Baustein für eine gute Zukunft des ÖPNV

Großmarkthalle könnte Problem der MVG lösen: Beispiel nehmen an Projekten in Wien und Zürich

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Die Neubau-Pläne für die Großmarkthalle haben sich zerschlagen.
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Fahrgastverbände sehen in der Neuplanung des Münchner Großmarktareals eine Chance: Sie fordern dort einen Betriebshof für die Busse der MVG.

München – Das Areal der Großmarkthalle im Herzen der Stadt weckt Begehrlichkeiten, nachdem sich Investor Ralf Büschl aus dem Projekt verabschiedet hat. Grüne und SPD hatten bereits signalisiert, für den lokalen Lebensmittelhandel lediglich künftig nur noch eine kleine Halle vorhalten zu wollen. Das übrige Gelände – möglicherweise auch in Kombination mit dem Viehhof-Areal – könne dem Bau eines neuen Stadtviertels dienen. Nun taucht ein weiterer Wunsch auf: Betriebshöfe für die Busse der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG).

Großmarkthalle in München: Fahrgastverbände fordern einen Busbetriebshof auf dem Gelände

In einer gemeinsamen Mitteilung des Fahrgastverbandes Pro Bahn,der Fahrgastorganisation „Aktion Münchner Fahrgäste“ und des „Arbeitskreises Attraktiver Nahverkehr“ (AAN) im Münchner Forum heißt es, die unklare Situation rund um die Großmarkthalle böte die einmalige Chance, im Rahmen einer Neuplanung in zentraler Lage auch städtische Infrastrukturen unterzubringen und damit ein anderes drängendes Problem zu lösen, da es stadtweit an Abstellflächen für Busse fehlen würde. Belastungen vor Ort seien nicht zu befürchten: Die MVG stelle ihre Flotte schließlich auf Elektro-Busse um. Und Elektro-Busse hätten vor Ort nur sehr geringe Lärm- und keine Abgasemissionen.

„Der Mangel an Flächen für Abstellung und Wartung von Bussen ist ein großes Problem“, sagt Andreas Frank vom Fahrgastverband. „Vor allem im Süden und Westen von München reichen die bestehenden Flächen für Busse hinten und vorne nicht aus. Auch die – erfreuliche – Eröffnung des Busbetriebshofes in Moosach im November 2023 löst das Problem nicht.“ Sie habe nur die drängendsten Mängel nach der Schließung des Busbetriebshofes in der Westendstraße beheben können.

Großmarkthalle in München: Beispiele aus Wien und Zürich zeigten, wie sich Betriebshöfe

Da die Bedeutung des ÖPNV weiter zunehmen werde, sei es wichtig, rechtzeitig Kapazitäten für künftige Angebotsausweitungen bereitzustellen, sagt Stefan Hofmeir (Aktion Münchner Fahrgäste).„Ein Busbetriebshof auf dem Gelände der Großmarkthalle ist hier ein wesentlicher Baustein für eine gute Zukunft des ÖPNV.“ Verschiedene Beispiele, etwa aus Wien, zeigten, dass Betriebshöfe gut in Wohnanlagen integriert werden oder die Betriebshöfe mit Wohnungen überbaut werden könnten, ergänzt AAN-Sprecher Berthold Maier. „Ein besonders gelungenes Beispiel ist der Trambahnbetriebshof Kalkbreite in Zürich. Und wenn ein Betriebshof zusammen mit Wohnungen erstellt werden kann, ist dies auch zusammen mit einer gewerblichen Nutzung möglich.“

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