Trotz Umstrukturierung

Chemiekonzern bekennt sich zu Standort in Baden-Württemberg und sichert Arbeitsplätze

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Mit einer Neuanschaffung bekennt sich Chemiekonzern Evonik zu seinem Standort in Baden-Württemberg. Ist ein Stellenabbau durch Umstrukturierung damit vom Tisch?

Rheinfelden - Im Oktober 2023 hatte der Chemiekonzern Evonik eine Umstrukturierung angekündigt, die weltweit tausende Mitarbeiter und auch das Werk im badischen Rheinfelden im Südwesten Baden-Württembergs betreffen sollte. In Rheinfelden beschäftigt der – nach der BASF – zweitgrößte deutsche Chemiekonzern rund 1.200 Mitarbeiter, was Evonik zu einem der größten Arbeitgeber am Hochrhein macht. Obwohl das Unternehmen im Oktober noch betont hatte, dass am Standort kein Stellenabbau-Programm geplant sei, lösten Ankündigungen von einer „Verschlankung“ gewisse Sorgen aus.

Wie Evonik am 27. Juni aber in einer Pressemitteilung schreibt, wurde am Standort Rheinfelden eine neue Anlage für Aerosil Easy-to-Disperse Kieselsäuren in Betrieb genommen, was der Konzern als Bekenntnis zum Werk an der Grenze zur Schweiz ansieht. Zudem soll die Investition langfristig Arbeitsplätze sichern. Ist die Befürchtung eines Stellenabbaus durch die angekündigte Umstrukturierung damit endgültig vom Tisch?

Evonik sichert mit neuer Anlage Arbeitsplätze am Standort Rheinfelden

Die deutsche Chemiebranche hat aktuell mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat beispielsweise jüngst weitere Sparmaßnahmen angekündigt und die Bayer AG will massiv Stellen abbauen. Evonik hatte im Oktober einen großen Umbauprozess gestartet, bei dem unter anderem drei europäische Standorte aus dem Konzern ausgegliedert werden sollen, wovon rund 4.000 Mitarbeiter betroffen sind. In Rheinfelden soll dagegen der Bereich für Technologie und Infrastruktur (TI) in standortübergreifende Technologieaktivitäten und eine standortbezogene Infrastruktur aufgeteilt werden, hatte eine Konzernsprecherin der Badischen Zeitung erklärt.

Name Evonik-Werk Rheinfelden
Standort Rheinfelden, Baden-Württemberg
Größe 40 Hektar (entspricht etwa 68 Fußballfelder)
Mitarbeiteranzahl 1.200
Standort-Gliederung Zweigeteilt: Werksteil Nord und Werksteil Süd
Produkte Bleich- und Oxidationsmittel, Rohstoffe für Wasch- und Reinigungsmittel

Mit der Inbetriebnahme der Anlage nach einer zweijährigen Bauzeit investiert der Essener Chemiegigant aber gezielt in seinen Standort in Baden-Württemberg. „Mit der nun in Betrieb genommenen E2D-Anlage unterstreichen wir unser langfristiges Bekenntnis zum Standort Rheinfelden, an dem wir bereits seit Jahrzehnten erfolgreich pyrogene Kieselsäuren produzieren“, erklärt Stefan Fiedler, Leiter der Betriebsgruppe Aerosil in Rheinfelden. „So sichern wir nicht nur die Qualität und globale Verfügbarkeit der Produkte, sondern auch Arbeitsplätze am Standort.“

Chemiekonzern Evonik bekennt sich zum Standort Rheinfelden und sichert Arbeitsplätze.

Anlage für Evonik-Standort in Baden-Württemberg hat Investitionsvolumen im Millionenbereich

Laut der Pressemitteilung hat die Anlage in Rheinfelden ein Investitionsvolumen im einstelligen Millionenbereich und ist Teil der Investitionen von Evonik im Bereich Farb- und Lackadditive, mit Schwerpunkt auf die Entwicklung von umweltschonenden und nachhaltigen Produkten. Demnach rüstet der Essener Konzern den Standort in Baden-Württemberg für die Zukunft und betriebsbedingte Kündigungen sind aufgrund einer Vereinbarung ohnehin bis 2032 ausgeschlossen. Evonik hatte aber bereits im Juli 2023 angekündigt, bestimmte Stellen nicht nachbesetzen zu wollen.

Neben der Chemiebranche hat auch die Pharmaindustrie derzeit zu kämpfen. Pharmakonzern Novartis hat vor wenigen Wochen angeküngt, an seinem Stammsitz nahe Baden-Württemberg rund 400 Stellen streichen zu müssen.

Rubriklistenbild: © Evonik Industries AG

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