VonSascha Karowskischließen
Die Hackerbrücke wird saniert. Das hat der Stadtrat entschieden. Die Brücke wäre ab 2027 für Autos drei Jahre gesperrt. Ob die zurückkommen, ist offen.
München - Die Hackerbrücke in München muss dringend saniert werden. Darüber hatte unsere Redaktion bereits berichtet. Der Stadtrat hat am Dienstag nun sein Einverständnis gegeben. Zudem soll die Verwaltung prüfen, ob die Brücke künftig ohne Autos auskommen kann.
Hackerbrücke in München: Sanierung ist notwendig, weil Rost die Stahlkonstruktion befallen hat
Die Generalinstandsetzung wird vom Baureferat als „einzig technisch und wirtschaftlich vertretbare Lösung“ angesehen. „Nur mit dieser Maßnahme wird weiterhin eine volle Belastbarkeit des Bauwerks gewährleistet“, heißt es in der Beschlussvorlage. Grund: Unter anderem hat sich an dem Stahlkonstrukt Rost gebildet, die Brücke ist auf lange Sicht nicht mehr sicher. Gebaut werden soll zwischen 2027 und 2029, was das Ganze kosten soll, ist noch unklar.
Geplant ist, erst die eine und dann die andere Brückenhälfte zu sanieren. Wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, kann jeweils die andere Hälfte zum Queren benutzen. Autos dürfen während der Sanierungszeit die Hackerbrücke nicht passieren – außer, es handelt sich um Einsatzfahrzeuge wie Krankenwagen oder Feuerwehr. Die Hackerbrücke wird baulich auf Stand gebracht – der Denkmalschutz aber natürlich beachtet.
Hackerbrücke in München: Stadtrat stimmt für Sanierung und lässt Autofreiheit prüfen
Die Maße der Brücke bleiben erhalten, also an Ost- und Westseite mit einem Gehweg und zwei Fahrspuren auf der Innenseite. Ob letztere aber weiterhin von Privatautos genutzt werden können, oder dort nur Radelnde, Bus, Taxis und Einsatzkräfte queren können sollen, will der Stadtrat zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Während der Bauzeit wird der Autoverkehr bis auf wenige Ausnahmen die Hackerbrücke nicht queren können. Die Verwaltung wird indes untersuchen, wie sich der Verkehr in dieser Zeit entwickelt. Der Stadtrat wird auf dieser Grundlage entscheiden, wer in Zukunft über die Brücke fahren darf.
„Wir haben während der Arbeiten die Chance, zu prüfen, ob es die Hackerbrücke für den privaten Autoverkehr überhaupt braucht – oder es mit Donnersbergerbrücke und Paul-Heyse-Unterführung ohnehin ausreichende Alternativen gibt“, sagt Grünen-Vize Sibylle Stöhr. „Eine Hackerbrücke mit deutlich weniger Autoverkehr und mehr Platz zum Flanieren und Radeln halte ich für eine sehr charmante Idee für die Menschen in den umliegenden Vierteln.“
(Unser München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Isar-Metropole. Melden Sie sich hier an.)
Mögliche Autofreiheit auf der Hackerbrücke: FDP schimpft über Grüne Klientelpolitik
Anders sieht das die FDP, deren Stadtrat Fritz Roth wettert: „Das ist fernab jeglicher Realität und zeigt einmal mehr, dass es den Grünen bei jeder Maßnahme, die sie mittragen, zusätzlich darum geht, wie sie bei ihrer Klientel noch Profit schlagen können.“
