Kommunale Wärmeplanung

Tempo beim Klimaschutz lohnt sich für Weilheim

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Die Kommunale Wärmeplanung der Stadt Weilheim soll das Fernwärmeprojekt der Stadtwerke flankieren.
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Die Stadt Weilheim macht Tempo in puncto Energiewende: Bereits in zwei Jahren soll eine Kommunale Wärmeplanung erarbeitet sein – für die man eigentlich bis 2028 Zeit hätte. Denn wer schnell ist, bekommt deutlich mehr Zuschuss.

Weilheim – Bis spätestens 30. Juni 2028 müssen Gemeinden mit weniger als 100.000 Einwohnern eine Kommunale Wärmeplanung (KWP) erstellen. So sieht es das Wärmeplanungsgesetz des Bundes vor, das voraussichtlich kommenden Januar in Kraft tritt. Doch die Stadt Weilheim will deutlich schneller sein: Bereits im Herbst 2025 soll die Wärmeplanung für die Kreisstadt vorliegen, noch heuer wird der Förderantrag dafür gestellt. So hat es der Bauausschuss des Stadtrates am Dienstag auf Vorschlag des städtischen Klimaschutzmanagements und des Stadtbauamtes beschlossen – einstimmig. Denn bei Antragstellung bis Jahresende beträgt die Förderquote seitens des Bundes 90 Prozent, ab Januar wären es nurmehr 60 Prozent.

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Das Konzept kostet bis zu 100.000 Euro

Die Ausarbeitung der KWP durch einen externen Dienstleister kostet zwischen 50.000 und 100.000 Euro, erklärte Klimaschutzmanagerin Angelika Baur in der Sitzung. Bei sofortiger Antragstellung muss die Stadt also 5000 bis 10.000 Euro selbst tragen, später würde sich der Eigenanteil auf bis zu 40.000 Euro belaufen. Das sei ein starkes Argument, schnell zu sein, so war man sich im Ausschuss einig. Deshalb musste die Entscheidung auch vor Beratung im Klimaausschuss fallen, der erst am Donnerstag tagt. Zwar wäre die Wärmeplanung dessen „Leib- und Magenthema“, sagte Grünen-Vertreter Alfred Honisch. Doch im Unterschied zum Bauausschuss darf der Klimaausschuss keine Beschlüsse fassen, sondern nur Empfehlungen abgeben. Und würde erst in der nächsten Bauausschuss-Sitzung Anfang Dezember entschieden, wäre es für eine Antragstellung noch in diesem Jahr zu spät.

Die inhaltliche Richtung der Wärmeplanung steht schon fest

In welche Richtung Weilheims KWP inhaltlich geht, ist klar: Das Konzept werde „die Fernwärmeplanung der Stadtwerke flankieren und den Bürgern mehr Planungssicherheit geben“, so Baur. Aufbauend auf dem bereits vorliegenden Energienutzungsplan, den die „Energiewende Oberland“ 2022 für die Stadt erstellt hat, erfolgt in der KWP eine Bestands- und eine Potenzialanalyse. Dann werden, wie die Klimaschutzmanagerin erläuterte, die Wärmeversorgungsgebiete in Weilheim festgelegt und eine Umsetzungsstrategie erarbeitet, begleitet von Öffentlichkeitsbeteiligung.

Orientierung für Hauseigentümer in Weilheim

So sei die Wärmeplanung „ein wichtiger Bestandteil bei der Entwicklung einer klimafreundlichen und auch zukünftig für alle bezahlbaren Wärmeversorgung“. Und sie liefere Orientierung für Hauseigentümer, die in den nächsten Jahren den Einbau einer neuen Heizung beabsichtigen. Besteht damit „eine realistische Chance“, dass Weilheim sein Ziel erreicht und bis 2035 klimaneutral ist? Wie dieses Ziel erreicht werden soll, so Baurs Antwort auf die Frage von Honisch, sei eben Teil der KWP, die zwischen November 2024 und Oktober 2025 erarbeitet werden soll. Danach könne man „Anschluss-Fördermittel für Teilprojekte“ generieren.

Klaus Gast (CSU) forderte, die Stadt müsse zeitgleich zur KWP eine „kommunale Photovoltaik-Strategie“ samt räumlicher Planung erstellen – um auch hier einen „Masterplan“ zu haben und „nicht immer nur Getriebene“ zu sein.

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