Landrat und Bürgermeister

Krisengespräch mit Innenminister: Hagel-Gemeinden wollen Aufschub bei Asyl-Zuweisungen

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Momentan werden dem Landkreis - hier die Unterkunft auf der Flinthöhe - alle zwei Wochen 50 weitere Asylbewerber
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Viele Gemeinden hat das Hagel-Unwetter am letzten August-Samstag schwer getroffen. Nun bitten sie darum, sich erst einmal nicht auch noch um weitere Asyl-Unterkünfte kümmern zu müssen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Landrat Josef Niedermaier, sein Stellvertreter Thomas Holz und die beiden Bürgermeistersprecher Stefan Fadinger (Gaißach) und Michael Grasl (Münsing) haben am kommenden Montag, 11. September, ein Krisengespräch mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann. Vermittelt hat es der Heilbrunner Landtagsabgeordnete Martin Bachhuber.

Bürgermeister wünschen sich halbjährigen Aufschub bei den Zuweisungen

Inhaltlich geht es in dem Gespräch um die Zuweisungen von Asylbewerbern an den Landkreis. Derzeit kommen etwa alle zwei Wochen 50 neue Flüchtlinge im Landkreis an. Wie für seine Mitstreiter geht es auch für den Gaißacher Bürgermeister darum, „angesichts der prekären Situation nach dem Hagel-Unwetter möglichst einen halbjährigen Aufschub bei der Zuweisung“ zu erwirken. „Andernorts stehen Hotels und andere Liegenschaften leer – und wir haben hier jetzt nicht einmal Handwerkerkapazitäten zur Verfügung, um Wohnraum bereitzustellen“, betont Stefan Fadinger.

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Landrat Niedermaier brachte Bitte auch schon beim Ministerpräsidenten vor

Landrat Niedermaier hatte dasselbe Thema auch schon bei Ministerpräsident Markus Söder vorgebracht. Bei dessen Besuch nach der Hagel- Katastrophe in Benediktbeuern – dort ist eine Unterkunft neben dem schwerbeschädigten Kloster geplant – bat Niedermaier eindringlich darum, die betroffenen Gemeinden jetzt nicht noch zusätzlich mit dem Bau von Asylunterkünften zu belasten und die Projekte stattdessen zu strecken. „Denn das jetzt auch noch zu stemmen, ist schwierig für die Gemeinde“, sagte Niedermaier (wir berichteten). Eine Antwort von Ministerpräsident Markus Söder gab es damals nicht.  

Gemeinde Greiling plant Klage gegen Zwangszuweisung

In Greiling wird unterdessen darüber nachgedacht, gegen die vom Landkreis geplante Zwangszuweisung von Asylbewerbern an die Gemeinden, die bislang nicht ausreichend Plätze geschaffen haben, zu klagen. Greiling hätte jetzt im September die ersten Flüchtlinge aufnehmen müssen. Am Dienstag (12. September) wird sich der Gemeinderat mit dem Thema Klage befassen. (rbe/va)

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