Eine Party der besonderen Art: Der Einzelhändlerverein ProCit, die Stadt und die Firma Krämmel luden zum Baustellen-Beach-Fest ins Geretsrieder Zentrum ein.
Geretsried – Viel Engagement und Geld investierten der Einzelhändlerverein ProCit, die Stadt Geretsried und die Baufirma Krämmel, um am Samstag auf dem Karl-Lederer-Platz und einem Teil der Egerlandstraße ein Event der besonderen Art zu organisieren. Für das Baustellen-Beach-Fest wurden mehrere Lkw-Ladungen Sand aus München bestellt und die große Baustelle umfassend gesichert. Die Bedenken, dass sich der Aufwand nicht lohnen würde, erwiesen sich schon am Vormittag als unbegründet.
„Der große Andrang bei den Führungen hat uns alle überrascht“, gestand Thomas Loibl. Der städtische Pressereferent und Wirtschaftsförderin Annette Hilpert wunderten sich, dass schon um kurz vor 10 Uhr vormittags Bürger für die Teilnahme am ersten Rundgang durch den mehrgeschossigen Rohbau anstanden. Das Interesse war so groß, dass Bauleiter Marius Bialek und sein Vater Josef Bialek – er ist Polier auf der Baustelle – sechs statt der ursprünglich geplanten vier Führungen anboten. Denn mehr als 40 Personen durften bei der rund 45-minütigen Tour aus Sicherheitsgründen nicht teilnehmen.
Wer sich die Mühe machte, ein passendes Gummistiefelpaar und einen Helm anzuziehen, sollte es nicht bereuen. Verwundert betrachteten die Besucher zunächst den riesigen Kran, der in einem Schacht mitten im Gebäude aufgebaut wurde und bis ganz nach oben reicht. „Es dauerte zwei Tage, bis die Einzelteile zusammengesteckt waren“, berichtete Marius Bialek. Fachkundig erklärte sein Vater das Grundwassermanagement. Dass die sogenannten Düker den durch die Bauarbeiten verursachten Aufstau ausgleichen, wussten viele zwar vorher. Beim Blick auf die massiven Spundwände, die das Wasser während der Arbeiten zurückhalten, wurden die Dimensionen des Projekts jedoch noch mehr veranschaulicht. „Der Wasserstand wird täglich überprüft“, versicherte Bauleiter Bialek.
Um noch genauere Vorstellungen über das zukünftige Erscheinungsbild des Wohn- und Geschäftshauses zu bekommen, empfahl er den Besuchern einen Blick durch die Virtual-Reality-Brille. Dieses Angebot bestand abseits der Führungen und erfreute sich ebenfalls hoher Nachfrage. In beeindruckenden Computersimulationen wurde der Betrachter in die fertige Tiefgarage oder den begrünten Innenhof versetzt. „Wir bekamen fast ausschließlich anerkennendes Lob zu hören“, freute sich Krämmel-Mitarbeiter Uwe Schenk.
Nach so umfangreicher Information stand vielen Gästen der Sinn nach Abwechslung. Bequem gebettet in einem Strandliegestuhl schauten sie den Sportlern der VSG Isar-Loisach beim Beachvolleyball zu oder probierten es selbst aus. Wer schwindelfrei war, konnte gut gesichert einen Kran besteigen, die Aussicht über Geretsried genießen und sich vom Ausleger aus wieder abseilen lassen.
Großen Spaß hatten die jüngsten Besucher mit dem vielen Sand: Sie bauten Burgen und suchten nach den Bauklötzchen, die ProCit in einem riesigen Haufen versteckt hatte. Hinter den über 200 nummerierten Steinchen verbargen sich Einkaufsgutscheine und Sachpreise, die Händler aus dem Zentrum zur Verfügung gestellt hatten. Außerdem durften die Mädchen und Buben zu Pinsel und Farbe greifen und weiße Bauzaun-Banner bemalen.
Auch auf der Egerlandstraße war einiges geboten: Dort hatten die Gastronomen ihre Stände aufgebaut, und zwei Bands sorgten für Live-Musik. Am Nachmittag spielte die Münchner Band „Bavaschoro“ einen Mix aus brasilianischen Chor-Gesängen und bayerischen Volksmusikklängen. Ihnen folgte am Abend Kulturherbst-Veranstaltungsleiter Günter Wagner mit seiner Band „Kasis Korner“. Die Geretsrieder Combo spielte Klassiker aus Pop und Rock – und am Ende Zugabe um Zugabe, bevor sie die Bühne verlassen durfte.
Am Ende der zwölfstündigen Baustellen-Beach-Party konnten sowohl Besucher als auch Veranstalter ein erfreuliches Fazit ziehen. Denn einen größeren Werbeeffekt für die nicht unumstrittene Zentrumsgestaltung hätten sich weder die Firma Krämmel noch die politischen Entscheidungsträger der Stadt Geretsried wünschen können. ph
Baustellen-Beach-Fest in Geretsried: Die schönsten Bilder