Aus für früheren Netto-Parkplatz

Container-Lösung ist passé: Flüchtlinge in Hausham sollen ins frühere Impfzentrum

+
Könnte bis zu 80 Flüchtlinge beherbergen: das frühere Impfzentrum in Hausham.
  • schließen

Die Container-Lösung ist passé: Das Landratsamt hat die Planung für eine Sammelunterkunft an der Nagelbachstraße in Hausham gestoppt. Jetzt liegt der Fokus auf dem ehemaligen Impfzentrum.

Hausham – Lange schien es so, als wäre die Kostenübernahme durch die Regierung von Oberbayern die größte Hürde für Containerunterkunft auf dem Parkplatz des früheren Netto-Markts in Hausham. Doch anders als in Holzkirchen, wo die Bauarbeiten bereits begonnen haben, tut sich an der Nagelbachstraße trotz der bereits Ende 2022 eingegangenen Finanzierungszusage nach wie vor nichts. Und mittlerweile steht fest, dass hier auch nichts mehr passieren wird. Wie das Landratsamt auf Nachfrage mitteilt, wurden die Planungen für die Unterkunft für bis zu 100 Geflüchtete gestoppt. Der Grund: Bis heute liege keine finale Zusage des Eigentümers vor, teilt Pressesprecherin Sophie Stadler mit. Weil die angebotene Laufzeit durch die fortlaufenden Verzögerungen nun ohnehin zu kurz sei, um das Projekt noch gemäß den Vorgaben der Regierung zu realisieren, verfolge die Unterkunftsverwaltung des Landratsamtes dieses nicht mehr weiter.

Doch nur wenige Hundert Meter Luftlinie weit entfernt ist bereits eine Alternative in Sicht. Wie berichtet, wurde im April dieses Jahres bekannt, dass das Landratsamt auch das ehemalige Impfzentrum an der Alten Miesbacher Straße als mögliche Sammelunterkunft prüft. Und nach dem Aus an der Nagelbachstraße ist daraus nun die erste Option in Hausham geworden. Einen Zeitplan für den nötigen Umbau gibt es laut Stadler zwar noch nicht. Das Hochbau-Team am Landratsamt verschaffe sich aber bereits mit Fachplanern und Architekten einen Überblick über die Lage im früheren Autohaus. Nach aktuellem Stand gehe man davon aus, dass hier Plätze für bis zu 80 Geflüchtete geschaffen werden können. Und auch hier brauche es wieder eine Kostenzusage der Regierung.

Bürgermeister begrüßt Umschwenken auf Impfzentrum

Bürgermeister und stellvertretender Landrat Jens Zangenfeind begrüßt die Priorisierung des Impfzentrums und die damit verbundene Abkehr von der Nagelbachstraße. Zwei parallele Sammelunterkünfte dieser Größenordnung hätten den Helferkreis schlicht überfordert. Schließlich wolle man die Menschen nicht nur unterbringen, sondern sich nach Möglichkeit auch um die Integration kümmern. Dass die gelinge, brauche es zudem eine gute Gestaltung der Unterkunft. Sie sollte laut Zangenfeind nicht nur Plätze zum Schlafen und Essen, sondern auch Rückzugsräume sowie im Idealfall Kapazitäten für Kinderbetreuung und Deutschunterricht direkt vor Ort beinhalten. Überdies wäre es sinnvoll, schon jetzt beim Umbau an potenzielle Weiternutzungen in der Zukunft zu denken, sei es als Kita oder bezahlbarer Wohnraum auf Zeit, beispielsweise für Bauarbeiter.

Lesen Sie auch: Mariensteiner in Sorge vor Flüchtlingsunterkunft

Turnhallen-Belegung keine Option

Sollte die Unterkunft im ehemaligen Impfzentrum tatsächlich kommen – zuvor müsste auch der gemeindliche Bauausschuss noch der Nutzungsänderung zustimmen – würde dies für Zangenfeind die endgültige Absage an eine mögliche Notaufnahmeeinrichtung in der Landkreis-Turnhalle an der Zentralen Sportanlage bedeuten. Die Sportler im Landkreis – vor allem aber die Kinder – hätten in den vergangenen Corona-Jahren genug gelitten. Gegen eine Belegung der Sporthalle, kündigt Zangenfeind vorsorglich an, „werde ich mich mit Händen und Füßen wehren“.  

Auch interessant: Aktuelle Flüchtlingslage im Landkreis Miesbach

sg

Kommentare