An der Isar

„Wir als Gesellschaft tragen eine Verantwortung“: Nach Anschlag in München – Stadt plant Gedenkort

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Bei dem Anschlag in der Seidlstraße starben eine 37-Jährige und ihre Tochter.
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Um an die Opfer des Anschlags vom 13. Februar zu erinnern, soll an der Isar ein Gedenkort entstehen. Das wurde im Stadtrat bekannt.

München – Die Stadt München wird einen Gedenkort für die Opfer des heimtückischen Anschlags am 13. Februar einrichten. Das sagte Linken-Chef Stefan Jagel in der Vollversammlung am Mittwoch (26. Februar). Es wird sich um eine Bank handeln, die zum Innehalten einladen soll. Nach einem Standort wird noch gesucht, er soll an der Isar liegen – nicht am Ort des Anschlags.

Nach Anschlag in München: „Wir als Gesellschaft tragen Verantwortung füreinander da zu sein“

Jagel durfte als einziger Stadtrat im Plenum eine Rede halten, in der er sich bei den vielen Helfern bedankte, die sich auch Tage nach der feigen Tat um die Opfer kümmerten. Jagel schloss mit den Worten: „Es wird Monate, vielleicht Jahre dauern, bis die Wunden heilen – wenn sie es überhaupt je tun. Doch wir als Gesellschaft tragen eine Verantwortung: füreinander da zu sein.“

Und an diejenigen, die diesen furchtbaren Moment für ihre politischen Zwecke instrumentalisieren wollen, die Hass säen, statt Mitgefühl zu zeigen: „Vielleicht lohnt es sich einen Moment innezuhalten und sich an die wichtigen Dinge unser aller Leben zu besinnen – und Menschlichkeit zuzulassen.“

Nach Anschlag in München: Stadtrat genehmigt Hilfs-Fonds für die Betroffenen

Zudem hat der Stadtrat zugestimmt, die Betroffenen des tödlichen Anschlags vom 13. Februar mit 500.000 Euro zu unterstützen. Das Gremium beschloss nach einem fraktionsübergreifenden Antrag die Einrichtung eines entsprechenden Hilfsfonds. 

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Damit sollen vor allem unmittelbar durch den Anschlag körperlich und psychisch Geschädigte und ihre dadurch belasteten nahen Angehörigen unterstützt werden. Die Stadt richtete auch ein Spendenkonto für vom Anschlag betroffene Menschen ein.

Anschlag in München: Eine 37-Jährige Frau und ihre zwei Jahre alte Tochter kommen ums Leben

Ein 24 Jahre alter Afghane war am 13. Februar vormittags mit seinem Auto in eine Gruppe von Demonstranten gefahren. Es handelte sich um einen Zug der Gewerkschaft Verdi. Eine Mutter und ihre zwei Jahre alte Tochter starben, 37 Menschen wurden verletzt. Viele der Betroffenen waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt. Die Verwaltung sagte zu, den betroffenen Beschäftigen „großzügige Arbeits- und Dienstbefreiungen“ zu gewähren.

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