Forderungen der SPD

Großmarkthalle München: Rathaus-Pläne für den Wohnungsbau – nur noch kleine Halle für Lebensmittel

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Die SPD will das Areal der Großmarkthalle für Wohnungen nutzen. Eine kleine Halle soll für Lebensmittel erhalten bleiben. Der Umschlaghandel soll weichen.

München – Das Areal der Großmarkthalle soll für den Wohnungsbau genutzt werden. Das fordert nun auch die SPD. Zudem besteht der Wunsch, eine kleine Halle für Lebensmittel zu erhalten: Hier wird die Groß- zur Kleinmarkthalle!

Großmarkthalle in München: Investor Ralf Büschl zieht sich überraschend aus dem Projekt zurück

Wie berichtet, müssen die Politiker im Münchner Rathaus nun entscheiden, wie es mit dem Gelände in Sendling weitergeht. Denn Investor Ralf Büschl („Paketposthalle“) hatte sich mehr oder weniger überraschend aus dem Projekt zurückgezogen. Das grundsätzliche Problem bleibt aber bestehen. Die Halle ist marode, ein Neubau ist unumgänglich.

Die Planungen für einen Neubau der Großmarkthalle sind offenbar vom Tisch. Grüne und SPD wünschen sich eine deutlich kleinere Version.

Gemeinsam mit den Menschen vor Ort habe die SPD die Wünsche für eine künftige Gestaltung des Areals gesammelt und zu einem Antrag zusammengefasst. Dabei stünden bezahlbare Wohnungen stehen im Vordergrund, aber der Charakter und Charme des Lebensmittelhandels soll in einem kleineren Rahmen erhalten bleiben.

Großmarkthalle in München: SPD wünscht sich, dass nur noch ein kleiner Markt für Lebensmittel bleibt

Hierfür eigne sich konkret die denkmalgeschützte Halle 1. Im Gegensatz zu den anderen baufälligen Hallen dürfe sie nicht abgerissen, sondern müsse ertüchtigt werden. Somit böte sich die Gelegenheit, dass dort auch nach Ende des Großmarktbetriebs weiterhin Lebensmittel über die Theke gehen. Händler, die aktuell am Großmarkt tätig sind, könnten dort einen Platz im Sichthandel finden. Aber auch eine Mischung aus Lebensmittelhandel und Gastronomie sei denkbar. Vorbilder gebe es in anderen Großstädten, so beispielsweise der Borough Market in London, der Mercado Central in Valencia oder die Boqueria in Barcelona.

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Schätze oder Schrott? Das wird auf Münchens Straßen verschenkt

Bilderrahmen, Paletten, Ordner, Bretter und Regale lehnen an einer Hauswand – Alles zu Verschenken.
Bilderrahmen, Paletten, Ordner, Bretter und Regale lehnen an einer Hauswand – Alles zu Verschenken. © Lilli Schaule
Warum hier wohl kein Karton benutzt wurde? Ein Fahrrad mit verkratztem Rahmen und durchgesessenem Sattel parkt auf einem Gehsteig. Ein Blatt Papier auf dem Gepäckträger sagt: zu verschenken.
Warum hier wohl kein Karton benutzt wurde? Ein Fahrrad mit verkratztem Rahmen und durchgesessenem Sattel parkt auf einem Gehsteig. Ein Blatt Papier auf dem Gepäckträger sagt: zu verschenken. © Lilli Schaule
In einem Pappkarton liegen Bücher nebeneinander. Die Aufschrift „Zu Verschenken“ ist mit einem Ausrufezeichen versehen.
In einem Pappkarton liegen Bücher nebeneinander. Die Aufschrift „Zu Verschenken“ ist mit einem Ausrufezeichen versehen. © Lilli Schaule
„Alles zu verschenken! Sonst Sonntag zum Sperrmüll“, steht auf einem Zettel geschrieben. Er klemmt zwischen Gegenständen, die auf der Straße verschenkt werden.
„Alles zu verschenken! Sonst Sonntag zum Sperrmüll“, steht auf einem Zettel geschrieben. Er klemmt zwischen Gegenständen, die auf der Straße verschenkt werden. © Lilli Schaule
Eine meterlange Palette lehnt an einer Hauswand. An dem Holz klebt ein Blatt Papier mit der Aufschrift „Zu Verschenken“.
Eine meterlange Palette lehnt an einer Hauswand. An dem Holz klebt ein Blatt Papier mit der Aufschrift „Zu Verschenken“. © Lilli Schaule
Nicht mehr viel übrig: In einer Zu-Verschenken-Kisten stehen zwei Gläser. Das Sektglas ist mit einer braunen Flüssigkeit gefüllt. Daneben liegt eine leere Gummibärchen-Packung.
Nicht mehr viel übrig: In einer Zu-Verschenken-Kisten stehen zwei Gläser. Das Sektglas ist mit einer braunen Flüssigkeit gefüllt. Daneben liegt eine leere Gummibärchen-Packung. © Lilli Schaule
Sechs Gesellschaftsspiele sind dicht nebeneinander in einem Karton aufgereiht. Ein Zettel wurde unter die Kiste geklemmt, er lädt zum Mitnehmen ein.
Sechs Gesellschaftsspiele sind dicht nebeneinander in einem Karton aufgereiht. Ein Zettel wurde unter die Kiste geklemmt, er lädt zum Mitnehmen ein. © Lilli Schaule
Auf einem Gehweg steht ein buntes Kinderspiel-Haus aus Pappe. Schmetterlinge, Blumen und Herzen wurden auf das Haus gemalt. Auch das Zu-Verschenken-Schild ist mit Herzen versehen.
Auf einem Gehweg steht ein buntes Kinderspiel-Haus aus Pappe. Schmetterlinge, Blumen und Herzen wurden auf das Haus gemalt. Auch das Zu-Verschenken-Schild ist mit Herzen versehen. © Lilli Schaule
In einem Pappkarton wird allerlei Geschirr verschenkt. Es stapeln sich Espresso-Tassen, Schüsseln und Schneidebretter. Die geschwungenen Buchstaben stehen auf dem Kopf.
In einem Pappkarton wird allerlei Geschirr verschenkt. Es stapeln sich Espresso-Tassen, Schüsseln und Schneidebretter. Die geschwungenen Buchstaben stehen auf dem Kopf. © Lilli Schaule
Wer braucht neue Schuhe? Auf einem Paar braunen Pantoffeln mit roter Öffnung liegt ein kleiner Ausdruck mit der Aufschrift „zu verschenken!“.
Wer braucht neue Schuhe? Auf einem Paar braunen Pantoffeln mit roter Öffnung liegt ein kleiner Ausdruck mit der Aufschrift „zu verschenken!“. © Lilli Schaule
Graue Polster stapeln sich auf Holzpaletten, auf dem Stoff sind Flecken. In Großbuchstaben steht auf einem Blatt Papier „ZU VERSCHENKEN“.
Graue Polster stapeln sich auf Holzpaletten, auf dem Stoff sind Flecken. In Großbuchstaben steht auf einem Blatt Papier „ZU VERSCHENKEN“.  © Lilli Schaule

Der Umschlaghandel wiederum, der für die Versorgung der Münchner keine wesentliche Rolle spiele, solle bei den Planungen nicht mehr berücksichtigt werden. Lastwagen, die tief in die Stadt hineinfahren, nur um diese kurz darauf mit ihrer Ladung wieder zu verlassen, erfüllten laut SPD nicht den grundsätzlichen Versorgungsauftrag, der einem Marktbetrieb zugrunde liege. Hierfür könnten verkehrlich besser angebundene Orte gefunden werden, möglicherweise auch außerhalb der Stadtgrenzen.

SPD-Ideen für die Großmarkthalle: Koalitionspartner freut sich, dass die Genossen den Grünen-Vorschlag mittragen

„Sendling mag seinen Großmarkt“, sagt SPD-Vize Kathrin Abele. „Diesen Charme möchten wir erhalten, auch wenn der ganz große Wirtschaftsbetrieb neuen Wohnungen weichen muss. Uns schwebt ein Viertel vor, in dem man – so wie es heute ist – die Verbindung zum Lebensmittel spürt.“

Lob für den SPD-Antrag kommt von den Grünen, die unlängst eine nahezu wortgleiche Initiative gestartet hatten. „Es ist super, dass sich unsere Koalitionspartnerin dieser grünen Idee nun angeschlossen hat“, sagt Grünen-Stadtrat Christian Smolka. „Das Areal hat Strahlkraft über Sendling hinaus, deswegen ist es wichtig, dass wir hier alle an einem Strang ziehen und die Planungen vorantreiben. Natürlich in Abstimmung mit den Anwohnenden, dem Bezirksausschuss und den Händlern.“

Kritik kommt von der Linken, Fraktionschef Stefan Jagel schimpfte: „Das ist wirklich nur noch zum Lachen – oder zum Heulen. Den Händlern gegenüber hat die SPD in den letzten zehn Jahren drei Perspektiven gegeben und allesamt wieder eingestampft. Zuverlässige Stadtplanung sieht anders aus.“

Rubriklistenbild: © Büschl

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