VonSascha Karowskischließen
Der U-Bahnhof Sendlinger Tor ist am Freitag (20. September) offiziell eröffnet worden, auch Platz und Kreuzung wurden neu gestaltet. Ein Detail fehlt aber noch.
München – Und plötzlich kam die Polizei. Als Mitarbeiter seines Mobilitätsreferates in den frühen Morgenstunden, gekleidet in gelben Warnwesten, wegen der Baustelle am Sendlinger Tor in München die Straßenführung neu anordnen wollten, tauchten die Beamten auf und wollten die Arbeiter festnehmen. „Sie dachten, es wären Klima-Kleber“, sagte Referent Georg Dunkel und muss schmunzeln. Am Ende ist dann alles gut gegangen. Das gilt freilich auch für die Dauer-Baustelle im Herzen der Stadt
U-Bahnhof Sendlinger Tor: Auch an der Oberfläche hat sich einiges verändert
Nach sieben nervigen Jahren Um- und Neubau haben Dunkel, Bürgermeisterin Verena Dietl, Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer und der Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft, Ingo Wortmann, den U-Bahnhof Sendlinger Tor offiziell wiedereröffnet. Unten und oben. Denn auch an der Oberfläche hat sich einiges verändert, es gibt mehr Bäume, breitere Radwege, neues Pflaster. „Ein Kraftakt“, sagte Wortmann. „Weil der Umbau unter rollendem Rad erfolgte.“ Im laufenden Betrieb.
Notwendig war der Umbau aber – auch aus Altersgründen. Der erste Bahnsteig war am 19. Oktober 1971 eingeweiht worden. Heute fahren dort die Linien U3 und U6. Genau neun Jahre später nahm der darunterliegende Bahnsteig (U1 und U2) den Betrieb auf. Und: Einst war das Bauwerk für 50 000 Menschen am Tag geplant, aktuell steigen knapp 200 000 Fahrgäste täglich ein und aus.
U-Bahnhof Sendlinger Tor in München: Kapazität des Bauwerks wurde erhöht
Die Kapazität des Bahnhofes ist durch den Umbau erhöht worden. Es gibt zwei neue Bauwerke: Der direkte Zugang von der Bahnsteigebene der U1 und U2 zum Zwischengeschoss wurde 2020 eröffnet. Das neue Zugangsgebäude, das die Oberfläche an der Blumenstraße mit der U1/U2-Ebene verbindet, geht jetzt in Betrieb. Durch den Rückbau von Betriebsräumen und eine neue Anordnung der Treppen ist mehr Raum für die Fahrgäste frei geworden.
Modernisiert worden ist auch das Sperrengeschoss, überall strahlt es frischen Farben. Die sind analog zur Vorgängerversion gleich geblieben, die Ebene U1/U2 ist in gelb gehalten, die U3/U6-Ebene in blau. Das Zwischengeschoss ist schwarz ausgekleidet und wird von runden LED-Leuchtscheiben erhellt.
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U-Bahnhof Sendlinger Tor in München: Für Menschen mit Einschränkungen gibt es Neuerungen
Darüber hinaus sind Platz und Bahnhof barrierefrei gestaltet. Die Bahnsteige sind fünf Zentimeter höher als vor dem Umbau, wodurch mobilitätseingeschränkte Fahrgäste mit geringem Höhenunterschied ein- und aussteigen können. „Außerdem gibt ein Leitsystem für Blinde,“ sagte Baureferentin Ehbauer.
Neu ist auch: Die beiden Fahrstühle, die den Steig U1/U2 mit dem Zwischengeschoss verbinden, fahren jetzt zur Oberfläche. Mit der Fertigstellung des Aufgangs an der Blumenstraße geht ein neuer sechster Aufzug in Betrieb zur U1/U2. „Es funktioniert alles, alle können durchatmen“, sagte Dietl.
So ganz fertig ist der Bahnhof aber noch nicht. An der ein oder andere Stelle fehlt noch die Wandverkleidung. Und das Schild für die U1/U2 sei „schadhaft angekommen“, sagte Wortmann. Das werde aber noch angebracht. Falls nicht, dann wäre es zumindest eine nette Anekdote.
