Anträge der Stadtwerke und eines Landwirts

Neues Landschaftsbild im Weilheimer Osten: Gleich vier Solarparks geplant

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Auf diesen Flächen zwischen Dietlhofer See und Deutenhausen sollen Solarmodule errichtet werden. Die drei oberen gehören einem Landwirt, der die Anlagen selber betreiben möchte. Auf der unteren wollen die Stadtwerke eine Anlage betreiben.
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Das Landschaftsbild im Weilheimer Osten wird sich bald sichtlich verändern: Gleich vier Solarfelder sind zwischen Dietlhofer See und Deutenhausen geplant. Es wären die ersten in diesem Gebiet – und werden wohl nicht die letzten bleiben.

Weilheim – Die vier neuen Anträge für Photovoltaik-Freiflächenanlagen wurden diese Woche erstmals im Bauausschuss des Weilheimer Stadtrates behandelt. Sie stammen von zwei Antragstellern vor Ort – den Stadtwerken und einem Weilheimer Landwirt –und umfassen insgesamt rund neun Hektar Fläche. Im Bauausschuss stießen die Pläne bereits auf viel Zustimmung. Über die nötige Änderung des Flächennutzungsplanes, in dem es für die Solarfelder Sonderbauflächen auszuweisen gilt, wird am kommenden Donnerstag, 23. März, der Stadtrat entscheiden.

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Die Fläche, die das Kommunalunternehmen Stadtwerke für eine PV-Anlage mit einer Leistung von ca. 830 Kilowatt-Peak im Visier hat, ist gut 11.000 Quadratmeter groß und befindet sich nördlich des kleinen Feldweges zwischen dem Baumarkt „Renner“ und dem Stadtwerke-Neubau. „Ein Einspeisepunkt wäre an dieser Lage nahe dem Umspannwerk unproblematisch“, heißt es aus dem Stadtbauamt. Auch bei der Naturschutzbehörde am Landratsamt hat das Rathaus schon mal vorgefühlt. Demnach „dürfte dem Vorhaben nach überschlägiger Prüfung nichts entgegenstehen“, so die Stadtverwaltung, es seien auch „keine artenschutzrechtlich relevanten Vorkommen bekannt“.

„Vom Landwirtschaftlichen her vollkommen verrückt“

Diese Fläche, bisher landwirtschaftlich genutzt, sei „ein guter Ersatz“ für das wohl gescheiterte Solarprojekt der Stadtwerke in Unterhausen, befand Grünen-Vertreterin Luise Nowak im Bauausschuss. Sie könne allen vier Vorhaben zustimmen, da „die Betreiber bekannt sind und die Größenordnung passt“. Bei der Vorberatung im Ausschuss gab es überhaupt nur eine Gegenstimme: Klaus Gast (CSU), Stadtratsreferent für den Ortsteil Deutenhausen-Marnbach, monierte, mit der Fläche bei den Stadtwerken würde „eine Bebauung in zweiter Reihe“ aufgemacht, das sei „die falsche Entwicklung“. Zudem nannte er es „vom Landwirtschaftlichen her vollkommen verrückt“, dieses Feld für eine Solaranlage zu nutzen: „Das sind die besten Äcker Weilheims.“

Landwirt möchte alle drei Anlagen selber betreiben

Den drei weiteren Anträgen stimmte indes auch Gast zu. Sie stammen von einem Landwirt, der laut Rathaus alle drei Anlagen selber betreiben möchte und dem die angefragten Wiesen auch selber gehören. Das mit fast 34.000 Quadratmeter größte Grundstück liegt südlich der Hardtstraße, unterhalb des Hardthofes (der mit dem Antrag nichts zu tun hat). Das zweite, knapp 26.000 Quadratmeter groß, befindet sich direkt an der Hofstelle des Antragstellers, nördlich der Hardtstraße. Dort hat seit kurzem allerdings auch der neue Waldkindergarten seinen Standort, was Nowak im Ausschuss als mögliches Problem ausmachte. Die dritte Fläche, etwa 18.000 Quadratmeter groß, liegt nordöstlich der neuen Berufsschule in Richtung Dietlhofer See – rund um einen Feldstadel, der im März 2021 abgebrannt ist.

Klimaschutzmanagerin: „Wir werden noch einige Hektar brauchen“

Auch auf diesen Flächen, so das Stadtbauamt, stehe einer Solarnutzung aus natur- und artenschutzrechtlicher Sicht wohl nichts entgegen, „da sie bisher intensiv landwirtschaftlich genutzt wurden“. Für die beiden Areale, die nicht direkt an der Hofstelle liegen, müssten mit dem Netzbetreiber noch Einspeisepunkte festgelegt werden, was aber wohl problemlos möglich sei.

Rupert Pentenrieder (BfW), Stadtratsreferent für Landwirtschaft, nannte die Pläne für alle vier Flächen „richtig“. „Nur so werden wir die nötigen 35 bis 50 Hektar zusammenbekommen“, die der Energienutzungsplan der Stadt für Solarparks auf Weilheimer Flur fordert. „Jede Freifläche bringt uns ein gutes Stück weiter“, meinte auch Klimaschutzmanagerin Katharina Segerer, „aber wir werden noch einige Hektar brauchen, um unsere Ziele zu erreichen“. Ein Hektar Freiflächen-PV bringe im Schnitt etwa ein Megawatt Strom.

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