- VonWolfgang Schörnerschließen
Roche will Ende Januar mit den Vorbereitungen für die erste Stufe der Werkserweiterung starten. Dabei geht es um etwas mehr als die Hälfte der gesamten Erweiterungsfläche: um circa 7,5 der rund 14 Hektar. Zunächst erfolgen die Rodungen. Zugleich soll neuer Lebensraum für Gelbbauchunke und Co. geschaffen werden.
Penzberg – Erst im Dezember hatte eine Stadtratsmehrheit den Bebauungsplan für die Roche-Erweiterung um rund 14 Hektar im Norden des Werks beschlossen. Die formale Rechtskraft erlangt er nächste Woche durch die öffentliche Bekanntmachung. Bereits am Dienstag lag nun dem Bauausschuss ein Antrag für die Abgrabung auf einer Teilfläche vor. Dabei handelt es sich um die Osthälfte der Erweiterungsfläche, insgesamt 7,5 Hektar, was etwa zehn Fußballfeldern entspricht. Es ist der Teil, den Roche für den ersten von drei Entwicklungsschritten vorsieht. In dem Antrag, dem der Ausschuss geschlossen zustimmte, ging es um die Vorbereitungen für die späteren Bauvorhaben. Das heißt: Zunächst erfolgt die Rodung des Waldes. Danach wird Erdreich abgetragen beziehungsweise der Boden mit Material aufgefüllt.
Rodungen auf östlicher Hälfte sollen Ende Januar beginnen
Die Rodungen auf der östlichen Hälfte der Erweiterungsfläche sollen laut Roche Ende Januar beginnen. Dies geschehe „unter Einhaltung aller behördlichen Vorgaben“, so das Unternehmen. Die Rodungen – etwa 90 Prozent der 7,5 Hektar sind bewaldet, vor allem mit Fichten – sollen bis Ende Februar beendet sein. Mit den Abgrabungen und Auffüllungen des Geländes soll es im Frühjahr losgehen, sobald die behördlichen Genehmigungen vorliegen und das Wetter es zulässt, teilte Roche mit. Wie aus dem Antrag hervorgeht, werden diese Arbeiten bis ins nächste Jahr dauern. Für einen ersten Ausbauschritt inklusive konkreter Baumaßnahmen, so das Unternehmen, werde im Laufe dieses Jahres eine Entscheidung der Konzernleitung erwartet.
Zeitgleich starten Ausgleichsmaßnahmen für Gelbbauchunke und Co.
Laut Roche sollen zeitgleich die ersten Ausgleichsmaßnahmen für die ökologische Aufwertung der angrenzenden Waldflächen und für die unter Artenschutz stehenden Tiere starten. Im Antrag, der dem Bauausschuss vorlag, war konkret von zwei Bereichen die Rede, die östlich und westlich ans Werk grenzen und noch zum Geltungsbereich des Bebauungsplans gehören. Ziel sei es, so das Unternehmen, den Wald „ökologisch deutlich aufzuwerten“. Außerdem werde neuer Lebensraum für die unter Artenschutz stehende Zauneidechse, die Gelbbauchunke und den Laubfrosch geschaffen. Im Antrag heißt es zum Beispiel, dass Kleingewässer entstehen. Zu weiteren Ausgleichsmaßnahmen erklärte Roche, dass ein großer Teil der im Bebauungsplan geforderten Erstaufforstungen bereits fertiggestellt sei. Als Beispiel nennt das Unternehmen eine Erstaufforstung im Gemeindegebiet von Seeshaupt. Eine weitere Umsetzung im Rahmen eines „ökologischen Waldrandkonzeptes“ nördlich des Werks beginne im April.
Das Unternehmen teilte zudem mit, dass es diesen Freitag eine Begehung der Erweiterungsfläche mit Bund Naturschutz und der städtischen Klima- und Umweltschutzabteilung gibt, zur Erörterung der Pläne mit den Roche-Umweltexperten, der ökologischen Fachbauleitung sowie mit den Gutachtern und Biologen, die mit der Begleitung der Arbeit beauftragt sind.
Infrastrukturelle Entwicklung stufenweise in den nächsten acht bis zehn Jahren
Roche erklärte, dass auf der 14-Hektar-Gesamtfläche Projekte realisiert werden, die in den nächsten zehn bis 15 Jahren zur Standortentwicklung beitragen, zum Beispiel Anlagen für Produktion, Logistik, Infrastruktur und Verwaltung. Die „infrastrukturelle Entwicklung“ der Erweiterungsfläche, so Werkleiter Paul Wiggermann, werde „in den nächsten acht bis zehn Jahren stufenweise erfolgen“. Das heißt ihm zufolge: „nicht an einem Stück, sondern deutlich zeitversetzt in mehreren Teilschritten unter strengen Auflagen in kontrollierten und definierten Bauabschnitten“. Die erste Etappe ist nun die Vorbereitung auf dem 7,5-Hektar-Areal.