Maßnahme bleibt

Maschinenbauer verlängert Kurzarbeit für rund 1.000 Mitarbeiter in Baden-Württemberg deutlich

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Rund 1.000 Mitarbeiter sind seit Januar am Liebherr-Standort Biberach in Kurzarbeit. Die Fortsetzung dieser Maßnahme wurde kürzlich beschlossen.

Biberach an der Riß - Wegen einer niedrigen Auftragslage haben im bisherigen Jahr 2024 bereits einige Unternehmen in Baden-Württemberg für Teile der Belegschaft Kurzarbeit angemeldet. Beim Autozulieferer ZF Friedrichshafen sind rund 1.500 Mitarbeiter am Hauptsitz über die Sommermonate in Kurzarbeit und der Baumaschinenhersteller Liebherr hatte bereits im Januar Kurzarbeit für 1.000 Mitarbeiter am Standort in Biberach an der Riß beantragt. Wie eine Unternehmenssprecherin im Februar auf BW24-Anfrage mitteilte, wurde die Maßnahme ursprünglich bis Ende September beantragt.

Während der baden-württembergische Elektrogerätehersteller ebm-Papst die Kurzarbeit am Standort Landshut bereits Ende Juli aufgrund der Urlaubszeit beendet hat – wie ein Sprecher auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte – wird die Maßnahme für die 1.000 Mitarbeiter der Liebherr-Werk Biberach GmbH nochmals langfristig verlängert. Das Liebherr-Werk in Biberach an der Riß entwickelt und produziert Turmdreh- und Mobilbaukräne und ist dadurch von der noch immer angespannten Lage der Baubranche betroffen.

Am Liebherr-Werk in Biberach an der Riß sind rund 1.000 Mitarbeiter seit Januar in Kurzarbeit. Die Maßnahme wurde nun verlängert.

Liebherr-Werk Biberach verlängert Kurzarbeit für rund 1.000 Mitarbeiter über September hinaus

Der Liebherr-Konzern wurde ursprünglich im baden-württembergischen Kirchdorf an der Illner (Kreis Biberach) gegründet, hat seinen Sitz inzwischen aber in der Schweiz. Dennoch betreibt der größte Baumaschinenhersteller der Welt noch immer mehrere Standorte im Bundesland, darunter ein Haushaltsgerätewerk in Ochsenhausen (ebenfalls Kreis Biberach) und das Turmdreh- und Mobilbaukräne-Werk in der Kreisstadt Biberach an der Riß. Von den 1.680 Mitarbeitern, die dort beschäftigt sind, befinden sich 1.000 bereits seit Januar in Kurzarbeit. „Der Umfang der Kurzarbeit variiert in beiden Werken je nach Auslastungsgrad der verschiedenen Produkt- und Fachbereiche“, hatte der Konzern zu Jahresbeginn mitgeteilt.

Name Liebherr-Werk Biberach GmbH
Gründung 1954
Sitz Biberach an der Riß, Baden-Württemberg
Dachgesellschaft Liebherr-International S.A.
Branche Turmdrehkräne
Mitarbeiter 1.680
Werksfläche 200.000 Quadratmeter

Ausgelastet zu sein, scheint das wichtige Produktionswerk von Liebherr in Baden-Württemberg auch Ende August nicht. Wie BW24 auf erneute Nachfrage von Konzernsprecherin Katharina Sic erfuhr, wurde die ursprünglich bis zum 30. September angedachte Maßnahme kürzlich deutlich erweitert. „Bei der Liebherr-Werk Biberach GmbH bleibt die Kurzarbeit für die rund 1.000 Mitarbeitenden weiterhin bestehen und wurde kürzlich bis einschließlich Januar 2025 verlängert“, erklärte sie. Demnach ist die Kurzarbeit beim Turmdrehkranhersteller für die betroffenen Mitarbeiter ein volles Jahr lang angedacht.

Am Liebherr-Werk Biberach wurde die Kurzarbeit für rund 1.000 Mitarbeiter bis einschließlich Januar 2025 verlängert.

Verlängerung der Kurzarbeit in Biberach zeugt von weiterhin angespannter Auftragslage

Die Maßnahme der Kurzarbeit ist ein Instrument für Arbeitgeber, um auf eine niedrige Auftragslage reagieren zu können, ohne schlimmere Maßnahmen wie etwa einen Stellenabbau anwenden zu müssen. In den meisten Fällen wird die Kurzarbeit für drei Monate angemeldet und die Lage beständig neu bewertet. Dass die Liebherr-Werke Biberach die Maßnahme gleich um weitere vier Monate verlängert haben, zeigt, wie stark einer der größten Hersteller von Turmdrehkränen weltweit noch immer mit der Bauflaute und den hohen Kosten für Rohstoffe und Materialien zu kämpfen hat.

BW24 hatte auch über eine andere Liebherr-Gesellschaft berichtet, die im Juli für rund 350 Mitarbeiter in Bulle (Schweiz) Kurzarbeit angemeldet hatte.

Rubriklistenbild: © Liebherr-Werk Biberach GmbH

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