Stadtrat

Für Fahrräder nur mit Aufzügen erreichbar: Stadt genehmigt Radl-Tiefgarage am Hauptbahnhof in München

+
Das Bild zeigt eine Fahrradgarage in Utrecht. So ähnlich könnte es auch in München aussehen.
  • schließen

Die Stadt will am Hauptbahnhof eine neue Garage für Fahrräder errichten. Um Platz zu sparen, soll diese mit Aufzügen statt Rampen erreichbar sein. Doch es gibt Kritik.

München – Am Hauptbahnhof soll eine moderne Fahrrad-Tiefgarage entstehen: Wenn der neue Hauptbahnhof fertig ist, soll es möglich sein, sein Rad mithilfe von vier Aufzügen zu den Stellplätzen zu transportieren. Der Stadtrat hat jetzt einer Feinplanung zugestimmt. Die Opposition kritisiert die Kosten von aktuell 27,79 Millionen Euro.

Neue Radl-Tiefgarage am Hauptbahnhof in München: Aktuell sind wegen Baustellen kaum Stellplätze vorhanden

Sein Fahrrad am Hauptbahnhof zu parken, ist aktuell ein Ärgernis. Denn Abstellmöglichkeiten sind selten und baustellenbedingt auch eingeschränkt. Die Folge sind ein regelmäßiges Abstellchaos, das auch Menschen nervt, die zu Fuß unterwegs sind.

Dem wird nun Abhilfe geschaffen. Bereits im Dezember hatte sich die Radhausmehrheit auf eine bezahlbare Lösung beim Radlparken verständigt. Die ursprünglich geplante Fahrradtiefgarage unterhalb des neuen Bahnhofhauptgebäudes wurde nicht weiterverfolgt, weil die Stadt bei dieser Variante hohe Mietgebühren an die Deutsche Bahn hätte zahlen müssen. Stattdessen hat das Mobilitätsreferat geprüft, wie im U-Bahnbauwerk von U1/U2 eine Fahrradgarage umgesetzt werden kann.

Neue Radl-Tiefgarage am Hauptbahnhof in München: Stadt will Parkahus mit 1260 Abstellflächen

Bevorzugt wird eine Variante mit circa 1260 Abstellplätzen im zweiten Untergeschoss, das über fünf Aufzüge mit dem Bahnhofsvorplatz verbunden wird. Vier davon sollen von Radelnden genutzt werden, der fünfte Aufzug steht den Stadtwerken für Anlieferungen zu Verfügung.

Damit Radfahrer schnell zu den Stellplätzen kommen, sollen leistungsfähige Lastenaufzüge gebaut werden, die von bis zu vier Fahrgästen und ihren Rädern genutzt werden können. Oben am Bahnhofsplatz sollen die Aufzüge kompakt in drei Blöcken angeordnet werden, so bleibt an der Oberfläche mehr Raum als bei einer alternativen Lösung mit einer Zufahrtsrampe. Dieser Platz kann dann ansprechend gestalten werden.

Neue Radl-Tiefgarage am Hauptbahnhof in München: Umsetzung hängt an der Fertigstellung des Gebäudes

Doch so rasch wird das noch nichts mit den Stellplätzen. Denn die Umsetzung der neuen Tiefgarage ist unmittelbar mit der Hauptbahnhofbaustelle verknüpft. Diese bleibt den Münchnern noch Jahre erhalten.

Für die Baustellenzeit hat der Stadtrat Ende Januar weitere Abstellmöglichkeiten auf den Weg gebracht. So soll eine Fußgängerunterführung an der Kreuzung Arnulf- und Seidlstraße in eine Bike+Ride-Anlage mit 350 Plätzen umgewidmet werden. In einem Parkhaus an der Marsstraße wird das Mobilitätsreferat im Rahmen eines fünfjährigen Pilotprojekts 300 Fahrradstellplätze schaffen.

Neue Radl-Tiefgarage am Hauptbahnhof in München: FDP kritisiert die Kosten

„Bike+Ride ist eine super Kombination“, sagt Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher. „Münchner können mit dem Rad zum Bahnhof fahren, es hier sicher abstellen und unkompliziert in den Zug umsteigen. Für Pendler gilt das in Richtung stadteinwärts natürlich auch.“

Von der Opposition gibt es Kritik, FDP-Stadtrat Fritz Roth sagte, die Baukosten seien für das geringe Platzangebot eindeutig zu hoch. „Für moderne Geschäftsreisende ist diese Tiefgarage völlig ungeeignet. Es könnte also nur ein Bruchteil der Fernreisenden dieses Parkhaus überhaupt nutzen.“

Kommentare