Am 8. März entscheiden die Regensburgerinnen und Regensburger, wer künftig das Rathaus führt. Klar ist: Die jetzige Bürgermeisterin wird es nicht. Ob die SPD Macht behält, ist dagegen alles andere als sicher.
Am 8. März 2026 wählt Bayern. Auch Regensburg, die viertgrößte Stadt Bayerns, steht bei den Kommunalwahlen 2026 vor einer Richtungsentscheidung. Die Domstadt wählt eine neue Oberbürgermeisterin oder einen neuen Oberbürgermeister. Eines ist dabei schon jetzt klar: Der Wechsel kommt. Die Frage ist nur, wer das Rathaus künftig führt.
Kommunalwahl Bayern: Die letzten zwölf Jahre hatte die SPD das Zepter
Seit 2014 lag die Macht in Regensburg in sozialdemokratischen Händen. Zunächst regierte Joachim Wolbergs bis ihn eine Korruptionsaffäre aus dem Amt katapultierte. Seine Stellvertreterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer übernahm 2017 kommissarisch das Ruder und wurde 2020 dann offiziell zur Oberbürgermeisterin gewählt. Denkbar knapp, denn mit 50,74 Prozent der Stimmen, einem Vorsprung von gerade einmal 946 Stimmen, setzte sie sich in der Stichwahl gegen CSU-Kandidatin Astrid Freudenstein durch.
Nun endet ihre Amtszeit. Nicht durch eine Wahlniederlage, sondern aus freiem Willlen. Maltz-Schwarzfischer hat entschieden, nicht erneut anzutreten. Der Grund: Sie möchte mehr Zeit für ihre Familie, die in den vergangenen Jahren zu kurz gekommen sei. Auch das Alter spielt eine Rolle. Am Ende einer weiteren sechsjährigen Amtszeit wäre sie 72.
Für Rot wird es wieder eng
Der Rückzug der Amtsinhaberin trifft die SPD hart. Den klassischen Amtsbonus, der Amtsinhaber bei Wahlen begünstigt, kann Thomas Burger nicht für sich beanspruchen. Der SPD-Kandidat ist zwar kein unbeschriebenes Blatt, denn seit 2002 sitzt der Entwicklungsingenieur im Stadtrat, zuletzt als SPD-Fraktionsvorsitzender. Allerdings klebt an ihm das Bild, das viele mit der vergangenen Amtszeit verbinden: das des Stillstands. Ein Vorwurf, den Burger zurückweist. Doch das Narrativ sitzt.
Schärfste Konkurrentin hingegen konnte sich besagten Vorteil des Amtsbonus in den vergangenen sechs Jahren erarbeiten. Astrid Freudenstein, die 2020 nur hauchdünn gescheiterte CSU-Kandidatin, ist inzwischen als Zweite Bürgermeisterin stadtbekannt und gilt für viele als Favoritin.
Große Auswahl an Kandidaten
Insgesamt zwölf Bewerberinnen und Bewerber stellen sich zur Wahl: neben Freudenstein (CSU) und Burger (SPD) unter anderem Helene Sigloch für die Grünen, Michael Schien für die Freien Wähler, Horst Meierhofer für die FDP sowie Vertreterinnen und Vertreter von ÖDP, Volt, Linke, Die Partei, CSB und Ribisl. Eine ernsthafte Außenseiterchance wird allenfalls noch Thomas Thurow von der „Brücke” zugerechnet, jener Gruppierung, die dem früheren OB Wolbergs nahesteht. Für ihn selbst ist eine Kandidatur nach seiner Verurteilung wegen Bestechlichkeit nicht möglich.
Kommunalwahl Bayern – schnell und bestens informiert
► Ergebnisse direkt ins Postfach. Wie wurde bei Ihnen gewählt? Sobald die Ergebnisse der Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen vorliegen, informieren wir Sie direkt per Mail – schneller geht‘s nicht. Jetzt für Ihr Kommunalwahl-Update anmelden
► Interaktive Wahlkarte: Klicken Sie sich durch alle Ergebnisse – alle Gemeinde, alle Städte, ganz Bayern. Die Karte ist schon freigeschaltet und zeigt die Daten der vorherigen Wahl. Jetzt die Wahlkarte erkunden
► Livestream am Wahlabend: Gemeinsam mit Sat.1 Bayern begleiten wir den Wahlabend – mit spannenden Ergebnissen, Analysen und ersten Einschätzungen. Hier finden Sie am Wahlabend den Livestream.
Bei so vielen Kandidierenden ist eine Stichwahl so gut wie sicher. Und dann könnte es erneut eng werden, denn sollten SPD, Grüne und weitere Parteien wie 2020 gemeinsam hinter einem Gegenkandidaten stehen, ist auch Freudenstein trotz ihrer Favoritenrolle nicht sicher.
Rubriklistenbild: © Armin Weigel/dpa / IMAGO/HRSchulz / Merkur-Collage

