VonMagnus Reitingerschließen
Gleich für zwei Solarpark-Projekte im Weilheimer Süden schuf der Stadtrat in der jüngsten Sitzung Fakten: Die Erweiterung der bestehenden Anlage neben dem Trifthof ist jetzt unter Dach und Fach. Und für das neue Solarfeld bei der Waxensteinstraße geht das Verfahren richtig los.
Weilheim – Es war wohl der letzte Akt des Stadtrats für das Projekt eines Weilheimer Landwirts, seine bereits seit 2013 bestehende Freiflächen-PV-Anlage zwischen Trifthof-Anbinder und Jörg-Ganghofer-Straße in etwa zu verdoppeln. Gegen zwei Stimmen (von Romana Asam, FW, und Rüdiger Imgart, AfD) wurde in der jüngsten Sitzung die entsprechende Erweiterung des Bebauungsplans „Solarpark Jörg-Ganghofer-Straße“ als Satzung beschlossen. Knapp ein Jahr hat das Verfahren gedauert, größere Einwände gab es dabei nicht.
Die fünf Ersatzpflanzungen sind nicht nötig
Das Stadtbauamt wies bei der finalen Entscheidung darauf hin, dass die Ersatzpflanzung von fünf Bäumen im nördlichen Bereich – die sich zuletzt noch im Entwurf fand – entfällt. Denn diese seien nur als Ausgleich für drei geplante Fällungen an der Ostseite der Erweiterungsfläche gedacht gewesen. Die Naturschutzbehörde am Landratsamt hatte im Verfahren jedoch gefordert, dass diese drei Bäume wegen des Landschaftsbildes und ihrer ökologischen Bedeutung erhalten werden. Was der Stadtrat denn auch unterstützt und beschlossen hatte.
Etwas umstrittener sind im Ratsgremium die Pläne für einen neuen Solarpark auf dem früheren Erdbeerfeld am Südrand von Weilheim, direkt vor den Wohnhäusern an der Waxensteinstraße. Doch auch dieses Projekt wird kommen. Die Mehrheit segnete die nötige Flächennutzungsplan-Änderung und den ersten Entwurf für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Photovoltaikanlage südlich Waxensteinstraße“ ab. Sieben Gegenstimmen kamen von Angelika Flock, Alexandra Bertl, Stefan Zirngibl (alle CSU), Romana Asam (FW), Hans Vollmann (BfW), Rüdiger Imgart (AfD) und Ullrich Klinkicht (WM Miteinander). Letzterer äußerte sich in der jüngsten Sitzung als Einziger zu den Gründen seiner Ablehnung: An dieser prominenten Stelle am südlichen Ortseingang könne er sich „irgendwann vielleicht Wohnbebauung vorstellen, aber kein Solarfeld“, so Klinkicht.
Investor für Anlage auf dem „Erdbeerfeld“ ist ein Geschäftsmann aus Weilheim
Investor dieser Anlage ist übrigens nicht mehr – wie zu Beginn der Planungen – die Schwabsoiener Volllast GmbH, sondern ein Geschäftsmann aus Weilheim, der namentlich nicht genannt werden möchte. Für den Bau sorgt ihm zufolge die Münchner Firma Vispiron – wie auch bei der Erweiterung des „Solarparks Jörg-Ganghofer-Straße“.
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Wie berichtet, hatte Weilheims Bauausschuss für die neue Freiflächen-Anlage südlich Waxensteinstraße einige Änderungswünsche. Die hat der Stadtrat nun beschlossen. Demnach muss eine kleine Linde am Prälatenweg erhalten bleiben, die im Umweltbericht als entbehrlich eingestuft wurde. Von den Südgrenzen der Wohngrundstücke an der Waxensteinstraße werden die Solarmodule zehn Meter abgerückt (drei Meter Grünfläche um die Modulreihen, fünf Meter Heckenbepflanzung und zwei Meter Wirtschaftsweg).
Für E-Ladesäulen gäbe es ein „Erschließungsproblem“
Verworfen hat der Betreiber laut Stadtbauamt die ursprüngliche Idee, an dem geplanten Solarpark Ladeeinrichtungen für E-Fahrzeuge einzurichten. Grund dafür sei unter anderem ein „Erschließungsproblem“: Dafür wäre eine zusätzliche Ausfahrt auf die Staatsstraße nötig, die an dieser Stelle auch gefährlich sei, wie es hieß.

