VonVolker Ufertingerschließen
Die Zukunft des Sommerbads ist keineswegs garantiert. In einem Positionspapier spricht sich der Förderverein für eine grundlegende Sanierung aus.
Gauting – Zwölf Millionen Euro kostet eine grundlegende Sanierung des Sommerbads. Dank Förderprogrammen des Freistaats würde sich die Summe auf – immer noch beachtliche – vier Millionen Euro Eigenanteil für die Kommune reduzieren. Diese Zahlen hat der externe Gutachter Dirk Hartisch von der Firma Moeller und Meyer Ende September dem Gemeinderat vorgestellt. Die Alternative bestünde darin, nur noch das Notwendigste zu investieren, bis der Betrieb irgendwann eingestellt werden muss.
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Der Förderverein Sommerbad hat sich jetzt für eine Komplettsanierung ausgesprochen, auch wenn sie für die Gemeinde einen Kraftakt darstellt. „Es gilt zu bedenken, dass dies mittelfristig zu weniger Erhaltungsaufwand führt und den Haushalt der Gemeinde damit langfristig entlastet“, schreibt der Verein auf seiner Homepage, auf der am Dienstag ein Positionspapier zu dem Thema freigeschaltet wurde. Sollte das nicht möglich sein, plädiert der Verein für „gut geplante und aufeinander abgestimmte Sanierungsschritte“, so die Erneuerung der Umkleiden oder die Umwandlung des 50-Meter-Beckens in ein wartungsärmeres Edelstahlbecken. Was den Vorsitzenden Sebastian Worm-Paradiek optimistisch stimmt: Aus den Gesprächen, die in den vergangenen Wochen geführt wurden, hat er den Eindruck mitgenommen, dass „es den politischen Willen gibt, das Bad zu erhalten“.
Der externe Berater riet der Gemeinde, sich vom Warmbecken zu verabschieden, da es viel Energie frisst. Der Förderverein lehnt eine Stilllegung jedoch ab, weil es ein wichtiger Bestandteil der Schwimmkurse ist (dort haben in der vergangenen Saison fast 1000 Kinder schwimmen gelernt). Außerdem müsste in diesem Fall, wie in andere Bädern auch, die Temperatur im Nichtschwimmerbecken erhöht werden. Der Verein fürchtet einen „Attraktivitätsverlust“, der zu geringeren Einnahmen führt. „Das steht in keinem Verhältnis.“
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Aus Sicht von Worm-Paradiek waren manche Maßnahmen wie der Wegfall des Frühschwimmertags, der spätere Saisonbeginn oder die Reduzierung der Wassertemperatur kontraproduktiv. „Vermeintliche kurzfristige Einsparungseffekte reduzieren aus unserer Sicht oft nur die Attraktivität und zahlen sich im Ergebnis nicht aus“, heißt es auf der Homepage. Im Gegenteil solle man zur alten Regelung zurückkehren, Mitte Mai zu öffnen – oder noch besser Anfang Mai. „Das ist in vielen Bädern in der Umgebung üblich.“
Um die finanzielle Situation zu verbessern – das Defizit im vergangenen Jahr betrug gut 200 000 Euro – schlägt der Förderverein vor, die Namensrechte zu vergeben und Bad-Sponsoring zu diskutieren. „Die Gespräche mit Unternehmen sollten schnellstmöglich aufgenommen werden“, so Worm-Paradiek. Außerdem wäre es für die Auslastung des Bades gut, die Werbung bei den Nachbargemeinden und den Jahreskartenverkauf zu erleichtern – noch heute muss man dafür persönlich ins Rathaus gehen. Zudem hat der Förderverein die Teilnahme am Münchner Ferienpass vorgeschlagen.
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Doch auch sich selbst nimmt der Förderverein in die Pflicht. Er will seinen Teil dazu beitragen, das Bad noch bekannter zu machen und sich finanziell an allem zu beteiligen, was das Bad attraktiver macht – darunter eine größere Rutsche. Dass das Bad gebraucht wird und für Gauting ein wichtiger Standortfaktor ist, steht für Worm-Paradiek außer Frage. „Das belegen allein schon die erneut gestiegenen Besucherzahlen“, sagt er. Im vergangenen Jahr waren es 58 234. „Man muss im Blick behalten, dass das Bad als wichtige Sport-, Freizeit-, Schwimmschul- und Lehrstätte nicht weiter an Attraktivität verliert.“
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