Marschmusik gehört zum unverzichtbaren Repertoire von Blasmusikkapellen. Am Sonntagabend gewährten die bayerischen Gebirgsschützenkapellen eine Kostprobe im Kloster Benediktbeuern.
Benediktbeuern– Marschmusik hat eine lange Geschichte und kam dabei längst nicht nur in kriegerisch-militärischem Sinne zum Einsatz: Für festliche Einzüge und hoheitliche Auftritte waren Märsche stets die richtige Wahl. Entsprechend gehören sie auch bei den heutigen Blasmusikkapellen unverzichtbar zum Repertoire.
Eine lohnende Kostprobe davon gab es am Sonntagabend im Innenhof des Klosters Benediktbeuern bei einer Parade bayerischer Gebirgsschützenkapellen. Es war die vierte Auflage dieser Veranstaltung, die der Bund der Bayerischen Gebirgsschützenkompanien 2011 ins Leben gerufen hatte. Man folge damit auch einem Appell des verstorbenen Bezirksheimatpflegers Paul Ernst Rattelmüller, erklärte der stellvertretende Landeshauptmann und Mit-Initiator Hans Baur aus Wallgau in seiner Begrüßung. Rattelmüller habe einst angemahnt, bei der Traditionspflege die Marschmusik nicht zu vergessen.
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Parade der Gebirgsschützenkapellen - prächtige Atmosphäre im Kloster
Ihren Beitrag dazu leisteten diesmal vor gut 300 Zuschauern die Musikkapelle Aschau im Chiemgau, die Blaskapelle Kochel am See, die Musikkapelle Gaißach, die Musikkapelle Münsing sowie das Jugend- und Blasorchester Murnau zusammen mit seinem Trommlerzug. Dass sich gegen Abend die Wolkenfelder am Himmel verzogen hatten und der Sonne Platz machten, schuf eine prächtige Atmosphäre im ohnehin wunderschönen Klostergeviert.
Parade der Gebirgsschützenkapellen - Klosterdirektor betont Freude, Gastgeber zu sein
Seine Freude darüber, Gastgeber für dieses besondere musikalische Ereignis sein zu können, betonte auch Klosterdirektor Pater Dr. Lothar Bily. „Denn die Verbindung des Klosters mit der Geschichte der Antlaß- und Gebirgsschützen ist schon Jahrhunderte alt.“ In abwechselndem Einmarsch und Ausmarsch der fünf Musikensembles, die jeweils von Abordnungen und den Fahnen der zugehörigen Kompanien begleitet wurden, kamen dann Märsche zum Klingen, die mit ihrer ebenso eingängigen wie vielfältigen und rhythmischen Charakteristik das Publikum begeisterten: So etwa der Fuhrmannsmarsch, aufgespielt von den Aschauern, „Mit Musik voran“ von den Kochlern, der Laridah-Marsch von der Münsinger Kapelle, der Weiß-Blau-Marsch von den Murnauern und der König Ludwig II.-Marsch von den Gaißachern. Als konzertantes Werk, das jede Formation auf der Bühne nahe dem Eingang zur Basilika aufführte, kam von den Aschauern die „Militärouvertüre“ von Karl Schell, während die Gaißacher das zum Teil gesungene Werk ihres vormaligen Dirigenten Hans Krinner sen. „Die Fahne Weiß-Blau“ vorstellten. Die Münsinger Musiker setzten mit dem „Bayerischen Militärgebet“ eine feierliche Note.
Feierlich-berührend wurde es überhaupt im zweiten Teil des Abends, wo sich die Musikkapellen nach ihrem Einmarsch zum Gemeinschaftschor formierten. In einer Prozession zu Ehren der Muttergottes und Schutzfrau Bayerns und der Gebirgsschützen trugen Benediktbeurer Marketenderinnen eine geschmückte Marienfigur in die Mitte des Klosterhofs, gefolgt von Pater Lothar Bily, der Bundesfahne und den Abordnungen der Kompanien.
Mit einer kurzen geistlichen Andacht, dem gemeinsamen gesungenen „Meerstern ich dich grüße“ und der Bayernhymne fand die Parade, die, wie Landeshauptmann Martin Haberfellner unterstrich, „mit ihrem regionalen Klangbild Heimat vermittelt“, einen festlichen Ausklang. Eigentlich hätte dieses nicht alltägliche musikalische Angebot mehr Publikum verdient gehabt.