Klinikdebatte

Zufahrt zum Ostalb-Klinikum: Stadt Aalen stellt mögliche Varianten vor

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Mehrere Varianten sollen die Zufahrt ans Klinikum ermöglichen. Wie die B 29 angebunden werden soll und was ökologisch geplant ist.

Mehrere Varianten sollen die Zufahrt ans Klinikum ermöglichen. Wie die B 29 angebunden werden soll und was ökologisch geplant ist.

Aalen. Die Stadt Aalen hat zur Zukunft der Klinikstruktur im Ostalbkreis eine erweiterte Kombi-Lösung für einen Regionalversorger am gegenwärtigen Standort des Ostalb-Klinikums eingebracht. Diese stellt die Stadtverwaltung nun in einer Pressemitteilung vor. Nach wie vor stehen mehrere Möglichkeiten im Raum, wie es mit den Kliniken im Landkreis weitergehen soll. Neben einer Variante, die einen Neubau bei Essingen vorsieht, hat sich auch die Rosensteingemeinde Mögglingen um den Klinikstandort beworben.

Eine schnelle und direkte Zufahrt über die B 29 war bereits Teil des Konzepts. Nun hat Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle gemeinsam mit Stefan Pommerenke vom Amt für Tiefbau und Mobilität und Stefan Overmann für das Amt für Grünflächen und Klimaschutz die Idee einer Anbindung des Klinikstandorts im Kälblesrain an die B 29 konkretisiert. "Wir haben uns seit mehreren Monaten überlegt, wie eine Anbindung funktionieren könnte. Denn für die Kombilösung braucht man diese Trasse", so Steidle. Vorgeschlagen wird ein Trassenverlauf, der von der B 29 Richtung Ostalbklinikum auf einer Länge von knapp einem Kilometer überwiegend durch den Wald führt.

So könnte es aussehen, das neue Ostalbklinikum - die Kombilösung, die die Stadt Aalen und das Büro Isin als medizinischen Regionalversorger für den Ostalbkreis vorschlagen.

Ersatzaufforstung als Ausgleich geplant

"Das Ökologie-Thema und den Flächenverbrauch nehmen wir an dieser Stelle sehr ernst", betont Steidle, weshalb man für die weitere Diskussion zunächst ein ökologisches Gutachten in Auftrag gegeben habe. Das beauftragte Fachbüro "Weiß und Weiß" (Kircheim/Ries) sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die geplanten Ausgleichsmaßnahmen für eine ausreichende ökologische Kompensation sorgen werde. Zumal im Bereich der möglichen Trassenführung "mit dem Vorkommen von seltenen und stark gefährdeten Arten" nicht zu rechnen sei. "Sonst wäre die Trassendiskussion rasch beendet gewesen", erläutert Steidle den Standpunkt der Stadt. Zudem strebe man an, die gesetzlich vorgeschriebene Ausgleichsfläche für eine Ersatzaufforstung zu verdoppeln. Die betroffenen Waldflächen seien bisher in erster Linie als Nutzwald zu sehen, führt Stefan Overmann für das Grünflächenamt weiter aus und verweist auch auf die Vorbelastungen aufgrund der B 29. Aktuell rechnet die Stadt mit rund einem Hektar Flächenbedarf.

Korridor für Trassenfindung vorgestellt - keine Detailplan.

Bei ihren Überlegungen zum Klinikstandort habe man sich auf die im Flächennutzungsplan aus dem Jahr 1983 bereits vorgesehene Trassenverbindung zwischen Hammerstadt und dem Kreisberufsschulzentrum gestützt. "Der Gemeinderat hat damals diese Lösung mehrheitlich beschlossen", erinnert Steidle. Und im aktuell wirksamen sei die Hammerstadt-Anbindung an die B 29 als Umgehungsstraße und Entlastung für die Wellandstraße in Unterrombach drin gewesen.

Intern habe man die aktuelle Trassendiskussion nur im Hinblick auf den möglichen Klinik-Standort wieder auf den Schirm genommen. Die nun vorgestellten zwei möglichen Trassenverläufe verbinden den Klinikstandort und das Kreisberufsschulzentrum mit der B 29 und gehen dann weiter in Richtung Westen, zum Anschluss Hammerstadt. "Das ist noch keine fertige Straßenplanung, aber innerhalb eines Korridors haben wir zwei mögliche Trassenverläufe untersucht", erläutert Steidle.

Wie es im Ostalbkreis künftig mit den Kliniken weitergehen soll, ist unklar.

Zwei Trassenverläufe untersucht - Durchbindung bis Hammerstadt mitgedacht

Die südliche Trassenvariante startet direkt am Parkhaus des Klinikums und geht dann auf kürzester Distanz durch den Wald bis zum Knotenpunkt an der B 29, dann weiter in Richtung Westen und mündet dann bei Hammerstadt in die Kreisstraße 3326 Richtung Welland.Um die Eingriffe in den Forst zu minimieren, sind zwei Grünbrücken im Straßenverlauf angedacht. "Die Straße wird überdeckelt und ein Baumbewuchs ist prinzipiell möglich", erläutert Stefan Pommerenke vom Amt für Tiefbau und Mobilität der Stadt. Auch die Topografie im Bereich der Trassenführung sei "unaufgeregt".Zudem verläuft diese Variante nur über Flächen, die im städtischen oder Besitz des Landes sind, sodass keine langwierigen Grunderwerbsverhandlungen erforderlich seien, so Stefan Overmann.

Mobilitätsverbesserung nicht nur für das Klinikum

Die mögliche Trasse würde auch der ÖPNV-Verbesserung dienen, erläutert Steidle. Aktuell führt die Buslinie 31 vom ZOB über das Kreisberufsschulzentrum zum Ostalbklinikum. Die neue Verbindung zur B2 9 würde weitere Buslinien vor allem aus westlicher Richtung möglich machen und dazu beitragen bestehende Verbindungen zu optimieren.

Von der neuen Trasse profitiere neben dem Klinikum auch das Kreisberufsschulzentrum und die Durchbindung nach Hammerstadt würde eine Entlastung für die Wellandstraße und die Bottichkreuzung in Unterrombach bedeuten, wirbt Steidle für die schnelle Anbindung.

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