Die Alte Akademie soll bald neue Besitzer haben. Ein Konsortium unter Führung der Hammer AG handelt gerade die Kaufverträge aus.
München – Die Alte Akademie ist die bekannteste Benko-Ruine in München und ein Ärgernis für viele Bürger. Doch jetzt scheint etwas voranzugehen auf dem Filetstück in der Fußgängerzone. Die Alte Akademie soll verkauft sein. Wie unsere Redaktion aus Rathaus-Kreisen erfahren hat, wird ein Konsortium unter Führung der Hammer AG aus München, die sich unter anderem bereits bei der Rettung der Schrannenhalle verdient gemacht, das Prestige-Objekt übernehmen. Chef des Unternehmens ist der Münchner CSU-Stadtrat Hans Hammer, der sich auf Anfrage nicht äußern wollte: „Wir kommentieren keine laufenden Verfahren.“ Ein weiterer Partner des Konsortiums soll ein Münchner Investor sein, dem Vernehmen nach die Heinz Hermann Thiele Familienstiftung.
Alte Akademie in München: Kaufverträge sollen bis Ende des Jahres unterschrieben sein
Wie unsere Redaktion nun weiter erfuhr, verhandelt die Hammer AG nun exklusiv mit den beteiligten Banken, dem Freistaat und dem Insolvenzverwalter – die Kaufverträge werden ausgearbeitet. Bis Ende des Jahres soll alles in trockenen Tüchern sein. Alle Akteure wollen offenbar die Bauarbeiten möglichst schnell wieder aufnehmen.
Zwischenzeitlich gab es zwar wohl Überlegungen, den Kauf der Alten Akademie erneut auszuschreiben. Die Preisvorstellungen gingen wohl doch recht weit auseinander. Spekuliert worden war über einen Kaufpreis von 180 Millionen Euro. Der neuerliche Prozess hatte zuletzt aber auch die Gläubiger-Banken abgeschreckt. Denn: Es ist unklar, wie lange das alles dauern würde und in welche Höhe die Kosten durch so eine Verzögerung steigen würden. Allein der Unterhalt der Baustelle verschlingt nämlich Unsummen – auch in Phasen, in denen gar nichts geschieht.
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Alte Akademie in München: Branchen-Insider kalkulieren mit Kosten von insgesamt 400 Millionen Euro
Branchen-Insider rechnen damit, dass das Projekt inklusive Kauf und Umbau über 400 Millionen Euro kosten wird. Wie hoch die Summe im Detail ist, war nicht zu erfahren. Auch nicht, was genau künftig mit der Alten Akademie passiert.
Die Alte Akademie war bis 2013 im Besitz des Freistaats – unter anderem waren hier in der Fußgängerzone an der Kaufingerstraße das Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung sowie die Landesbodenkreditanstalt untergebracht. 2012 verließ das Kaufhaus Hettlage als letzter Nutzer den Gebäudekomplex. Der damalige Finanzminister Markus Söder (CSU) vergab 2013 das Ensemble mit einer Grundstücksfläche von rund 30 000 Quadratmetern für rund 240 Millionen Euro auf 65 Jahre in Erbpacht an die Signa-Gruppe aus Österreich – das Firmengeflecht des Immobilien-Tycoons René Benko.
Alte Akademie in München: Bauarbeiten hatten im November 2020 begonnen, Baustopp dann 2023
Die Signa-Pläne für das historische Gebäude sahen eine Mischnutzung aus Einzelhandel, Gastronomie, Büros und Wohnungen vor. Die Bauarbeiten hatten im November 2020 begonnen und sollten 2023 abgeschlossen werden. Doch daraus wurde nichts. Die Signa meldete Insolvenz an – es kam zum Baustopp. Von der Pleite war nicht nur die Alte Akademie betroffen, unter anderem gehört auch der ehemalige Kaufhof am Hauptbahnhof zur Insolvenzmasse.
Benko selbst meldete 2024 Privatinsolvenz an. Gegen ihn ermitteln Strafrechtsbehörden in Österreich, Deutschland, Liechtenstein und Italien – unter anderem wegen des Verdachts des schweren Betrugs. Benko wurde im Januar festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft. Im Juli 2025 wurde er in Österreich angeklagt.