Im Erholungsgebiet Ambach stehen Reparaturen und Verbesserungen an

Strandbad wird saniert: Was angepackt wird - und was wahrscheinlich nicht

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Ein idyllisches Plätzchen ist das Erholungsgebiet Ambach. Es gibt aber auch Probleme, die gelöst werden müssen.

Seit mehr als zehn Jahren drängt das Landratsamt als Betreiber des Erholungsgebiets Ambach darauf, dass der Eigentümer, der Erholungsflächenverein München, das Strandbad generalsaniert. Ende dieser Saison soll es nun soweit sein.

Münsing Schritt für Schritt will der Erholungsflächenverein München in den kommenden Jahren alle notwendigen Reparaturen und Verbesserungen vornehmen. Das kündigte Geschäftsführer Jens Besenthal beim sogenannten Betreuungsgespräch für Ambach am Mittwoch im Münsinger Rathaus an.

Begonnen werden soll auf Wunsch der Gesprächsteilnehmer mit den sanitären Anlagen. Die Toilettenhäuschen sollen laut Besenthal komplett entkernt und neu eingerichtet werden. Mit Dachfenstern möchte der Verein für mehr Helligkeit in den Gebäuden sorgen. Ebenfalls noch heuer will man den Bootsparkplatz umbauen.

Beachvolleyball-Platz steht ganz unten auf der Liste

An weiteren Maßnahmen plant der Verein, die Zufahrten zu den Parkplätzen neu zu asphaltieren, die Stellflächen und die Wege im Gelände punktuell auszubessern, die Drainage-Anlage unter den Liegewiesen zu untersuchen und gegebenenfalls zu reparieren, alte Bäume zu fällen und junge zu pflanzen sowie die beiden Stege am Buchscharner Wirt und an der Wasserwachtstation durch neue zu ersetzen. Auf Anregung von Christine Mair, Umweltreferentin des Münsinger Gemeinderats, versprach Besenthal, über einen Beachvolleyball-Platz für die Jugend nachzudenken. „Das steht aber ganz unten auf unserer Liste“, räumte er ein.

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Eine Neuerung hat das Landratsamt heuer eingeführt. Seit Kurzem stehen 14 mit Solarenergie betriebene Parkscheinautomaten im Parkplatzbereich. Sie ersetzen den Parkwächter, der bisher an der Schranke von jedem Pkw-Fahrer den Eintritt kassiert hat. Seit Dienstag dieser Woche sind die Automaten in Betrieb. Während eines zweiwöchigen Probelaufs soll nicht kontrolliert werden, mit Beginn der Sommerferien wird allerdings die Kommunale Verkehrsüberwachung (KVÜ) regelmäßig überprüfen, ob jeder Besucher einen Parkschein gelöst hat. Die Gebühren betragen zwei Euro für bis zu zwei Stunden Aufenthalt, drei Euro für bis zu sechs Stunden und vier Euro für den ganzen Tag. Sie gelten von März bis Oktober. Wer nicht bezahlt, muss ab August mit einem Knöllchen rechnen. Es gelten die üblichen Gebühren für Ordnungswidrigkeiten.

Der Kreis steckte 2017 rund 26 000 Euro in das Strandbad

Der Rückblick auf die vergangene Badesaison fiel durchwachsen aus. Rund 45 500 Parkscheine wurden laut Landratsamt verkauft, im Jahr zuvor waren es rund 48 000. Der Kreis steckte 2017 rund 26 000 Euro in das Strandbad. Doch die geringeren Besucherzahlen hatten auch ihr Gutes: Sowohl die Chefin des Wachdienstes Bavaria Sicherheitsdienst Süd-Ost, Sandra Kiesl, als auch die Vertreter der Wolfratshauser Polizei und der Wasserwacht berichteten von einem ruhigen Sommer.

Die Mitglieder der Wasserwacht nutzten dies, um ihre neue Station am Schwaiblbach einzurichten. Etwa 1800 Arbeitsstunden widmeten die Ehrenamtlichen dem stellvertretenden Vorsitzenden Christian Ikker zufolge dieser Aufgabe. An Problemen sprach Ikker die Glasscherben rund um die offiziellen Feuerstellen an. Daran würden sich immer wieder Badegäste verletzen.

Ein Dauerärgernis stellt der Gänsekot auf den Liegewiesen dar. Wie Lorenz Meier von der Naturschutzabteilung am Landratsamt berichtete, tummelten sich im vergangenen Jahr 60 bis 80 Graugänse auf dem Gelände. Eine Seejagd auf die Tiere, durchgeführt von Starnberger Jägern im Juli, brachte kaum Erfolg. Auch heuer sei etwa dieselbe Anzahl an Federvieh unterwegs, so Meier. Der Maschinenring Wolfratshausen, der sich um den Unterhalt des Erholungsgebiets kümmert, entfernt den Kot zwar drei Mal wöchentlich, doch es sammelt sich schnell neuer an.

Sorgen bereitet Naturschützern und Forst das Eschentriebsterben, das auch in Ambach um sich greift. Laut Markus Henning vom Maschinenring werden laufend neue Bäume gepflanzt, um keine zu großen Lücken entstehen zu lassen.

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Jens Besenthal machte Betreibern und Betreuern des Erholungsgeländes ein Kompliment: Es befinde sich in einem hervorragenden Zustand. Der Begriff „Generalsanierung“ sei eigentlich etwas hoch gegriffen für die Verbesserungen, die in den kommenden Jahren nötig seien.

Tanja Lühr

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