Die Opposition wirft Grünen und SPD eine zum Teil verlogene Haushaltspolitik vor. Hintergrund sind die Sparpläne der Rathaus-Mehrheit in München.
München – Die Sparpläne von Grünen und SPD im Münchner Rathaus stoßen auf heftige Kritik seitens der Opposition. „München hat Rekord-Einnahmen und ist trotzdem pleite“, wetterte CSU-Chef Manuel Pretzl am Freitag. „Grün-Rot macht eine völlig verfehlte und teilweise sogar verlogene Haushaltspolitik.“ Die Grünen hätten am Samstag beim Parteitag den Ausbau des ÖPNV beschlossen, Mittwoch im Stadtrat bei den Buslinien gekürzt und am Donnerstag die MVG angewiesen, noch mehr zu sparen. „Und die SPD verspricht seit Jahrzehnten mehr bezahlbare Wohnungen. Jetzt soll ausgerechnet am sozialen Wohnungsbau massiv gespart werden, obwohl die Bauzahlen eh schon am Tiefpunkt sind.“
Sparpläne von Grünen und SPD im Münchner Rathaus: CSU kritisiert Ausgaben für Westtangente und Kämmerei
Wenn man wollte, hätte man die nötigen 100 Millionen Euro schnell gefunden – und noch mehr, sagt Pretzl. „Mit Bussen statt Trams auf der Westtangente hätten wir schon mehr als 100 Millionen gespart und weniger Baustellen produziert. Wir hätten die Stadtkämmerei nicht selbst für fast 100 Millionen luxussaniert. Wir hätten die städtischen Anteile am Flughafen verkauft und so etwa eine Milliarde Euro eingenommen.“ München brauche andere Prioritäten und eine bessere Politik, damit es wieder aufwärts gehe.
Anstatt das Sparen auf die Beschäftigten abzuwälzen, müsste die Koalition endlich politische Entscheidungen treffen, sagte Linken-Chef Stefan Jagel. „Mit den größenwahnsinnigen Bauprojekten und Großveranstaltungen könnten Milliarden eingespart werden und dadurch Prioritäten auf Soziales und den Wohnungsbau gelegt werden.“
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Kritik an Sparplänen von Grünen und SPD: „München steht finanziell mit dem Rücken zur Wand“
FDP-Chef Jörg Hoffmann erinnerte daran, dass die Rufe seiner Partei nach Mäßigung stets ungehört geblieben seien. „Wir mahnen seit fünf Jahren, dass die Stadt über ihre Verhältnisse lebt.“ Jahrelang seien zum Teil sinnlos neue Stellen geschaffen worden – vor allem für grüne Lieblingsprojekte. „Und jetzt haben wir den Salat.“ Und wenn man sparen wolle, könnte man beispielsweise das Kommunalreferat abschaffen. Das sei als Querschnittsreferat überflüssig, die Zuständigkeit für die Immobilien könnte an die Kämmerei gehen, die für die Märkte an das Wirtschaftsreferat. „Und die Müllabfuhr könnte dem Baureferat unterstellt werden. Es ist doch kaum nachzuvollziehen, dass diejenigen, die Privatmüll entsorgen, in einem anderen Referat sind als die, die die Mülleimer in Parks leeren.“
München stehe finanziell mit dem Rücken zur Wand, sagte ÖDP-Chef Tobias Ruff. „Doch während Buslinien, Jugendzentren, Klimaschutz und der soziale Wohnungsbau auf der Kippe stehen, halten SPD, CSU und Grüne unbeirrt an ihrem millionenteuren Olympia-Traum fest.“ Das zeige, wie verschoben die Prioritäten seien. „Wenn wir zukunftsträchtige Investitionen in Klimaschutz, Bildung und sozialen Frieden streichen, sparen wir am falschen Ende. Und das wird uns allen teuer zu stehen kommen.“