In den Verkaufsräumen des einstigen Penny-Markts in Kochel soll schon bald Hundefutter hergestellt werden. Der Benediktbeurer Max Ketterl hat die leer stehende Ladenfläche gemietet. Derzeit laufen Umbauarbeiten.
Kochel am See – Im vorderen Bereich der einstigen Verkaufsräume, dort, wo einst Regale mit Süßigkeiten, Wein und Cerealien standen, stapeln sich nun palettenweise Hundefutterdosen – säuberlich verpackt und teils bis unter die Decke gestapelt. Aus dem Laden ist ein Lager geworden. Bereits seit Ende vergangenen Jahres werden die Dosen von hier aus in den Fachhandel geliefert, sagt Geschäftsinhaber Max Ketterl. Seine Frau betreibt in Benediktbeuern eine Hundepension. „Aber ich war mit dem gängigen Industriefutter nicht zufrieden“, sagt der 64-Jährige, der 30 Jahre lang ein Fliesengeschäft in Geretsried hatte. Also begann er damit, selbst Futter herzustellen, quasi als Hobby.
Das Futter kam bei den Vierbeinern so gut an, dass immer mehr Kunden der Hundepension das Futter haben wollten, berichtet Ketterl. „Das Futter ist ohne synthetische Vitamine und Schlachtabfälle“, sagt der Benediktbeurer. Bio sei seine Ware zwar nicht. „Aber wir mischen nichts Chemisches dazu.“ Hauptbestandteil sei Muskelfleisch, das aus der Lebensmittelproduktion stamme, etwa von Rind, Lamm oder Huhn. Für empfindliche Hundemägen gibt es auch Varianten von Strauß oder Pferd. Ketterl bezieht das Fleisch nach eigenen Angaben von Schlachthöfen aus der Region oder vom Großhandel. Weitere Zutaten in den Konserven sind Kartoffeln, Reis und Gemüse.
Fünf Jahre nach seinen ersten Experimenten ist daraus die Firma „Loisachtaler Hundenaturkost GmbH“ gewachsen – mit Ketterl als Geschäftsführer und seinen beiden Söhnen als bisher einzigen Mitarbeitern. Hergestellt wurde es bisher in einem anderen Betrieb. Künftig möchte Ketterl im hinteren Bereich des ehemaligen Penny-Markts sein Futter selbst produzieren, denn: „Der Bedarf wird immer größer.“
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Aktuell beliefert der Benediktbeurer nach eigenen Angaben mit seinen zwei Kleintransportern etwa 150 Fachhändler in Bayern und Baden-Württemberg mit den Konserven. „An Privatkunden verkaufe ich nicht“, sagt Ketterl.
Noch ist die künftige Produktionsfläche in Kochel eine Baustelle. Eine Abfüllmaschine hat Ketterl schon gekauft, und Bestellungen für weitere Maschinen seien getätigt. Außerdem müssen noch ein Kühl- und Frostraum eingebaut werden. „Ich warte noch auf grünes Licht vom Landratsamt“, sagt Ketterl. Bekomme er das, hofft er, im August mit der Produktion beginnen zu können.
Wie viel Hundefutter er hier produzieren will, weiß Ketterl aber noch nicht. „Das müssen wir sehen.“ Er möchte „langsam und gesund wachsen“. Zum Start werde es weniger als eine Tonne pro Tag sein, schätzt sein Sohn Stefan Ketterl.
Geplant sei außerdem, zwei Mitarbeiter einzustellen. Anwohner, die sich möglicherweise Sorgen wegen Geruchsbelästigungen machen, möchte Ketterl beruhigen: Da er keine Schlachtabfälle verwende, sei auch kein Gestank zu befürchten. Außerdem werde das Fleisch in verschlossenen Dosen erhitzt – auch das verhindere unangenehme Gerüche. (fn)