VonHelmut Hobmaierschließen
Bayerns Innenminister hat des Ende des Corona-Katastrophenfalls festgestellt. Der Landkreis Freising fährt sukzessive zurück - bleibt aber gewappnet.
Landkreis – Etwa drei Monate ist es her, da waren alle vier Leitungen der „Corona-Hotline“ beim Landratsamt Freising dauerbelegt. Es gab täglich Dutzende von Neuininfektionen – und die Nerven der Bürger und Behördenmitarbeiter lagen gleichermaßen blank. Jetzt verkündete eine schlichte Mail das (vorläufige?) Ende eines Albtraums: „Bayerns Innenminister Joachim Herrmann stellte das Ende des Katastrophenfalls fest“. Fazit: Die Schutzmaßnahmen haben gegriffen, die Zahlen bleiben auf niedrigem Niveau – und man ist für die nächste Corona-Attacke gut gerüstet. Das Ende des K-Falls: Was bedeutet das für den Landkreis Freising?
Mitarbeiter kehren zu ihren eigentlichen Tätigkeiten zurück
Zum einen wird die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) sukzessive zurückgefahren. Das Gremium, das aus den wichtigsten Mitarbeitern der dafür relevanten Abteilung der Behörde besteht – vom Sozialamt bis zur Ausländerbehörde – tritt zusammen, wenn sich im Landkreis Ungemach anbahnt, das eine übergeordnete Koordination nötig macht, wie Landratsamtssprecher Robert Stangl berichtet. Auf dem Höhepunkt der Corona-Krise Anfang April war die FüGK in alle Planungen „massiv eingebunden“, so Stangl, und kam alle paar Tage zu Lagebesprechungen zusammen. „Jetzt kehren die Mitarbeiter zu ihren eigentlichen Tätigkeiten zurück.“
Künftig bleibe das Thema Corona im Sachgebiet 31 (Sicherheit und Ordnung) angesiedelt. „Die Corona-Gefahr ist aber noch nicht gebannt“, hat Innenminister Herrmann deutlich gemacht – und Robert Stangl interpretiert das für das Landratsamt so: „Wir bleiben wachsam.“ Es gebe interne Besprechungen, „wie es weitergeht“, man müsse jetzt aber auch einfach abwarten, was „von oben“ an weiteren Vorgaben komme.
Nur noch vereinzelte Anrufe und Tests
Wie ist die Situation jetzt? Es gebe nur noch vereinzelte Anrufe bei der Corona-Hotline, und auch die Zahl der Tests an der dafür eingerichteten Station in Marzling, die bis vor Pfingsten in Zolling angesiedelt war, sei stark rückläufig, berichtet Stangl. Derzeit würden dort täglich zehn bis 15 Tests durchgeführt, nur noch selten gebe es dabei einen positiven Befund. Die Testpersonen würden weiterhin von den niedergelassenen Ärzten und vom Gesundheitsamt nach Marzling geschickt. Künftig wohl auch, wenn die neue Corona-Warn-App Alarm schlägt.
Noch einmal tritt nächsten Donnerstag der „Große Runde Tisch“ zusammen, an dem Vertreter des Gesundheitsamts und der Ärzteschaft, des THW und des BRK, der Feuerwehr, des Klinikums und der Johanniter in den vergangenen drei Monaten zusammen mit dem Landrat wöchentlich beraten haben, wie man das Virus in den Griff bekommt. Letztlich sei das in Bayern gut gelungen: „Gemeinsam haben wir die Krise bislang besser als viele andere gemeistert“, lobte jetzt Minister Joachim Herrmann. Auf den Landkreis Freising tritt das in besonderem Maß zu: Hier war im März schließlich einer der ersten Corona-Hotspots in Bayern entstanden.
Aktuelles im Landkreis Freising
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