„Die Enttäuschung ist riesengroß“

Das große Jubiläumsfest in Peiting fällt aus

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Abgesagt ist das große Jubiläumsfest der Peitinger Feuerwehr und der Knappschafts- und Trachtenkapelle.
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Es sollte eine Fest werden, an das man sich in Peiting noch lange erinnern würde. Gemeinsam wollten Feuerwehr und Knappschaftskapelle Ende Juni ihr 150- bzw. 100-jähriges Bestehen feiern. Doch wegen der Corona-Krise wird daraus nichts. Die Enttäuschung bei den Ehrenamtlichen ist riesengroß.

Peiting – Es sind beeindruckende Zahlen: Seit 100 Jahren besteht die Peitinger Knappschafts- und Trachtenkapelle, die Gründung der Peitinger Feuerwehr liegt sogar noch einmal 50 Jahre weiter zurück. Kein Wunder also, dass der Entschluss bei beiden Vereinen schnell reifte, die beiden besonderen Jubiläen gemeinsam groß zu feiern. Über drei Jahre ist das her, damals bewarben sich die Peitinger Musiker erfolgreich für die Ausrichtung des Bezirksmusikfests 2020, das den Rahmen des geplanten Festwochenendes bilden sollte. Im Januar 2018 tagte zum ersten Mal der 20-köpfige Festausschuss, dessen Leitung Franz Multerer jun. übernahm.

Gemeinsam arbeitete man in den kommenden Monaten ein Festprogramm aus, das dem Anlass gerecht werden sollte. Vier Tage waren für die Feierlichkeiten angesetzt, vom 25. bis 28. Juni sollte die Marktgemeinde ganz im Zeichen der großen Jubiläen stehen. „Wir waren fertig, alles war organisiert“, sagt Franz Multerer. In der vergangenen Woche wollten die Ehrenamtlichen bereits mit dem Umbau des Eisstadions zur Festhalle starten, wo unter anderem die bekannte „Altneihauser Feierwehrkapell’n“ ihren Auftritt absolvieren sollte. Doch die Corona-Pandemie hat nun alle Pläne für das große Fest über den Haufen geworfen.

Über 2200 Teilnehmer erwartet beim Festzug

Im März, als die Krise den Freistaat erfasste, hatten die Verantwortlichen noch gehofft, dass der schlimmste Fall vielleicht doch noch ausbleiben würde. Aber als die Staatsregierung Mitte April Großveranstaltungen bis Ende August untersagte, war klar, dass diese Hoffnung sich nicht erfüllen würde. „Das wäre ja kein kleines Fest geworden. Allein beim Festzug wären es 2200 Teilnehmer gewesen“, sagt Multerer. Schließlich hatten 93 Feuerwehrvereine, Musikkapellen und Spielmannszüge ihr Kommen bereits fest zugesagt. „Die Enttäuschung war natürlich riesengroß“, sagt der Festausschuss-Chef. Die ganze jahrelange Arbeit, sie war mit einem Schlag umsonst gewesen.

Statt die letzten organisatorischen Vorbereitungen für die großen Feierlichkeiten zu treffen, machten sich die Verantwortlichen in den vergangenen Tagen gezwungenermaßen an die Rückabwicklung. „Wir haben alle Vereine angeschrieben und sie über die Absage informiert“, berichtet Multerer. Gleiches galt für die verpflichteten Musikgruppen und die „Altneihauser Feierwehrkapell’n“, deren Auftritte mit der Absage ebenfalls hinfällig waren.

Vereine beklagen finanzielle Einbußen

Der Ausfall des Fests hat auch finanzielle Folgen für die Vereine. Ausgaben im „fast fünfstelligen Bereich“ etwa für Werbung, die Ticketplattform und das Drucken der Festschrift mit einer Auflage von 5500 Stück sind laut Multerer bereits angefallen. Letztere soll jetzt zumindest im Zeitraum des geplanten Fests an die Peitinger Haushalte verteilt werden, kündigt der Festausschuss-Leiter an, dessen Dank den zahlreichen Sponsoren gilt.

Offen ist derzeit noch, ob die Feierlichkeiten in irgendeiner Form zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Einfach um ein Jahr zu verschieben, sei nicht einfach, da viele Termine schon stehen, sagt Multerer. Das Bezirksmusikfest 2021 etwa werde in Wildsteig stattfinden. Man werde jetzt erst einmal die weitere Entwicklung abwarten. „Vielleicht klappt es ja im Herbst im kleineren Rahmen.“

Wichtiger Hinweis:

Karten für Veranstaltungen des Jubiläumsfests können bis 11. Juli an der Vorverkaufsstelle zurückgegeben werden, wo sie erworben wurden. Online-Ticket-Käufer werden direkt per E-Mail über die Rückgabemodalitäten informiert.

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