Bauarbeiten sollen kommendes Jahr beginnen

Wachturm der Hohenburg wird saniert

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Engagieren sich für die Burgruine Hohenburg: Stephan Bammer (li.) und Fritz Erhard vom Förderverein vor dem Wachturm. Künftig soll man nicht mehr hinaufklettern können. Rechts der Blick ins Innere.
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Sie ist vermutlich das älteste weltliche Bauwerk im Landkreis. Von der Hohenburg in Lenggries sind allerdings nur mehr Ruinen übrig. Deren Besichtigung soll in Zukunft anschaulicher werden.

Lenggries – Wer sich vorstellen will, wie einst die Burg Hohenburg ausgesehen hat, der muss sich entweder die Schautafeln am Burgberg ansehen – oder er braucht sehr viel Fantasie. „Wenn man ganz ehrlich ist, muss man sagen, dass die Burgruine jetzt wie ein Steinhaufen aussieht“, sagt Fritz Erhard, Beirat im Förderverein. In Zukunft wird man bei der Besichtigung des wohl ältesten weltlichen Bauwerks im Landkreis etwas weniger Vorstellungskraft benötigen. Der Verein hat alle Vorarbeiten für die teilweise Sanierung des ehemaligen Wachturms erledigt. Wenn alles gut geht, können die Bauarbeiten im nächsten Jahr beginnen, teilte der Vorsitzende Stephan Bammer im Rahmen einer Ortsbesichtigung mit.

Vorausgegangen sind lange Diskussionen. Erst mal musste geklärt werden, welche Teile der 1707 abgebrannten Burg überhaupt saniert werden sollen. Die komplette Burg? Oder doch nur der dreigeschossige Wachturm, von dem am meisten zu sehen ist? Die Entscheidung fiel auf die kleine Lösung. Der Turmstumpf sei „ein zentrales Bauwerk, ein Symbol-Bauteil“. Daher habe in diesem Bereich der Denkmalschutz Vorrang.

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Etwas anders verhält es sich mit den vielen kleinen Burg-Mäuerchen im Umkreis. Sie liegen mitten in einem Landschafts-Schutzgebiet mit mehreren Biotopen, erläutert Bammer „Da steht der Naturschutz im Vordergrund. Wir werden dort nichts machen.“

Die zweite Frage war, wie der Turmstumpf saniert werden soll. Angedacht war eine Überdachung, erinnert sich Bammer. „Aber das war statisch überhaupt nicht darstellbar. Da hätten wir Pfeiler hinknallen müssen, so dass man vom Turm nichts mehr gesehen hätte.“ So hielt sich der Verein an eine Stellungnahme des Mauerwerks-Sachverständigen des Landesamts für Denkmalpflege aus dem Jahr 2011. Der Fachmann empfahl, eine sogenannte „Vorsatz-Mauer“ zu errichten, also eine Art Außenwandverkleidung.

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Für die neue, etwa zwei Meter hohe Außenwand, sollen Steine verwendet werden, die von der Ruine heruntergefallen sind. „Wir wissen nicht, ob die vorhandenen Steine ausreichen“, sagt Bauleiter Erhard. Gegebenenfalls müssten Kalksteine aus den Steinbrüchen in Hellerschwang oder Untermurbach herangekarrt werden. Solch eine Mauer aus Steinen, wie sie in der Natur vorkommen, sei handwerklich sehr anspruchsvoll: „Das müssen Fachleute machen. Wir als Verein können das nicht leisten.“

Dass zukünftig das ursprüngliche Mauerwerk verdeckt sein wird, erachtet er nicht als Nachteil – im Gegenteil: „Durch die Ausformung einer Ecke sieht das Bauwerk wieder wie eine Burg aus – und nicht wie ein Steinhaufen.“ Ein weiterer Vorteil: Touristen können in Zukunft nicht mehr auf den Turm hinaufklettern.

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Finanziell bewegt sich der Umbau in einer Größenordnung, die der Verein stemmen kann. Bammer geht von einer Summe „im niedrigen fünfstelligen Bereich“ aus. Das Landesamt für Denkmalpflege hat nach mehreren Besprechungen sein Plazet für den Umbau gegeben. Der Antrag auf denkmalrechtliche Erlaubnis liegt nun bei der Gemeinde und wird dann an das Landratsamt weitergereicht. „Mit der Rundum-Abklärung ist die Geschichte nun für den Verein erledigt“, sagt Bammer.

Denkbar sei höchstens noch eine Sicherung des Turm-Gewölbes, wie in der Mitgliederversammlung vorgeschlagen wurde. „Es ist die Frage, ob und wann das gemacht wird.“

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