Noch ein gutes halbes Jahr bis zu den Kommunalwahlen 2026 im Landkreis Traunstein - auch die Bürgermeisterwahlen stehen dann wieder an. Wo es sicher zum Wechsel im Rathaus kommen wird, wer nicht mehr antritt und welche Kandidaten sich schon in Stellung bringen:
Landkreis Traunstein - Am 8. März 2026 sind Kommunalwahlen in Bayern. Im Landkreis Traunstein werden sie in etwas abgespeckter Form ablaufen. Denn im Juli wurde mit Andreas Danzer (Freie Wähler) schon vorgezogen ein neuer Landrat gewählt. Neu gewählt werden aber die Bürgermeister, die Stadt- bzw. Gemeinderäte und der Kreistag. Im Kreistag darf man gespannt sein, ob die Freien Wähler den Rückenwind durch die Danzer-Wahl nutzen können. Bisher stellt die CSU mit 27 der 70 Sitze die größte Fraktion, vor den Grünen mit 13 Sitzen. Dahinter liegen die Freien Wähler/Unabhängige Wähler und SPD-Plus mit jeweils neun Kreisräten.
In Altenmarkt, Schleching, Trostberg und Unterwössen hören Bürgermeister auf
Schon jetzt steht fest, dass es in mindestens vier Gemeinden einen Wechsel an der Spitze geben wird: Altenmarkt, Schleching, Trostberg und Unterwössen. In Altenmarkt wird Stephan Bierschneider (CSU) nach 18 Jahren im Amt nicht mehr kandidieren. Bisher gibt es wohl nur einen Kandidaten: Max Schwarz von der Wählergruppe „Wir für Altenmarkt“. Weil sie aber erstmals kandidieren, müssen Schwarz und die Wählergruppe für die Gemeinderatswahl noch jeweils 80 Unterschriften sammeln. Die CSU wollte eigentlich Andreas Tessmer aufstellen, doch er zog seine Kandidatur aus beruflichen Gründen wieder zurück. Und Altenmarkts Grüne machten schon klar: Sie werden keinen Bürgermeisterkandidaten nominieren.
Jeweils seit drei Legislaturperioden, also seit 2008, sind Sepp Loferer in Schleching und Karl Schleid in Trostberg schon im Amt. Noch einmal kandidieren wollen die beiden CSUler aber nicht. Auch mögliche Nachfolger haben sich in beiden Orten noch nicht offiziell in Stellung gebracht. Trostbergs 2. Bürgermeisterin Marianne Penn (Grüne) sagte aber bereits, sie werde nicht zur Bürgermeisterwahl antreten. In Unterwössen wird Rathauschef Ludwig Entfellner nicht mehr antreten. Seine CSU hat aber bereits 2. Bürgermeister Johannes Weber aufgestellt, für den sich auch Unabhängige Wähler und FDP Wössen ausgesprochen haben.
Neue Bewerber auch in Fridolfing und Bergen
Schon zwei Kandidaten gibt es in Fridolfing, die Johann Schild (SPD) als Bürgermeister beerben wollen: Martin Bambach tritt für die CSU an und Hans Schild junior für die Freie Wählergemeinschaft. In Bergen gibt es zumindest schon einen offiziellen Kandidaten, der Stefan Schneider (Grüne) das Amt streitig machen will: Andreas Schultes von der Überparteilichen Wählergruppe Bergen-Bernhaupten-Holzhausen.
Ähnlich wird es in Kirchanschöring und Tacherting. Hans-Jörg Birner von der CSU hat zwar bereits klargemacht, dass er wieder kandidieren will, aber er wird sich wohl durchsetzen müssen: Ohne bereits einen Namen zu präsentieren, kündigten die Freien Wähler in Kirchanschöring einen Gegenkandidaten an. In Tacherting will die CSU Amtsinhaber Werner Disterer (Freie Wähler) keine Konkurrenz machen - dafür ist die SPD motiviert, das Tachertinger Rathaus zu übernehmen. Aber auch die Sozialdemokraten haben offiziell noch keinen Kandidaten präsentiert.
Mindestens diese zehn Bürgermeister wollen im Amt bleiben
Eine ganze Reihe amtierender Bürgermeister hat bereits verlauten lassen, auch 2026 wieder kandidieren zu wollen oder sie wurden schon offiziell nominiert: Martin Lackner (CSU) in Engelsberg, Stefan Kattari (SPD) in Grassau, Andreas Scheck (Bürger für Marquartstein) in Marquartstein, Toni Wimmer (CSU) in Nußdorf, Justus Pfeifer (CSU/VRB) in Ruhpolding, Michael Wimmer (CSU) in Surberg, Andreas Bratzdrum (CSU) in Tittmoning, Christian Hümmer (CSU) in Traunstein und Herbert Strauch (Freie Bürgerliste) in Übersee. In Wonneberg verkündete Bürgermeister Martin Fenninger noch 2023, nicht mehr kandidieren zu wollen - inzwischen hat er sich umentschieden und tritt wieder an.
In Petting hat es Rathauschef Karl Lanzinger bisher noch offen gelassen, ob er seine Amtszeit bis 2032 verlängern wollen würde. Klar ist aber: Ab der kommenden Legislaturperiode wird der Bürgermeister auch in Petting hauptamtlich und nicht mehr nur nebenberuflich agieren. Noch keine offiziellen Bürgermeisterkandidaten gibt es in Traunreut, Waging, Chieming, Grabenstätt, Kienberg, Obing, Palling, Pittenhart, Reit im Winkl, Schnaitsee, Seeon-Seebruck, Siegsdorf, Taching und Vachendorf. In Inzell ist keine Bürgermeisterwahl nötig. Nach dem Rücktritt von Hans Egger wurden die Wahlen 2024 vorgezogen, Michael Lorenz bleibt bis 2032 im Amt.
Neue Gemeinderatslisten in Altenmarkt, Chieming und Siegsdorf?
Schon jetzt ist aus drei Gemeinden bekannt, dass neue Fraktionen in die Gemeinderäten einziehen wollen. Die bereits erwähnte Wählergruppe „Wir für Altenmarkt“, aber auch in Chieming und Siegsdorf. In Chieming hatten die Unabhängigen Wähler und die Bürgerlich-bäuerliche Wählergruppe fusioniert. Jetzt wollen sie als „Chieminger Liste“ neu bei den Gemeinderatswahlen antreten. In Siegsdorf hat sich die neue Liste „Bürger für Siegsdorf“ formiert. Neue Listen brauchen aber, abhängig von der Gemeindegröße, noch Unterstützungsunterschriften, um antreten zu dürfen.
Die Gemeinderäte sind unterschiedlich groß, je nach Einwohnerzahl: So werden in den kleinsten Kommunen Kienberg und Staudach-Egerndach nur 13 Räte gewählt, in Traunstein und Traunreut sind es dagegen 31, den Bürgermeister jeweils eingeschlossen. Treten in einer Gemeinde mehr als zwei Kandidaten zur Bürgermeisterwahl an und keiner kann im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erzielen, kommt es zur Stichwahl. Der Termin dafür wird zwei Wochen nach der Kommunalwahl, also am 22. März 2026, sein. (xe)