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Parkplätze am Tölzer Taubenloch sollen weg - Das „Pro“ und „Kontra“ des Tölzer Kurier

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Die Parkplätze am Tölzer Taubenloch kommen wohl weg.

Die Parkplätze am Tölzer Taubenloch kommen wohl weg. Das stößt auf Kritik. Kurier-Redakteure Christoph Schnitzer und Andreas Steppan veröffentlichen ein „Pro“ und „Kontra“ dazu.

Worum geht es überhaupt? Falls Sie es noch nicht gemacht haben: Lesen Sie den ganzen Text zur Debatte vor den Kommentaren der Redakteure erst einmal hier. „Schön ist der Platz derzeit nicht“ - Parkplätze am Tölzer Taubenloch sollen weg. Dort kommen sie per Link auch wieder zurück zu diesen Meinungsbeiträgen der Kurier-Redakteure.

Pro: Versteckter Park - „Das hat doch was“ von Christoph Schnitzer

Redakteur Christoph Schnitzer spricht sich für die Parkplätze aus.

Das Argument hat auf den ersten Blick schon was für sich: Das Taubenloch wird endlich durch die geplanten Isarstufen aufgewertet und der Park hergerichtet. Und dieser Blick auf diese schöne kleine Parkanlage sollte nicht durch hässliche Autos verstellt werden.

Als Fast-immer-Radlfahrer bin ich dennoch eher für ein Beibehalten der neun Stellplätze, die übrigens auch reine Kurzzeitparker sein dürften. So nahe an der Innenstadt sind sie wichtig. Es geht um Kurzeinkäufe, das schnelle Anliefern und Abholen, die rasche Erledigung. Tölz legt Wert darauf, auch eine Handelsstadt zu sein. Wenn das so bleiben soll, braucht es solche kleinen Parkflächen. Ob für Radlboxen an der Stelle nicht auch noch Platz wäre, wäre zu überpüfen.

Das Parken ist an der Stelle im Übrigen ganz elegant gelöst. Das Grün der Bäume und Büsche hinter den Stellplätzen schluckt die Autos förmlich und wirkt als optische Mauer zum Park hin. Dass der Park abgeschlossen wirkt, muss auch kein Nachteil sein, wie argumentiert wird. „Ist doch schön“, hat mir eine Tölzerin gesagt, wenn das Taubenloch ein bissl versteckt ist. „Das hat was.“

Mich treibt auch ein bisschen die Sorge um, dass bei den ganzen Öffnungs- und Umgestaltungsplänen erst einmal viel Grün geopfert wird, das dann wieder erst neu gepflanzt werden muss.

Kommt hinzu, dass der Blick gar nicht autofrei wird, wenn der Eingangsbereich wie geplant umgestaltet wird und die Stellplätze verschwinden. Das ist nur in der Theorie so. In der Praxis läuft dann nämlich nach wie vor der ganze Verkehr der Nockhergasse, dem „Mittleren Ring“ der Stadt, auf der der Lärm der Motorradfahrer im Zweifelsfall das größere Problem darstellt als die Optik.

Christoph Schnitzer

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Kontra: Idyll vor Blechkulisse - von Andreas Steppan

Redakteur Andreas Steppan ist gegen die Blechkulisse vor dem Taubenloch.

Mit dem Taubenloch hat Bad Tölz ein kleines Juwel. Der Mini-Park mitten im Stadtzentrum und direkt am Isarufer ist jetzt schon eine Ruheoase.

Doch es ist auf alle Fälle noch Luft nach oben. Insgesamt macht die Grünanlage einen etwas vernachlässigten Eindruck. Zu diesem Gesamtbild trägt auch bei, dass der Blick ins Taubenloch ständig durch eine Reihe von Autos versperrt ist: Parkplatz- statt Park-Ambiente.

Wenn die Stadt jetzt sinnvollerweise Geld und Fördermittel in die Hand nimmt, um das Taubenloch aufzuwerten, wäre es widersinnig, einen der größten Schönheitsfehler beizubehalten. Was nutzen die schönsten Stufen am Isarufer, wenn man letztlich wieder vor derselben Blechkulisse sitzt?

Der Aufschrei der Autofahrer ist natürlich groß. Zentrumsnahe Parkplätze fallen weg. Ja. Ganze neun Stück – die aufgrund der wenig ökonomischen Parkweise vieler Fahrer nur im Ausnahmefall ausgeschöpft werden und die noch dazu ein erhebliches Unfallrisiko beim Rückwärts-Ausparken mit sich bringen. Und Alternativen sind ja vorhanden: Vom Kolbergarten ist es auch nicht weit in die Marktstraße. Das Parkhaus ist – außer in den vergangenen Wochen, in denen es eine Zumutung war – komfortabel und nur einen kurzen Spaziergang entfernt. Die meisten Parkplätze in der Innenstadt sind übrigens weggefallen, als die Marktstraße zur Fußgängerzone wurde – eine Entscheidung, die heute wohl keiner rückgängig machen will. Der Weg heute führt nämlich in die gegenteilige Richtung: Den öffentlichen Raum einseitig nach den Bedürfnissen von Autofahrern auszurichten, ist in Zeiten, in denen autofreie Innenstädte geplant werden, nicht zukunftsweisend.

Andreas Steppan

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