fraktionsvorsitzende im aktuellen Gemeinderat und kandidiert wieder für den Gemeinderat im Wahlbezirk Aalen.
Reihenfolge der Auszählung
Der Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses, Ralf Abele, gab die Reihenfolge der Auszählung bekannt. Noch am Wahlsonntag, 9. Juni, wird nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr die Europawahl ausgezählt. Am Montag, 10. Juni erfolgt die Auszählung der Gemeinderatswahl, am Dienstag, 11. Juni die Auszählung der Kreistagswahl und anschließend der Ortschaftsratswahl der Ortschaften Dewangen, Ebnat, Fachsenfeld, Hofen, Unterkochen, Unterrombach-Hofherrnweiler, Waldhausen und Wasseralfingen, jeweils im Rathaus Aalen.
Alle Listen zum Nachlesen
Die Wahlvorschläge wurden auf der städtischen Homepage unter Bekanntmachungen veröffentlicht. Dort sind alle Namen nachzulesen.
