VonSascha Karowskischließen
Der FC Bayern soll die Kosten für die Meisterfeier selbst tragen. Das fordern Politiker der Linken. Die Stadt müsse schließlich sparen.
München – Quasi auf dem Sofa ist der FC Bayern Deutscher Meister geworden. Weil Bayer Leverkusen gegen den SC Freiburg am Sonntag nicht über ein 2:2 hinaus kam, hat der Rekordmeister seinen 34. Titel sicher. Medienberichten zufolge feierten die Bayern-Kicker am Sonntag in einem Münchner Edellokal. Die eigentliche Meisterfeier wird am 18. Mai stattfinden – traditionell auf dem Balkon des Münchner Rathauses. Doch genau daran gibt es Kritik von der Partei Die Linke.
Meisterfeier des FC Bayern München: Linken fordert, der Verein solle für die Kosten selbst aufkommen
In einem Antrag heißt es, dass der Rathausbalkon am Münchner Marienplatz traditionell genutzt werde, um dem FC Bayern München eine Bühne zu bieten, sich selbst und seine Trophäen zu feiern. Doch obwohl der Verein einer der reichsten der Welt sei, finanziere die Landeshauptstadt diese Feierlichkeiten selbst – mit knapp einer halben Million Euro (2019 kostete die Feier 402 290 Euro). Angesichts der gravierenden Haushaltskrise in München sei dies nicht mehr nachvollziehbar. Die Linke fordert deshalb ein Ende der Kostenübernahme durch die Stadt. Der FC Bayern München soll für seine Meisterfeiern selbst zahlen.
„Mit einer Meisterfeier im Rathaus gewähren wir dem FC Bayern ein großes Privileg“, sagt Linken-Stadtrat Thomas Lechner. „Dass dies aber aus Steuermitteln finanziert wird, muss ein Ende haben. Die Kasse des FC Bayerns ist prall gefüllt – die der Stadt hingegen nicht.“
Linke zur Meisterfeier des FC Bayern München: „Können uns diese Prestigeevents schlicht nicht mehr leisten“
Linken-Stadträtin Brigitte Wolf ergänzt, es sei unerträglich: Während überall in der Stadt gespart werden müsse, sei Geld für die „Fußballmillionäre“ vorhanden. „Wir können uns diese Prestigeevents schlicht nicht mehr leisten. Wer den sozialen Zusammenhalt in der Stadt nicht gefährden will, muss seine Ausgaben anders priorisieren!“
Wie berichtet, muss die Stadt Ausgaben herunterfahren. Kämmerer Christoph Frey (SPD) hatte die Referate im November angehalten, die laufenden Kosten um 2,9 Prozent zu senken. Das trifft natürlich in erster Linie die sogenannten freiwilligen Leistungen, also das, was sich die Stadt neben den Pflichtausgaben eigenverantwortlich leistet.
CSU-Chef über Linken-Antrag zur FC Bayern-Meisterfeier:
Der Vorstoß der Linken stößt im Rathaus auf große Empörung. CSU-Chef Manuel Pretzl sagte auf Anfrage unserer Redaktion: „Der FC Bayern ist eines der größten Aushängeschilder für unsere Stadt. Er bringt Touristen, Gewerbesteuer und Bekanntheit. Wenn man jemanden zum Feiern einlädt, lässt man den Gast nicht dafür zahlen. Das ist kleinkariert und neidzerfressen.“
Grünen-Stadtrat Beppo Brem sagte, die Meisterfeier sei eine städtische Veranstaltung, an der viele Münchner aus allen Ecken der Stadt und mit unterschiedlich großem Geldbeutel große Freude hätten. „Der FC Bayern hat für München eine herausragende sportliche, aber natürlich auch wirtschaftliche Bedeutung. Der Großteil der Kosten entfällt, wie bei allen Veranstaltungen, auf die Sicherheit.“ Das sei auch richtig und wichtig, wenn es natürlich grundsätzlich stimme, dass die Stadt sparen müsse.
