Das Schwimmbad im Schulzentrum am Alten Bahnhof muss dringend saniert werden. Das schafft Probleme.
Bad Tölz – Die gute Nachricht lautet: Das Wasser im Schwimmbad im Schulzentrum am Alten Bahnhof wurde eingelassen, und das Bad ist wieder in Betrieb. Die schlechte Nachricht: Der Beton-Baukörper muss saniert werden. Und ob die ziemlich marode Badtechnik noch lange hält, steht auch in den Sternen. Baumaßnahmen sind dringend nötig. Immerhin hängen vier Schulen und einige Vereine an dem Bad.
Das 10 mal 5 Meter große Becken im Keller der Realschule ist bereits historisch. Der frühere Landrat Otmar Huber hatte sich vehement für den Bau des Lehrbeckens eingesetzt, damit auch die Schützlinge der Lebenshilfe sowie der späteren Förderschule schwimmen lernen können. Das war 1970/71, erinnert sich Klaus Koch. „Wegen dieser Vorgeschichte“ betreut er als Leiter des Sonderpädagogischen Förderzentrums auch im Jahr 2019 noch das kleine Hallenbad des Schulzentrums. Der 91-jährige Altlandrat Huber, so berichtet der Dritte Landrat, ziehe übrigens in „seinem“ Becken immer noch regelmäßig seine Bahnen.
Aber das Bad ist in die Jahre gekommen. Schon länger wird über eine Sanierung diskutiert. In den Sommerferien wurden Untersuchungen durch eine Fachfirma vorgenommen. Zum Ergebnis könne sie nichts sagen, sagt Landratsamts-Sprecherin Marlis Peischer. Noch lägen nicht alle Einzelanalysen vor. Sie spricht von einem Resultat Ende des Jahres.
Klaus Koch nimmt an den regelmäßigen Besprechungen mit dem Landratsamt teil und spricht von einem „guten Einvernehmen aller Beteiligten“. Er weiß bereits von konkreten Planungen. Fakt sei, dass die Sanierung unabdingbar sei. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass das Bad als statisches Element für das ganze Gebäude von Bedeutung sei. Nach der Sanierung des Betons im ersten Schritt müsse auch die veraltete Technik erneuert werden.
Für die Betonsanierung ist das kommende Schuljahr ins Auge gefasst, genauer gesagt von September 2020 bis Juli 2021. Im Investitionsplan des Landkreises sind in den Jahren 2020/21 bereits 1,9 Millionen Euro als Ansatz vorgesehen.
Die Dringlichkeit ergibt sich für Koch aus dem Bedarf. Mit Gymnasium (6 Schulstunden wöchentlich), Realschule (8), Jahnschule (7) und Förderzentrum (14) nutzen bereits vier Schulen das Bad. Dazu komme eine Anfrage der Grundschule Reichersbeuern. Das Landratsamt vermietet die Einrichtung zudem an den Nachmittagen für 15 Euro pro Stunde an einige Vereine aus dem Landkreis.
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Dass die Generalsanierung möglichst schnell in trockene Tücher kommt, ist dem Schulleiter auch deshalb wichtig, „weil wir ja Ersatzschwimmbäder suchen müssen, wo wir den Sportunterricht hinverlegen können.“ Dafür wolle man etwa bei der Stadt Bad Tölz anfragen. Die Organisation der externen Schul-Schwimmstunden werde auf jeden Fall eine Herausforderung, da die Sportstunden zeitlich begrenzt sind. „Auch ein Pendelbus kostet Geld“, sagt Koch und plädiert schon deshalb für eine rasche Umsetzung der Baumaßnahme in einem Schuljahr.
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Die zwei Schritte, Betonsanierung und Technikerneuerung, könnte man auch zeitlich trennen. Das hält Klaus Koch aber für keine gute Idee. „Die Schwimmbadtechnik hängt schon jetzt am seidenen Faden.“ Wenn diese kaputt gehe, dann müssten in eine alte Technik Ersatzteile eingebaut werden. „Das macht alles am Ende noch teurer.“