VonSascha Karowskischließen
Zahlreiche Baustellen erschweren das Vorankommen in der Fußgängerzone. Jetzt soll die Verwaltung Bauherren auf die Finger klopfen. Wenn die Baustelle stillsteht, sollen die Zäune weg.
München - Hier ein Bauzaun, da ein Kran, dort eine Sperrung. Wer gerade durch die Münchner Innenstadt geht, muss oft Slalom laufen oder sich mit vielen anderen Passanten durch eine Engstelle quetschen. Schuld sind vor allem die Geisterbaustellen (Alte Akademie, vormals Schuhhaus Thomas), bei denen seit Jahren nichts vorangeht. Nachdem unserer Redaktion über die aktuellen Missstände in der Fußgängerzone berichtet hatte, hat sich bereits Bürgermeister Dominik Krause (Grüne) eingeschaltet. Nun verlangt seine Fraktion auch offiziell, dass die Verwaltung eingreift und eine härtere Gangart gegenüber den Bauherrn durchsetzt.
Neuhauser Straße in München: Wer länger als drei Monate die Bauarbeiten nicht fortsetzt, soll die Zäune abbauen
Konkret fordern die Stadträte in einem Antrag: Wer länger als drei Monate die Bauarbeiten nicht fortsetzt, soll von der Stadt aufgefordert werden, diese fortzusetzen. Ansonsten müssen Gehwege und Straßen wieder frei gemacht werden. Die Bauzäune müssen dann so verschoben werden, dass auf dem Trottoir Platz ist.
„Gerade in der Vorweihnachtszeit sollte unsere Innenstadt Lust zum Bummeln machen“, sagt Grünen-Chefin Mona Fuchs. Es könne nicht sein, dass die Fußgängerzone monatelang mit Bauzäunen vollgestellt ist. „Und das für Baustellen, auf denen einfach nichts vorangeht. Deshalb braucht es eine Frist für die Bauherrn von Geisterbaustellen. Entweder es geht weiter – oder der Bauzaun muss ganz nah ran an die Fassade.“
Ärger um Bauzäune bei Alter Akademie & Co.: CSU hatte bereits im Januar 2024 härteres Durchgreifen gefordert
Bereits im Januar hatte die CSU einen ähnlichen Antrag gestellt. Deren Stadtrat Alexander Reissl sagte damals: „Baustelleneinrichtungen sind ein notwendiges Übel.“ Wenn die Baustelle aber monatelang und länger stillstehe, seien Absperrungen ein Ärgernis. Öffentliche Straßen hätten schließlich einen anderen Zweck.
Rubriklistenbild: © Thieme

