Unterschriften-Aktion auf der Zielgeraden

Initiative ist sich sicher: Feuerwehrhaus Tegernsee ist noch zu retten - Stadt sieht das anders

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Schön, aber viel zu beengt: Das Tegernseer Feuerwehrhaus mit seiner attraktiven Fassade soll einem Neubau weichen.
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Seit Juli kämpft eine Handvoll Bürger für den Erhalt des Tegernseer Feuerwehrhauses. Sie sagen: Umbau und Erweiterung des Altbestands sind möglich. Noch drei Wochen lang dauert ihre Unterschriften-Aktion.

Tegernsee – Der Protest kam spät. Im Juli dieses Jahres hatten sich der Tegernseer Marcus Staudacher (50) und vier Mitstreiter mit ihrem Anliegen erstmals an die Öffentlichkeit gewandt. Ihr Ziel ist es, das im Jahr 1927 erbaute Feuerwehrhaus mit seiner attraktiven Fassade doch noch zu retten. Dazu haben die fünf Bürger eine Unterschriften-Aktion gestartet. Noch bis 20. September haben Gleichgesinnte Zeit, sich in die Listen einzutragen oder ihre Unterschrift online auf www.feuerwehrhaus-tegernsee.de zu leisten.

Um auf der Zielgeraden noch einmal aufzurütteln, haben die Initiatoren nun in einer großen Anzeige in der Tegernseer Zeitung deutlich gemacht, wofür sie stehen. „Wir haben jetzt unseren Weg gefunden“, sagt Staudacher. Statt Abriss und Neubau, wie vom Stadtrat längst beschlossen, plädiert die Initiative für einen Umbau und eine Erweiterung des bestehenden Feuerwehrhauses. Und beruft sich dabei ausgerechnet auf jene Machbarkeitsstudie, die die Stadt selbst in Auftrag gegeben hat.

Die Studie belege, dass auch die Variante mit dem Erhalt des Altbestands „ein gangbarer Weg ist“, erklärt Staudacher. Vielleicht nicht die optimalste Lösung für die Feuerwehr, aber eine machbare. Noch dazu käme diese Variante um circa 1,8 Millionen Euro günstiger als der gut sechs Millionen Euro teure Neubau, argumentiert die Initiative „PRO Feuerwehrhaus“.

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Darüber hinaus plädieren Staudacher und seine Mitstreiter dringend dafür, den Kinderspielplatz an der Hochfeldstraße zu erhalten. Die geplante Beseitigung zugunsten von Stellplätzen für die Feuerwehrleute sei ihrer Ansicht nach „aus der Zeit gefallen“. Stattdessen fordert die Initiative den Bau einer Tiefgarage.

Rathaus-Chef Johannes Hagn (CSU) kennt die Argumentation der Bürgerinitiative, spricht in diesem Zusammenhang aber von einem „großen Irrtum“. Drei Jahre lang habe sich der Stadtrat nicht nur mit besagter Studie befasst, sondern sei in vielen Einzelschritten zu der Entscheidung gelangt, dass sich das notwendige Raumprogramm im Altbestand inklusive Anbau nicht umsetzen lasse. „Es gibt dort viel zu wenig Platz.“

Die meisten Leute, so Hagn weiter, wüssten gar nicht um die Vielfalt der Aufgaben, die die Tegernseer Wehr zu erfüllen habe: Neben der Brandlöschung sei sie unter anderem auch für die Wasserrettung auf dem gesamten See und für die Eisenbahnrettung zuständig. Der Bürgermeister betont: „Wir wollen keinen reinen Zweckbau, sondern einen adäquaten Ersatz für das bisherige Feuerwehrhaus.“

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Die EU-weite Ausschreibung für das millionenschwere Projekt ist laut Hagn mittlerweile beendet. Im Oktober werde die Stadt bekannt geben, wer die weitere Planung übernimmt. Eine Rolle rückwärts werde der Stadtrat in Sachen Feuerwehrhaus nicht mehr vollziehen, hatte Hagn bereits in der Vergangenheit mehrfach deutlich gemacht. Es bleibe bei Abbruch und Neubau.

Wie viele Bürger es überhaupt sind, die den Kampf um den Erhalt des historischen Feuerwehrhauses unterstützen, ist derzeit unklar. „Wir erhoffen uns für die letzten drei Wochen noch neuen Schwung“, sagt Staudacher, der über die Zahl der bisher geleisteten Unterschriften noch nichts sagen kann und möchte. Die Listen würden erst am 20. September ausgewertet. Und zwar offen und ehrlich. „Wenn es kein zufrieden stellendes Ergebnis ist, werden wir auch nichts weiter unternehmen“, erklärt der Tegernseer.

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