Holzner-Haus

Stadt Bad Tölz plant Bau von Mietwohnungen - doch die Gestaltung gefällt nicht allen

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An der Königsdorfer Straße will die Stadt diesen Neubau mit sechs Vier-Zimmer- und drei Drei-Zimmer-Wohnungen errichten.

Mietwohnungen, noch dazu bezahlbare, sind rar im Bad Tölz. Trotzdem kamen die Neubaupläne der Stadt nicht so gut an.

Bad Tölz – Neue städtische Mietwohnungen für Tölz. Man möchte meinen, dass die der Bauausschuss ratzfatz durchwinkt und im Chor „Hurra“ schreit. Das war bei Weitem nicht so, als Bauamtsleiter Christian Fürstberger in der jüngsten Sitzung die Pläne seines Referats für den Neubau an der Königsdorfer Straße vorstellte. Dort soll das alte – leider feuchte – Holzner-Haus mit drei Wohnungen abgerissen und ein Neubau mit neun Wohnungen entstehen. Der Dreispänner mit sechs Vier-Zimmer- und drei Drei-Zimmer-Wohnungen ist ein nach modernen energetischen und ökologischen Gesichtspunkten geplanter Massivholzbau. Mit seiner strengen Fassadengliederung und den liegenden Fenstern auf einer Seite bewog er nicht nur die Zuhörer („Das sind Schießscharten“), sondern auch mehrere Räte zu mehr oder weniger deutlicher Kritik.

Grünen-Stadträtin findet den Bau schlicht „scheußlich“

René Mühlberger (CSU) fragte wie immer sehr zurückhaltend, ob man nicht doch eine solide Ziegelbauweise überlegen solle. Auch aus Brandschutzgründen.

Andrea Grundhuber (Grüne) war lieber für Klartext und bezeichnete den Bau schlicht als „scheußlich. So eine Architektur ist schon schwer gewöhnungsbedürftig.“ Wenigstens die liegenden Fenster mit den auffälligen Zwangslüftungen müssten unbedingt geändert werden. Josef Janker war zwar von der Effizienz des Bauwerks überzeugt, zweifelte aber auch ein wenig am Erscheinungsbild. Die Fassade mit den liegenden Fenstern soll also überarbeitet werden.

Braucht es wirklich so große Wohnungen?

Margot Kirste (FWG) wollte wissen, ob 3- und 4-Zimmer-Wohnungen in Tölz wirklich am meisten benötigt werden. Ihre Recherchen hätten ergeben, dass eher kleinere Wohnungen gesucht werden. Kämmerer Hermann Forster übernahm die Antwort. Man habe an der Osterleite kleinere Wohneinheiten geschaffen, jetzt seien etwas größere für Familien an der Reihe. Beim nächsten Wohnbauprojekt der Stadt an der Arzbacher Straße werde man dann schauen, was am Wohnungsmarkt gefragt sei.  chs

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