VonSascha Karowskischließen
Im Neubaugebiet Freiham könnten künftig EU-Grenzwerte für Luftschadstoffe überschritten werden, sagt der Bund Naturschutz. Er fordert die Stadt zum Handeln auf.
München – Der Bund Naturschutz (BN) schlägt Alarm. Die Umweltschützer befürchten, dass an der Autobahn A99 schon bald die ab 2030 geltenden Grenzwerte für Luftschadstoffe überschritten werden. Darauf deuteten bereits jetzt entsprechende Prognosen hin. Daher müsse die Stadt handeln, andernfalls drohten Beschränkungen wie auf der Landshuter Allee. Dort hatte die Stadt auf einem rund 2,5 Kilometer langen Abschnitt des Mittleren Rings eine Tempo 30-Zone eingerichtet, um die EU-Grenzwerte für Stickstoffdioxid einzuhalten.
Schlechte Luft an der Autobahn A99: Bund Naturschutz verlangt Luftreinhalteplan von der Stadt
Laut Bund Naturschutz laufe derzeit die Bauleitplanung zum 2. Realisierungsabschnitt von Freiham Nord. Neben neuem Verkehr im Quartier, insbesondere am neuen Autobahnzubringer und der Aubinger Allee, dürfte den Umweltschützern zufolge auch die Nähe zur A99, die nun weiter ausgebaut werden soll, ein Grund für die gesundheitsgefährdende Belastung durch Stickstoffdioxid sein.
Freiham benötige bereits jetzt einen Luftreinhalteplan, andernfalls würde die Stadt die Gesundheitsgefährdung der Menschen vor Ort einfach in Kauf nehmen. Den Betroffenen bliebe künftig nur der Klageweg, um die Grenzwerte einzufordern. Auch die Tempo 30-Zone auf der Landshuter Allee hatte ein juristisches Vorspiel, unter anderem hatte die Deutsche Umwelthilfe Maßnahmen eingeklagt, um die Luftwerte zu senken.
Schlechte Luft an der A99 in München: „Bekommen wir Tempo 30 auch auf einer Autobahn?“
Die zulässigen Grenzwerte liegen aktuell bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Ab 2030 sollen nur noch 20 Mikrogramm zulässig sein. „Bekommen wir dann Tempo 30 zur Luftreinhaltung auch auf einer Autobahn?“, fragt der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe München, Christian Hierneis. „Mit Blick auf den Mittleren Ring kann wirklich niemand behaupten, die Konsequenzen einer Missachtung von EU-Luftreinhalte-Grenzwerten seien nicht bekannt gewesen.“ Es sei nicht zielführend, sehenden Auges Wohnungen dort zu bauen, wo die Luft zu dreckig ist. „Die Menschen sind es leid, gesundheitlichen Risiken durch zu viel Luftschadstoffe ausgesetzt zu sein. Klagen sind deshalb absehbar.“
