VonAndreas Steppanschließen
Auf dem Weg ins Jachenauer Bürgermeisteramt hat Nikolaus Rauchenberger („Loach“) am Freitagabend Rückenwind bekommen.
Jachenau – Auf dem Weg ins Jachenauer Bürgermeisteramt hat Nikolaus Rauchenberger („Loach“) am Freitagabend Rückenwind bekommen. In der Nominierungsversammlung im „Schützenhaus“ kürten 58 von 60 Stimmberechtigten den Landwirt zum Kandidaten für die Nachfolge von Georg Riesch. Es gab eine Enthaltung und eine Nein-Stimme. Rauchenberger ist nach Stand der Dinge der einzige Kandidat.
Was Rauchenberger und seine kommunalpolitischen Mitstreiter ebenfalls als positives Signal mitnehmen können, ist der starke Besuch der Veranstaltung: Etwa 75 Bürger waren gekommen – darunter auch einige Unterstützer und amtierende Amtsträger der zweiten im Gemeinderat vertretenen Gruppierung, der Unabhängigen Wählergemeinschaft. „Das gibt’s in anderen Orten nicht“, sagte Noch-Bürgermeister Georg Riesch erfreut.
Rauchenberger: „Trete nicht nur an, weil wir sonst keinen anderen finden“
Rauchenberger selbst war es in seiner Vorstellungsrede ein Anliegen, mit einem Missverständnis aufzuräumen. „Ich wurde angesprochen, dass ich ja bloß kandidieren würde, weil wir keinen anderen finden.“ Das sei nicht richtig. Tatsächlich habe er auch zwei seiner Fraktionskollegen für geeignete Bewerber gehalten – wäre einer von ihnen angetreten, hätte er selbst nicht kandidiert, so Rauchenberger.
Der amtierende Zweite Bürgermeister, der auch seit 20 Jahren Jagdvorstand ist, wiederholte seine Aussage, dass er wegen der knappen Haushaltsmittel der Gemeinde keine großen Wahlversprechen machen könne. Immer wieder werde er darauf angesprochen, dass der Schuldenstand der Jachenau ziemlich hoch sei. Das stimme zwar, „aber dem stehen auch Werte gegenüber“, erklärte der „Loach“. So habe die Gemeinde den Gasthof Post erworben und zum Rathaus umgebaut, außerdem das Raiffeisengebäude und Grünland als Reserve für Ausgleichsflächen erworben. „Das waren immer einstimmige Beschlüsse – ich hoffe, das wird so bleiben.“
Bürgermeister-Kandidat in der Jachenau gibt keine großen Wahlversprechen
Als Aufgaben für seine mögliche Amtszeit nannte der verwitwete vierfache Vater unter anderem den Hochwasserschutz an der Großen Laine („wir warten aktuell auf die Planung des Wasserwirtschaftsamts“), die Umsetzung des Walchensee-Konzepts und die Wasserverträge für die Energiegewinnung am Walchensee. Hier will er sich mit den anderen Anliegergemeinden für mehr „Wertschöpfung in der Region“ einsetzen. „Für den Wasserentzug soll den Gemeinden ein Betrag X zugutekommen.“ Auch die Wasserführung bei Starkniederschlägen müsse besser geregelt werden.
Ein weiteres Anliegen ist ihm der Radweg. „Ich bin froh um jeden Radler, der von der Staatsstraße weg ist“, sagte er. „Aber es ist klar, dass das nur zusammen mit den Grundbesitzern geht.“ Für den geplanten zweiten Bauabschnitt der Verbindung Lenggries-Jachenau fehlten zuletzt noch einige Grundstücke. „Ich habe die Hoffnung, dass es unser Bürgermeister bis Mai noch komplett durchbringt“, sagte Rauchenberger – und Georg Riesch nickte: „Das wird schon gehen.“
Von den 16 Gemeinderats-Kandidaten sind vier unter 30 Jahren
Ironisch merkte der „Loach“ an, dass die Staatsstraße 2072 in einem „top Zustand“ sei. Trotzdem sei sie auf keinerlei Sanierungsliste des Freistaats zu finden. Auch dieses Problems will sich Rauchenberger annehmen.
Nicht zuletzt Aufgabengebiete wie Gemeindestraßen, Schule, Kindergarten, Bauhof und Personal „würde ich nach bestem Wissen und Gewissen angehen“, sagte Rauchenberger, der in wenigen Tagen seien 50. Geburtstag feiert.
Im Anschluss nominierte die Versammlung die 16 Gemeinderatskandidaten der Freien Wählergemeinschaft. Den größten Zuspruch bekam Gemeinderat Georg Kohlhauf, der nun Listenplatz 2 einnimmt, gefolgt von Klaus Stock, der dem Gremium seit 2014 angehört. Auf den nächsten Listenplätzen landeten Georg Riesch jun. sowie Feuerwehr-Kommandant Andreas Demmel. Letzterer ist einer von vier Kandidaten unter 30. Mit Theresia Sachenbacher und Sabine Wasensteiner gibt es nur zwei Frauen auf der Liste.
