Konstituierende Sitzung

Wahl des 2. Bürgermeisters: Peitinger Marktgemeinderat fällt deutliche Entscheidung

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Bürgermeister Peter Ostenrieder vereidigt Gunnar Prielmeier als seinen Stellvertreter.
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Der Ort war ungewohnt, doch die Verwaltung hatte alles dafür getan, um die Dreifachhalle dem Anlass entsprechend herzurichten: Feierlich sind am Dienstagabend der neue Peitinger Rathauschef und die neuen Markträte vereidigt worden. Bei der Wahl des 2. Bürgermeisters blieb eine Überraschung aus.

Peiting – Die Sitzung, zu der sich rund 50 Zuschauer auf der Tribune der Dreifachhalle eingefunden hatten – darunter der frühere Bürgermeister Michael Asam –, begann mit einer traurigen Nachricht. Vor zwei Stunden habe man erfahren, dass Altbürgermeister Klement Sesar verstorben sei, sagte der neue Rathauschef Peter Ostenrieder, der mit brüchiger Stimme um eine Schweigeminute bat. „Ich bin mir sicher, er wäre heute gerne dabei gewesen.“

Freud’ und Leid, sie lagen an diesem Abend nah beieinander, wie Pfarrerin Brigitte Weggel treffend feststellte, die mit ihrem katholischen Amtskollege Robert Kröpfl das ökumenische Segensgebet sprach. Den Start hätten sich alle sicher anders vorgestellt, sagte sie zu den Gemeinderäten und dem Bürgermeister. Und sie mahnte: Gerade in Krisenzeiten wie dieser, in der es eine starke Polarisierung in der Gesellschaft gebe, sei es die Aufgabe der gewählten Vertreter am Ratstisch, „die Mitte zu sein, der Ruhepol der Gesellschaft“.

Bürgermeister schwört die Gemeinderäte ein

An der aktuellen Krise kam denn auch Ostenrieder in seiner Antrittsrede nicht vorbei. Trotz der widrigen Umstände könne man sich glücklich schätzen, betonte der neue Rathauschef. Die Vorgänger im Gemeinderat, zu denen Ostenrieder selbst zählte, hätten „gut gewirtschaftet“, die Hausaufgaben seien gemacht, die Finanzsituation gut. Deshalb dürfe man sich nicht nur von Krisengedanken leiten lassen, forderte er. Es gelte, Peiting als lebenswerten Ort zu erhalten, wofür der Gemeinderat die Basis schaffe. Dieser sei noch bunter geworden, „jetzt liegt es an uns, gemeinsam zu beweisen, dass er auch noch besser werden kann“, schwor der Bürgermeister das Gremium auf die kommenden sechs Jahre ein.

Gebührender Abstand wegen Corona: Bürgermeister Peter Ostenrieder (hinten) mit den neuen Gemeinderäten. Es fehlt Florian Deibler.

Zuvor hatte Alfred Jocher (UP), mit 69 Jahren der älteste Gemeinderat, Ostenrieder feierlich vereidigt. Anschließend bat seinerseits der Bürgermeister die neu gewählten Gemeinderäte Tobias Eding (SPD), Uwe Enzmann (CSU), Günter Franz (Grüne), Marion Gillinger (ÖDP), Claudia Immisch (CSU), Josef Sellmaier (BVP), Andreas Schmid (BVP), Claudia Steindorf (SPD), Susann Tabatabai-Schweizer (Grüne) und Stefanie Wörnzhofer (CSU) einzeln nach vorne, um ihnen den Eid abzunehmen. Einzig Florian Deibler (CSU) fehlte. Der Enkel von Altbürgermeister Sesar hatte sich für die Sitzung aus verständlichem Grund entschuldigt. Seine Vereidigung wird nachgeholt.

Alfred Jocher (UP, li.) vereidigte als erstes Peter Ostenrieder als neuen Peitinger Bürgermeister.

Mit Spannung war erwartet worden, wen das Gremium in der konstituierenden Sitzung zum 2. Bürgermeister wählen würde. Wie berichtet, hatte die SPD angekündigt, Gunnar Prielmeier für das Amt vorzuschlagen. Der lang als Kandidat gehandelte Andreas Schmid, der bei der Bürgermeisterwahl das drittbeste Ergebnis für die Bürgervereinigung eingefahren hatte, zog daraufhin seine Ambitionen zurück. Prielmeier blieb denn auch der einzige Bewerber für den Stellvertreterposten. 

SPD-Fraktionschef Herbert Salzmann, der ihn vorschlug, lobte seinen Parteikollegen als erfahrenen Gemeinderat, der als Mensch „ausgleichend“ wirke und dazu in vielen Vereinen tätig sei. Das Ergebnis der geheimen Wahl fiel deutlich aus. 17 Stimmen entfielen auf Prielmeier, jeweils eine auf Schmid, Christian Lory (UP), Franz Seidel (BVP) und Marion Gillinger (ÖDP). Drei Räte hatten ihren Stimmzettel leer abgegeben. Ein Wunsch-Resultat nicht nur für die SPD, sondern auch für die CSU und ihren Bürgermeister. Die Fraktion der Christsozialen hatte vor der Sitzung angekündigt, Prielmeier zu unterstützen. Der freute sich sichtlich über die Wahl. „Ich danke allen für das Vertrauen“, sagte er nach seiner Vereidigung.

Gremium entscheidet sich gegen 3. Bürgermeister

Einen dritten Bürgermeister wird es in Peiting weiterhin nicht geben. Das Gremium beließ es wie in der Vergangenheit bei der Benennung des dienstältesten Gemeinderats Herbert Salzmann als weiteren Stellvertreter. Auch dieser Posten ging damit an die Sozialdemokraten.

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